OBERGERICHT: Fall Walker: Haft wird geprüft

Ignaz Walker ist seit Montag wieder auf freiem Fuss. Seine neugewonnene Freiheit könnte jedoch schon bald wieder enden.

Drucken
Teilen
Ignaz Walker (rechts) und sein Anwalt Linus Jäggi (links). (Bild: Urs Flüeler/Keystone)

Ignaz Walker (rechts) und sein Anwalt Linus Jäggi (links). (Bild: Urs Flüeler/Keystone)

Da das Bundesgericht Walkers teilweisen Freispruch durch das Obergericht aufgehoben hat, wird ein Haftantrag der Urner Staatsanwaltschaft vom Oktober 2015 wieder aktuell.

Das bestätigt nun auch das Obergericht auf Anfrage unserer Zeitung: Nachdem es «von Journalisten erfahren» habe, dass Walker aus der Haft entlassen wurde, habe das Obergericht ein Haftprüfungsverfahren eröffnet.

Auch Ersatzmassnahmen sind möglich

Dessen Ausgang ist jedoch noch offen. «Anstelle einer erneuten Inhaftierung sind grundsätzlich auch strafprozessuale Ersatzmassnahmen möglich», hält das Obergericht fest. Gemäss Strafprozessordnung kann ein Gericht statt Sicherheitshaft eine oder mehrere mildere Massnahmen anordnen, «wenn sie den gleichen Zweck wie die Haft erfüllen». Dazu gehören beispielsweise eine Ausweis- oder Schriftensperre sowie eine regelmässige Meldepflicht. Letzteres wurde Walker bereits nach der Entlassung aus der rund viereinhalbjährigen Sicherheitshaft im Herbst 2015 bis zur Urteilsverkündung im April 2016 auferlegt.

Die Parteien hätten nun Zeit, sich dazu zu äussern. Bis wann mit einem Entscheid zu rechnen ist, will das Obergericht nicht beantworten. Haftprüfungsverfahren seien nicht öffentlich. (eca)