OLYMPISCHE SPIELE IN PEKING: Die Hoffnung schwindet in Runden

Bruno Risi und Franco Marvulli fuhren am Dienstag um olympisches Gold. Über Rang 11 waren die meisten enttäuscht, nicht so Bruno Risis Mutter Brigitte.

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Rund fünfzig Fans fieberten in Erstfeld beim Olympiaeinsatz von Bruno Risi und Franco Marvulli mit. (Bild Urs Hanhart/Neue UZ)

Rund fünfzig Fans fieberten in Erstfeld beim Olympiaeinsatz von Bruno Risi und Franco Marvulli mit. (Bild Urs Hanhart/Neue UZ)

Wenige Minuten bis zum Start des Madison-Rennens in Peking. Die rund fünfzig Fans in der Gartenwirtschaft des Hotels Albert in Erstfeld, dem Elternhaus von Bruno Risi, geben sich nach aussen hin noch gelassen. Vater Jacky Risi lehnt sich locker zurück. Nervös sei er nicht, meint er. Aber angespannt. Und voller Hoffnung. «Fest mit einer Medaille zu rechnen, das wäre doch etwas vermessen.»

«Wichtig ist, dass er gesund heimkehrt»
Mutter Brigitte Risi steht derweil nebenan. «Ich habe ganz gut geschlafen», erzählt sie. «Dank einer halben Tablette», fügt sie hinzu. Doch jetzt, kurz vor Rennbeginn, sei sie halt schon extrem nervös. «Das ist eigentlich nie ein gutes Zeichen.» Mütterlicher Instinkt oder böse Vorahnung?

Dem Geschehen auf der Grossleinwand schenkt sie jedenfalls keine Beachtung. Sie könne kein Rennen von Bruno live anschauen. Die Angst sei zu gross. «Die Angst vor einem Sturz», präzisiert sie.  Im «Albert» habe sie deshalb mehrere Kerzen angezündet. Das soll helfen. «Die Goldmedaille wäre natürlich das Pünktchen auf dem i», sagt sie. «Ich würde Bruno diesen Erfolg mächtig gönnen», betont sie. «Aber wichtig ist nur, dass er gesund heimkehrt.»

Peking ist wohl doch nicht in Rufweite
Das Rennen läuft mittlerweile seit gut 25 Minuten. Ein Schluck aus dem Bierglas, noch eine Zigarette, Fingernägel kauen: Jeder geht mit seiner Anspannung anders um. Risi/Marvulli holen sich in diesem Moment die ersten beiden Punkte. Trotzdem gibt man sich im «Albert» weiterhin verhalten optimistisch. «Ihr müsst eine Runde holen, nicht Punkte. Hopp Bruno!», versucht ein Fan die Stimmung anzuheizen.

Direkt vor der Grossleinwand verfolgt Geni Wipfli, Bruno Risis Entdecker, das Geschehen auf der Rennbahn mit Argusaugen. «Jetzt wäre der ideale Moment da», analysiert er ganz sachlich. Nach aussen scheint er ganz ruhig. In seinem Innersten dürfte es anders aussehen. «Jetzt aber, Bruno! Los, mitgehen!», ruft er. Doch sein Schützling reagiert nicht. Peking liegt wohl doch zu weit weg.

Die Enttäuschung nach dem Rennen sitzt tief
Kurz nach 12.30 Uhr: Die argentinischen Olympiasieger Curuchet/Perez feiern ihren unerwarteten Erfolg. Die Gäste im «Albert» verfolgen das Geschehen auf der Leinwand fast apathisch. Kopfschüttelnd. Die Enttäuschung sitzt tief. Nur bei Brigitte Risi nicht: «Ich bin froh, dass es vorbei ist und nichts passiert ist», sagt sie. «Bruno hat sein Bestes gegeben, das Glück war ihm halt nicht hold gesinnt. Wenns nicht geht, dann gehts eben nicht.»

Bruno Arnold

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Urner Zeitung.