Obwalden
Aus der Not geboren: Im Kantonsspital ist der Hotellerie-Service nicht wegzudenken

Ein Engpass beim Pflegepersonal führte zur Entscheidung: 2001 wurde im Kantonsspital Obwalden der Hotellerie-Service eingeführt. Das kam sowohl beim Spitalpersonal und den Patienten sehr gut an. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

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(AH) Es ist noch gar nicht so lange her, seit der Hotellerie-Service im Kantonsspital Obwalden Einzug hielt: Noch im Jahr 2001 war es Aufgabe der Pflegefachkräfte, bei den Patientinnen und Patienten die Essenswünsche abzuholen, in der Küche das Essen zu bestellen und dieses mit der Tageszeitung auf den Zimmern zu servieren. Diese Arbeit gehört auch heute in einigen Spitälern nach wie vor zu den Aufgaben der Pflege.

Ein feines Essen und ein netter Schwatz können beim Genesungsprozess helfen.

Ein feines Essen und ein netter Schwatz können beim Genesungsprozess helfen.

Bild: PD

Nicht so in Obwalden. Ein Engpass beim Pflegepersonal führte im Kantonsspital Obwalden vor 20 Jahren zur Krisensitzung. Zentrale Fragen waren: Wie kann das Pflegepersonal entlastet werden? Was können andere Personen ohne Pflegeausbildung übernehmen? Also entschieden sich Ärzte, Pflegefachkräfte und das Küchenpersonal zusammen mit der Spitalleitung Anfang 2001 zu folgendem Pilotprojekt: Ein Tätigkeitskatalog wurde erstellt und auf der Station Chirurgie ein Hotellerie-Service ausprobiert.

Entscheidung erhält positive Rückmeldungen

Nach nur sechs Wochen Testphase führte das Kantonsspital Obwalden im Hinblick auf das Patientenwohl am 1. April 2001 den Hotellerie-Service über alle Versicherungsklassen ein. «Heute gehört die exzellente Spitalküche wie auch die Hotellerie des Kantonsspitals Obwalden zum Standard-Service für alle Patientinnen und Patienten», heisst es in einer Mitteilung des Kantonsspitals. Eine Entscheidung, die noch immer auf allen Seiten zu durchwegs positiven Rückmeldungen führt: «Herzlichen Dank für den täglichen und liebevollen Service der Mahlzeiten» oder «Mit einem Zustupf in die Team-Kasse möchten wir uns herzlich für den freundlichen Fünf-Sterne-Service bedanken», werden Rückmeldungen zitiert.

So trägt das Personal der Hotellerie zu den Wohlfühlmomenten der Patienten bei. Ein offenes Ohr oder ein kleiner Schwatz helfen, mit den diversen Schicksalen besser zurechtzukommen. Die Mitarbeiterinnen der Hotellerie sind Vertrauenspersonen und häufig eine direkte und vertraute Ansprechperson.

Auch das Spitalpersonal schätzt die hervorragende Spitalküche und den Einsatz der Hotellerie: «Wir können uns voll auf unsere Arbeit mit den Patientinnen konzentrieren», so Esther Waser, Leiterin Pflege und Hebammen. «Ich weiss, dass ich mich auf die Hotellerie, gerade im Hinblick auf die spezielle Situation von jungen Müttern, voll verlassen kann. Das Essen im Spitalrestaurant ist ebenfalls ein tägliches Highlight.»