OPEN-AIR-KONZERT: Gotthard bringen Granit zum Zittern

Die Kultband Gotthard kommt in dünner Höhenluft alles andere als ausser Puste. Nach dem Pilatus haben die Tessiner nun auch den König der Pässe erobert.

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Gotthard-Frontmann Steve Lee legte auf dem Pass mächtig los. (Bild Keystone)

Gotthard-Frontmann Steve Lee legte auf dem Pass mächtig los. (Bild Keystone)

Wer am Samstag in den Bergen die Stille suchte, machte am besten einen grossen Bogen um die Gotthard-Passhöhe. Dort oben, auf rund 2100 Metern über Meer, wo sich sonst Reisende die Füsse vertreten und Wanderer die imposante Bergwelt geniessen, ging nämlich musikalisch so richtig die Post ab. Und zwar so laut, dass die auf einem Floss im unmittelbar neben dem Open-Air-Gelände gelegenen Lago della Piazza schwimmende Kutsche durch die Schallwellen ins Schwanken geriet. Dass sie nicht ins Wasser plumpste, lag vielleicht an den ungewöhnlichen Zugpferden in Form von zwei schweren Motorrädern, die zur Feier des Tages vorgespannt waren. Ein Bild mit Symbolkraft, denn der Gig mit Gotthard als Hauptgruppe auf dem gleichnamigen Passübergang kam unter anderem deshalb zu Stande, weil der offizielle Klub der Harley-Davidson-Rider an diesem Tag auf dem Nonplusultra aller Schweizer Alpenpässe sein 25-jähriges Bestehen feierte.

Rund 3500 Motorräder
Liebevoll aufgemotzte Feuerstühle dominierten denn auch das Bild auf den Parkplätzen und im oberen Teil der Tremola. Nach offiziellen Angaben der Veranstalter waren es 3500 Harley-Besitzer, die standesgemäss zur Geburtstagsparty cruisten dies bei traumhaften äusseren Bedingungen. Die restlichen der insgesamt 7000 Besucher der Open-Air-Premiere nutzten grösstenteils die Shuttle-Busse ab Andermatt beziehungsweise ab Airolo.

Gölä hadert mit dem Zeitplan
Bis Gotthard-Frontmann Steve Lee und seine Kumpels loslegten, mussten sich deren Fans lange gedulden. Die aufstrebenden Bieler Pegasus sowie Gölä bereiteten das Terrain. Letzterer, der einen Mix aus Mundartliedern und englischen Songs zum Besten gab, hätte liebend gerne länger als knapp 70 Minuten auf der Bühne gestanden. Daraus machte er keinen Hehl: «Als Vorgruppe muss man sich immer so beeilen. Das ist echt mühsam.»

Urs Hanhart

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Urner Zeitung.