OBERALPPASS: Der Wolf ist jetzt definitiv in Uri

In der Surselva sind zwei Wölfe unterwegs. Einer von ihnen ist auch auf Urner Gebiet gesichtet worden. Die Urner Jagdverwaltung hat bereits reagiert.

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Der Wolf ist in der Zentralschweiz angekommen. (Bild ap)

Der Wolf ist in der Zentralschweiz angekommen. (Bild ap)

Der Urner Jagdverwalter Josef Walker schliesst schon seit längerem nicht aus, dass der Wolf in Uri heimisch werden könnte. Seit dieser Woche hat er absolut keine Zweifel mehr, dass es bereits so weit ist: «Erstmals haben ihn Privatpersonen vor zwei Wochen gesichtet, ein zweites Mal am vergangenen Montag, und zwar auf der Galerie kurz vor der Oberalp-Passhöhe», sagt Walker.

Bereits im Herbst war im Urnerland der Verdacht geäussert worden, dass sich im Oberalpgebiet ein Wolf aufhalten könnte. «Wir vermuten nun schwer, dass es der gleiche Wolf war, der jetzt nachweislich gesichtet wurde».

Wolfkonzept, um Schäden bei Schafherden gering zu halten
In der Surselva auf der Bündner Seite des Oberalppasses dürften gegenwärtig zwei männliche Wölfe unterwegs sein. Walker: «Kotproben vom Oktober 2007 in Brigels und vom Februar in Panix zeigen unterschiedliche DNA-Strukturen.» Einer der beiden Wölfe hat sich nun auch Richtung Uri aufgemacht.

Die zuständige kantonale Jagdverwaltung hat bereits reagiert: «Wir haben ein Wolfkonzept erarbeitet, das sich im Wesentlichen auf das Wolfkonzept Schweiz des Bundesamts für Umwelt, Wald und Landschaft abstützt», erklärt Josef Walker. Dieses strebt unter anderem an, Schäden bei Schafherden möglichst klein zu halten.

«Es muss davon ausgegangen werden, dass sich der Wolf in diesem Gebiet heimisch macht», betont Walker. «Er wird wieder auftauchen. Deshalb müssen wir präventive Massnahmen treffen.» Als ersten Schritt hat die kantonale Jagdverwaltung beim Amt für Landwirtschaft die Daten zu den Schafalpen im Urserntal, im Oberalpgebiet und im Fellital eingeholt. Insgesamt werden dort rund 16'000 Schafe gesömmert.

Hunde, Zäune und grössere Herden
Welche konkreten Massnahmen könnten konkret ins Auge gefasst werden? Für den Urner Jagdverwalter stehen der Einsatz von Herdenschutzhunden, aber auch eine Behirtung der Alpen oder an elektrisierende Einzäunungen der Nachtlager der Herden im Vordergrund. Anlässlich einer Infoveranstaltung im vergangenen November wurden aber auch Herdenzusammenlegungen als mögliche Massnahme genannt. «Ist der Wolf einmal da, müssen die Schafe in grösseren Herden auf die Alpen getrieben werden. Da 30 Schafe und dort 30 Schafe, das könnte unter Umständen verheerende Auswirkungen haben. Das geht nicht mehr», hiess es damals aus Expertenkreisen.

Experten wissen, dass Wölfe innerhalb von 24 Stunden bis zu 100 Kilometer zurücklegen können. Wird der Wolf sein Revier im Urnerland erweitern? «Es kann durchaus sein, dass er zum Beispiel plötzlich in der Göscheneralp auftaucht», sagt Walker. «Aber ich rechne damit, dass er sich vor allem im Gebiet Surselva heimisch fühlt.»

Bruno Arnold

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Urner Zeitung.