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Wegen 8 Kilogramm «Speed»: Obergericht verurteilt Dealer

Wegen des Handels mit 8 Kilogramm Amphetamin wurden zwei Männer bedingt zu 17 und 20 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Strafmildernd hat sich wohl die lange Verfahrensdauer ausgewirkt.
Florian Arnold

Das Obergericht bewertet den Tathergang eines Drogendeals gleich, wie dies das Landgericht Uri 2015 tat. Beide Gerichte gehen davon aus, dass ein heute 29-jähriger Mann im Mai 2010 den Deal von 8 Kilogramm Amphetamin («Speed») eingefädelt und abgewickelt hat. Die Ware wurde in die Wohnung eines heute 33-Jährigen gebracht, der sich somit für den Deal mitverantworten muss.

Der 29-jährige Hauptbeschuldigte wird nun zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 20 Monaten verurteilt (Probezeit 5 Jahre). Zudem muss er Gerichts- und Verfahrenskosten in der Höhe von rund 15'000 Franken übernehmen. Der 33-jährige Mitverantwortliche erhält eine bedingte Freiheitsstrafe von 17 Monaten (Probezeit: 4 Jahre) und eine Busse von 500 Franken. Er hat zudem Kosten von rund 20'000 Franken zu tragen.

Verfahrensdauer harsch kritisiert

Die Rechtsvertreter der beiden Beschuldigten hatten in den Verhandlungen Ende Februar den Finger auf die extrem lange Verfahrensdauer gelegt. Dadurch sei das Beschleunigungsgebot der Europäischen Menschenrechtskonvention verletzt worden. Dieses gewährt, dass Verfahren innert angemessener Frist abgewickelt werden. «Es kann nicht angehen, dass man so lange auf eine Verhandlung warten muss», hatte der Anwalt des 29-Jährigen vor Obergericht moniert. Er anerkenne, dass der Fall Walker die Behörden ausserordentlich stark belastet habe. Trotzdem sei der vorliegende Fall nicht so komplex, als dass man ihn nicht früher hätte behandeln können.

Staatsanwaltschaft forderte Verschärfung

Die lange Verfahrensdauer dürfte das Obergericht bei der Urteilsfindung nun berücksichtigt haben. Denn die Strafen fallen geringer aus als jene der Vorinstanz. So hatte das Landgericht den 29-Jährigen zu einer teilbedingten Strafe von 22 Monaten, den 33-Jährigen wegen Vorstrafen gar zu einer unbedingten Strafe von 22 Monaten verurteilt. Die Staatsanwältin hatte für den 29-Jährigen sogar eine Freiheitsstrafe von drei Jahren, davon ein Jahr unbedingt, gefordert.

Bei der Staatsanwaltschaft heisst es auf Anfrage, man warte nun das begründete Urteil ab, man sei aber nach einer ersten Sichtung des Dispositivs grösstenteils mit den Urteilssprüchen zufrieden. Auch der Verteidiger des 29-Jährigen wartet auf das begründete Urteil. Auf Anfrage erachtet er jedoch einen Weiterzug ans Bundesgericht als wahrscheinlich, besonders wegen der hohen Probezeit von fünf Jahren für seinen Klienten.

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