ORANG-UTANS: Zwei Urner jagen den Ruf des Waldmenschen

Eine Urnerin lebt sechs Monate unter Orang-Utans. Was sie und ihr Freund im tiefen Dschungel Borneos erlebten, lässt sie auch in der Schweiz nicht mehr los.

Merken
Drucken
Teilen
Immer mit Blick in die Baumkronen: Brigitte Spillmann im Dschungel Borneos. (Bild zVg)

Immer mit Blick in die Baumkronen: Brigitte Spillmann im Dschungel Borneos. (Bild zVg)

Endlich: Da fliegt man rund um den Globus, kämpft sich mit einer Machete durch den dichten Regenwald und plötzlich ist man am Ziel. Mure Wipfli erinnert sich genau an diesen einen Moment: «Er hing einfach so da, mitten in den Blättern. Und er beobachtete uns.»

Er, das ist Jery, ein vier Jahre altes Orang-Utan-Junges. In den nächsten Monaten würde Wipfli noch ein paar Mal auf dieses Tier treffen und kräftig über den Schalk des Affen lachen. Doch nichts kommt dem ersten Kontakt gleich: «Man blickt dem Orang-Utan in die Augen und es wird einem klar: Das ist nicht der Zoo – die leben tatsächlich hier.»

Die Affen fordern Tränen
Der Urner Mure Wipfli ist ein Mann der Tat. Es gibt kaum etwas, das der technisch begabte Bastler nicht ausprobiert hat. Der Blick in die Augen von Jery aber eröffnete ihm eine neue Welt. «Ich war so gerührt, ich hatte Tränen in den Augen.»

Wenige Meter neben Wipfli stand damals Brigitte Spillmann. Die Urner Biologin war bereits seit drei Monaten im Dschungel. Für ihre Master-Arbeit an der Uni Zürich war sie in die Forschungsstation in Tuanan im indonesischen Teil der Insel Borneo gereist.
Hier erforschte Spillmann die Longcalls, die markerschütternden Schreie der dominanten Orang-Utan-Männchen. Mure Wipfli, ein ausgebildeter Tontechniker, hat ihr dabei assistiert.

Was bedeuten Schreie im Wald?
Spillmann will herausfinden, wie die Tiere mit den Longcalls kommunizieren. Von 4 Uhr in der Früh bis abends um 17 Uhr ist sie mit Partner Mure Wipfli oder indonesischen Assistenten den Tieren durch den Regenwald gefolgt.

Immer dabei hatten sie ein Aufnahmegerät und jagten damit den Longcalls nach. «Ich versuche herauszufinden, wie die Weibchen in dieser Region auf die Rufe reagieren», erklärt die Forscherin.

Angel Sanchez

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Urner Zeitung.