OBERALP: Mosers Erfolg lockt neue Investoren an

Ein Andermatter hat die alten Militär­baracken auf der Oberalp zu neuem Leben erweckt. Müssen diese jetzt trotzdem neuen Tourismusbauten weichen?

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Die alten Militärbaracken auf der Oberalp stehen wieder leer. (Elias Bricker/Neue UZ)

Die alten Militärbaracken auf der Oberalp stehen wieder leer. (Elias Bricker/Neue UZ)

Der 48-jährige Andermatter Kurt Moser kochte am vergangenen Samstag zum letzten Mal auf dem Oberalppass. 

Während zwei Jahren hat er die ehemaligen Militärgebäude neben dem Skilift als Gruppenunterkunft Lodge Gotthard Oberalp geführt. 

Zu Beginn glaubte ausser Moser niemand an einen Erfolg. Skeptiker spotteten: «Auf dem Oberalppass ist es zu kalt und zu abgelegen für Touristen.» Oder: «Wer will schon in einer Militärbaracke übernachten?» Moser wertete das einfache Massenlager durch kleine Investitionen auf und hauchte der Unterkunft neues Leben ein. Ferienlager, Vereinsanlässe oder Kurse wurden auf der Oberalp durchgeführt. Innert zwei Jahren wurden 12 000 Übernachtungen registriert. «Für den Winter 2008/09 hätte ich Anfragen für rund 10 000 Übernachtungen», sagt er. 

Vertrag nur für zwei Jahre
Doch die Baracken dürften leer bleiben. Der Pachtvertrag zwischen dem Bund als Liegenschaftsbesitzer und Kurt Mosers einfacher Gesellschaft Lodge Gotthard Oberalp war von Beginn weg auf zwei Jahre begrenzt. Mit Moser wurde damals vertraglich vereinbart, dass nach einem Jahr über einen Kauf diskutiert werde, falls das Geschäft gut anlaufe. 

Armasuisse Immobilien verhandelte denn auch als Vertreterin des Eigentümers mit Moser über eine Verlängerung des Mietvertrages um maximal zwei Jahre. Auf das entsprechende Angebot wollte Moser aber nicht eintreten. «Armasuisse hat mir nämlich klar gemacht, dass sich solventere Käufer für das Objekt interessieren.» Für den abtretenden Pächter ist klar: «Bei einer öffentlichen Ausschreibung könnte ich wohl kaum mithalten.»

Hat auch Sawiris Interesse?
Louis Ziegler von Armasuisse Immobilien bestätigt: «Es gibt einige potenzielle Käufer für das Truppenlager.» Unter anderem besitze die Korporation Ursern ein Rückkaufsrecht für das Grundstück. Und auch die Andermatt Alpine Destination Company, die Firma des ägyptischen Investors Samih Sawiris, habe schon einmal angedeutet, dass sie Interesse am Objekt habe. 

«Für eine weitere touristische Nutzung müsste das Grundstück aber umgezont werden», sagt Ziegler. Ideen für eine andere Nutzung (Hotels und Ferienhäuser) stehen bereits im Raum. Auch auf dem Oberalppass könnte dereinst Sawiris-Goldgräberstimmung aufkommen.

Elias Bricker

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Urner Zeitung.