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Ob SWE oder SUI: Dieser Wahlurner gewinnt sowieso

Heute trifft Johan Magnus Granviks Heimat Schweden auf seine Wahlheimat, die Schweiz. Eine innere Zerrissenheit spürt der 32-Jährige jedoch nicht, im Gegenteil: Er spricht von einer Win-Win-Situation. Obwohl er der einen Mannschaft den Sieg eher zutraut.
Carmen Epp
Johan Magnus Granvik fiebert an der WM für Schweiz und Schweden. (Bild: Carmen Epp (Andermatt, 29. Juni 2018))

Johan Magnus Granvik fiebert an der WM für Schweiz und Schweden. (Bild: Carmen Epp (Andermatt, 29. Juni 2018))

Eine Fussball-WM macht selbst aus Ball-Muffeln begeisterte Fans. Viele interessieren sich gar ausschliesslich an Welt- oder Europameisterschaften für den Sport. Nicht so Johan Magnus Granvik. Der 32-Jährige interessiert sich für Fussball, «seit ich denken kann». Als Jugendlicher spielte er beim FC Schattdorf, bis ihm seine Knie einen Strich durch die Rechnung machten. Seither schaut er sich wann immer möglich Fussball-Spiele im Fernsehen an – auch vor, nach und zwischen WM und EM.

Im Vordergrund steht für ihn der Sport, sagt Granvik. Einen Lieblingsklub oder eine bevorzugte Liga hat er nicht. Das dürfte auch damit zusammenhängen, dass er in seinem Leben schon viel herumgekommen ist.

Von Uri nach Schweden und zurück

Vor 32 Jahren in Schweden geboren, nehmen ihn seine schwedischen Eltern mit gerade mal 10 Tagen mit in die Schweiz, nach Graubünden, wo sein Vater arbeitet. Ein Jahr später zieht es die Familie Granvik zurück nach Schweden, um ein weiteres Jahr später erneut in die Schweiz zu kommen. Diesmal in den Kanton Uri, wo die Eltern seither Wurzeln geschlagen haben.

Im Alter von 16 Jahren zieht es Johan Magnus, den mittleren der drei Kinder, weiter. Nach einem Austauschjahr in den USA geht er für drei Jahren nach Schweden – um die Matura abzuschliessen und sein Heimatland kennen zu lernen, wie er sagt. Mit der Matura im Sack zieht es Granvik – inzwischen 20-jährig – in die Westschweiz, wo er in Lausanne die Hotelfachschule abschliesst und anschliessend zwei Jahre in Genf arbeitet.

In der Zeit in Schweden und der Westschweiz besucht Granvik regelmässig seine Eltern, die inzwischen in Andermatt leben. Er trifft sich mit Freunden, geniesst das Andermatter Nachtleben, pflegt alte Bekanntschaften.

Durch das «Chedi» zu seiner zweiten Heimat gefunden

Dass er dereinst nach Uri zurückkehren würde, kann er sich lange Zeit nicht vorstellen. Bis bekannt wird, was Samih Sawiris in Andermatt plant. Ein Luxushotel in seiner zweiten Heimat. Da war für Granvik, den angehenden Hotelfachmann, schnell klar: Da will ich dabei sein. Gesagt, getan: 2013 steigt er ins Eröffnungsteam des «The Chedi» ein und leite mit gerade mal 28 Jahren die Bar im Fünfsterne-Deluxe-Hotel. Nach einem Jahr packt Granvik zusammen mit einem Freund die Gelegenheit, im aufstrebenden Andermatt selber eine Bar zu übernehmen. Er macht sich selbstständig und betreibt seither die Pinte, die Schlüsselbar und die Rüti-Hütte in Andermatt.

Während seine ältere Schwester und sein jüngerer Bruder inzwischen wieder in Schweden leben, hat Johan Granvik hier Wurzeln geschlagen. Andermatt, so sagt er, sei inzwischen «mehr als eine zweite Heimat» für ihn. Von hier aus besucht er mindestens einmal pro Jahr seine Verwandtschaft im Süden und Osten Schwedens.

Bevor Granvik nächste Woche in die Sommerferien nach Schweden reist, steht heute um 16 Uhr der nächste Einsatz der Schwedischen Nationalmannschaft an der Fussball-WM an. Und das – ausgerechnet! – gegen Granviks Wahlheimat, die Schweiz.

«Möge die bessere Mannschaft gewinnen»

Da liegt es auf der Hand, welche Frage der 32-Jährige derzeit wohl am häufigsten hört: Für wen er fiebert, Schweden oder Schweiz. Diese Frage muss sich Granvik heuer nicht zum ersten Mal anhören, wie er sagt: Bereits an der Eishockey-Weltmeisterschaft im Mai standen sich die beiden Länder gegenüber; dazumal gar im Finale.

Damals wie auch heute lässt sich Granvik von der Frage, für wen er denn nun die Daumen drücke, nicht aus der Ruhe bringen. Im Gegenteil: Der Wahl-Urner bleibt pragmatisch. «Möge die bessere Mannschaft gewinnen», lautet seine Devise. Und auch wenn es wie eine faule Ausrede klingt, so hat Granvik doch Recht, wenn er von einer Win-Win-Situation für ihn spricht: «Egal, welches Team gewinnt: Ich kann nicht verlieren.»

Müsste er einen Tipp abgeben, so würde der jedoch zu Gunsten der Schweiz ausfallen. Dies, obwohl ihn auch die Schwedische Mannschaft vor allem im letzten Gruppenspiel geradezu überrascht habe. «Da war ich zum ersten Mal seit langem so richtig stolz auf die Schwedische Nationalmannschaft.»

Granvik rechnet mit einem intensiven, zweikampfbetonten Spiel, das mit Penaltyschiessen entschieden werden muss. Dann behalten die Schweizer mit Goalie Yann Sommer und den besseren Schützen die Überhand, so Granvik. «Sollte Schweden gewinnen, freue ich mich aber natürlich genau so.»

Um diese komfortable Lage werden ihn heute wohl einige beneiden, wenn heute um 16 Uhr die Partie SWE-SUI angepfiffen wird.

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