Optische Verengungen bei Kreiseln und Verzweigungen sorgen für Diskussionen

Auch die Einmündung beim Bahnhof Altdorf gab im Landrat zu reden. Baudirektor Roger Nager machte aber darauf aufmerksam, dass der Deckbelag noch fehlt.

Markus Zwyssig
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Die optische Verengung bei der Einmündung von der Bahnhofstrasse zum Bahnhof Altdorf gibt zu reden.

Die optische Verengung bei der Einmündung von der Bahnhofstrasse zum Bahnhof Altdorf gibt zu reden.

Bild: Markus Zwyssig (Altdorf, 1. Oktober 2020)

Céline Huber (CVP, Altdorf) wollte in der Fragestunde Auskunft über die optischen Verengungen bei neuen Kreiseln und Einmündungen. Bei der Erneuerung des Kreisels Kollegi habe diese nicht wie gewünscht zur Verkehrssicherheit beigetragen, sondern sei im Gegenteil zu einem Hindernis insbesondere für Velofahrer geworden und musste angepasst werden. Umso überraschter war die Landrätin, dass man bei den Strassenverzweigungen beim Bahnhof Altdorf eine optische Verengung eingebaut habe. Sie sagte:

«Wie beim Kollegi ist die Steinspur für Velofahrer meines Erachtens sehr gefährlich.»

Ein Bub sei ihr kürzlich fast vors Auto gefallen. Zudem sei die Spurführung in der Nacht kaum sichtbar und berge die Gefahr, dass der Autofahrer den Velofahrer verdränge. «Für mich ist es schwer nachvollziehbar, wie der Bus mit der Verengung passieren kann.» Für Huber ist deshalb klar: «Mit diesen teureren optischen Verengungen muss Schluss sein, weil sie für Velofahrer ein wesentliches Risiko darstellen.»

Bei der Planung eines neuen Kreisels würden alle Bedürfnisse der verschiedenen Verkehrsteilnehmer aufgenommen, versicherte Baudirektor Roger Nager. Und das sind einige: Fussgänger, Velofahrer, Automobilisten, Chauffeure von Bussen der Auto AG, Postautos und Lastwagen. «Es haben nicht alle die gleichen Voraussetzungen und auch nicht die selben Bedürfnisse», so Nager. Dementsprechend müsse man einen Mittelweg finden.

Verkehrsverbände hätten Stellung nehmen können

Was bei der Instandsetzung des Kreisels Kollegi geplant wurde, lag öffentlich auf. Die Verkehrsverbände hatten die Möglichkeit, Stellung zu nehmen. Es gab jedoch keine Einsprachen, wie Nager betonte. Speziell in diesem Fall wurde im Vorfeld ein Sicherheitscheck mit unabhängigen Experten durchgeführt. Der angesprochene Absatz wurde dabei nicht bemängelt. Das Amt für Tiefbau habe die Problematik aber erkannt, auch auf Rückmeldung der Velofahrer hin. Die Anpassungen wurden nun vorgenommen, der Stein entsprechend abgeschliffen.

«Das Amt für Tiefbau arbeitet im Zusammenhang mit Strassen und baulichen Massnahmen mit externen Planungsbüros zusammen, welche Wissen, Erfahrung und Know-how zur Verfügung stellen», erklärte Nager. Stets in die Planung miteinbezogen würden auch die aktuellen Normen des Schweizerischen Verbands der Strassen- und Verkehrsfachleute. «Die optischen Verengungen beim Kollegi und die Verkehrsführung beim Bahnhof Altdorf basieren auf den Normen und entsprechen dem Stand der Technik.»

Noch fehlt die Deckschicht beim Kreisel

Auch beim Bahnhof seien die entsprechenden Normen mit dem nötigen Augenmass angewendet worden, versicherte Nager. «Solche Massnahmen gibt es in der ganzen Schweiz und sie werden erfolgreich umgesetzt.» Im Fall der Einmündung beim Kantonsbahnhof wies der Baudirektor aber darauf hin, dass der Deckbelag noch nicht eingebracht sei. «Es kommt noch eine feine Schicht auf die Fahrbahn, welche die Differenz der Steine ausnivelliert.»