Oper kommt frühestens 2022 aufs Rütli

Die für 2021 geplante Grand Opera Wilhelm Tell wird aufgrund der Coronakrise abgesagt. Sie ist frühestens 2022 auf dem Rütli zu sehen - vielleicht in einer redimensionierten Form.

Markus Zwyssig
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Derart imposant soll es dereinst bei den Aufführungen der Grand Opera Wilhelm Tell auf dem Rütli aussehen.

Derart imposant soll es dereinst bei den Aufführungen der Grand Opera Wilhelm Tell auf dem Rütli aussehen.

Illustration: PD

Auf dem Rütli soll die Grand Opera Wilhelm Tell von Gioachino Rossini aufgeführt werden. Und das im grossen Stil. Von einem Budget in der Höhe von rund 8 Millionen Franken war die Rede. Die Aufführungsdaten für das Grossprojekt sind aber inzwischen schon mehrere Male verschoben worden. Jetzt macht das Coronavirus einen Strich durch die Rechnung.

«Der Entscheid, die Aufführungen 2021 abzusagen, ist schweren Herzens gefällt worden», sagt Initiator Urs Althaus auf Anfrage. «Ich gebe nicht so schnell auf, denn ich verfolge das Projekt einer Oper schon lange.» Die Situation sei aber nach wie vor zu unsicher. «Wir wissen nicht, wie lange die Coronakrise noch anhält».

Zu viele Unsicherheiten für ein Grossprojekt

Der Aufwand für ein derartiges Projekt ist immens. «Für eine künstlerische Planungssicherheit und vor allem in Sachen Schifffahrplan und Sicherheitskonzept brauchen wir mindestens ein Jahr Vorbereitungszeit», so Althaus. Die schwierige Topografie des Geländes erschwert eine solche Grossproduktion zusätzlich. Die Zuschauer müssen alle mit dem Schiff zum Rütli transportiert werden. «Welche Einschränkungen es beim Schiffverkehr und bei Grossveranstaltungen gibt und wie lange diese noch gelten, ist zurzeit ungewiss.»

Stiftungen und Sponsoren hätten signalisiert, dass sie auch ein Jahr später dabei sein würden. Trotzdem müsse man nun aber die Verträge neu aushandeln und entsprechend anpassen, sagt Urs Althaus. Er ist aber nach wie vor davon überzeugt, dass die weltberühmte Oper «Wilhelm Tell» dereinst auf dem Rütli aufgeführt werden kann. «Wir prüfen in den kommenden Monaten eine mögliche Aufführung zu einem späteren Zeitpunkt und mit einem allenfalls angepassten Konzept. Vielleicht müssen wir auch vom Umfang her unser Projekt etwas redimensionieren», sagt Althaus. Die Webseite wird der aktuellen Situation angepasst, bleibt aber bestehen. Und er betont: «Dranbleiben wollen wir auf alle Fälle.»

Grossprojekt von Bauen aufs Rütli gezügelt

Im Kanton Uri eine Oper aufzuführen, das plant Urs Althaus schon lange. Vor zehn Jahren war geplant, in Bauen die Oper «La Sonnambula» publikumswirksam zu inszenieren. Das Projekt scheitere aber dran, dass die Pläne nicht mit der Totenruhe vereinbar waren, da auch der Friedhof als Bühne hätte benutzt werden sollen. Danach kam die Idee auf, die Sache auf dem Rütli durchzuziehen und dort die Grand Opera Wilhelm Tell aufzuführen.