Oberalppass
Insgesamt wurden sechs Millionen in den Lawinenschutz investiert

Bund, Kanton und die Matterhorn Gotthard Bahn (MGB) investierten in die Sicherheit am Oberalppass. Mit Schutzmassnahmen wurde das Risiko auf der Bahnlinie Andermatt – Sedrun minimiert.

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Verbauungen, Spuren- und Radartechnik minimieren das Lawinenrisiko am Oberalppass.

Verbauungen, Spuren- und Radartechnik minimieren das Lawinenrisiko am Oberalppass.

Bild: pd

Termingerecht zur aktuellen Wintersaison wurden zusätzliche Massnahmen für den Lawinenschutz am Oberalppass umgesetzt, mit denen sich die Sicherheit und Verfügbarkeit der Bahnstrecke zwischen Andermatt und Sedrun erhöht. Finanziert wird das Projekt vom Kanton Uri, dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) und der Matterhorn Gotthard Bahn (MGB). Der Oberalppass ist mit 2’033 Höhe der höchstgelegene Abschnitt im 144 Kilometer langen Streckennetz der MGB. Diese schreibt in einer Mitteilung, dass er aufgrund seiner exponierten Lage insbesondere in den Wintermonaten Naturgefahren ausgesetzt sei. Mit den Schutzmassnahmen werden die Verschüttungs- und Schadenhäufigkeit sowie Unsicherheiten in der Gefahrenbeurteilung reduziert. Ziel ist es, die häufigen Schneerutsche und Kleinlawinen in den Lawinenzügen «Staflerbord», «Harte Plangge West» und «Harte Plangge Ost» auf der rechten Talseite möglichst zu verhindern. Der Lawinenzug «Seeplangge» auf der linken Talseite gefährdet das Bahntrassee durch grössere trockene Fliess- und Staublawinen.

Stahlschneebrücken, Schneenetze und Schneehag

In den vergangenen drei Jahren wurden jeweils zwischen Mai und Oktober auf der nördlichen Talseite die beiden bestehenden Lawinenverbauungen im «Staflerbord» und in der «Harte Plangge West» mit drei bis vier zusätzlichen Werkreihen mit über 2300 Metern Stahlschneebrücken, 250 Metern Schneenetzen und 58 Metern Schneezaun ergänzt. Die MGB schreibt dazu:

«In der ‹Harte Plangge Ost› wurde eine neue Lawinenverbauung, bestehend aus 340 Meter Stahlschneebrücken und 84 Meter Schneenetzen erstellt.»

Im Gegenhang Gebiet «Seeplangge» ermöglichen vier fest installierte neue Sprengmasten eine künstliche Lawinenauslösung. Auf die 10 bis 12 Meter hohen Masten lassen sich per Helikopter Magazinkästen mit bis zu 12 Sprengladungen zu 4 bis 5 Kilogramm Sprengstoff montieren. Zusätzlich zu den vier Sprengmasten wurden zwei neue Personendetektionsradare installiert. Vor der künstlichen Auslösung von Lawinen lässt sich mit den Personenradaren bei jedem Wetter und bei Dunkelheit überprüfen, ob sich Personen im Gefahrengebiet aufhalten oder dorthin unterwegs sind. Darüber hinaus können mit den Radaren Lawinen im Auslaufbereich der «Seeplangge» detektiert werden. Der Standort der Radare liegt bei der Pumpstation der Andermatt Sedrun Sport AG auf dem Oberalppass.

Mit dem Projekt realisiert die MGB umfangreiche Massnahmen für den Lawinenschutz beim Oberalppass. Die Kosten belaufen sich auf insgesamt sechs Millionen Franken, sie werden durch das BAFU und den Kanton Uri mitfinanziert. (pd/AH)