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Orchester Erstfeld bietet musikalische Vielfalt

Unter dem Titel «Alles fliesst» spielte das Orchester im voll besetzten Kasino in Erstfeld nicht nur klassische Musik, sondern überraschte auch mit einem Ländler. Ein Highlight des Konzertes war die Uraufführung von Urs Wüthrichs «Aqua Rusila».
Paul Gwerder
Das Jahreskonzert des Orchesters Erstfeld begeisterte das Publikum im Erstfelder Kasino. (Bild: Paul Gwerder, 11. November 2018)

Das Jahreskonzert des Orchesters Erstfeld begeisterte das Publikum im Erstfelder Kasino. (Bild: Paul Gwerder, 11. November 2018)

Das Kasino in Erstfeld platzte beim Jahreskonzert des Orchesters am Sonntagnachmittag aus allen Nähten, denn die 230 Sitzplätze waren schon zehn Minuten vor Beginn restlos besetzt. Unter dem Titel «Alles fliesst» bekam das Publikum zuerst klassische Werke zu hören. Nach der Pause stand die mit Spannung erwartete Uraufführung des Dirigenten Urs Wüthrich auf dem Programm.

Das Orchester Erstfeld besteht seit 1950 und ist ein Verein, in dem sich rund 30 Personen wöchentlich zum Musizieren treffen. 2015 übernahm der langjährige Waldhornist und Vizedirigent Urs Wüthrich die musikalische Leitung.

Stück über 132 Meter hohen Schieferfelsen

Zum Auftakt des Konzertes spielten die Musiker die «Wassermusik» von G. F. Händel. Danach trug das Orchester die Polka «An der Moldau», die Johann Strauss Sohn im Jahr 1874 komponiert hatte, vor. Ein weiterer Leckerbissen war das Werk «Loreley-Paraphrase» von Josef Nesvadba. Die sagenumwobene Loreley ist ein 132 Meter hoher Schieferfelsen am östlichen Rheinufer bei St. Goarshausen und gilt als einer der gefährlichsten Abschnitten des Rheins. Danach gab es den französischen Marsch «Sambre et meuse» von Robert Planquette zu hören. Dieser Militärmarsch gehört am französischen Nationalfeiertag bei den Paraden zum Standardrepertoire. Danach griff Vizedirigent Reto Gisler zum Dirigentenstab, während Urs Wüthrich beim Negro Spiritual «Deep River» selber mit seinem Waldhorn mitspielte.

Ein Konzert ohne eine Komposition des Erstfelders Alfred Zwyer, dem Gründer des Orchesters, wäre undenkbar. So war dann auch die Aufführung seiner Eigenkomposition «Mississippi-Rhapsody» ein absoluter Höhepunkt. Besonders stolz durfte dabei der Dirigent auf seinen Sohn Markus Wüthrich sein, der als Solist am Klavier auftrat. Der bald 93-jährige Zwyer sass selber im Publikum und zeigte mit einem Lächeln, dass er sehr zufrieden mit der Darbietung war.

Gespannt warteten die Besucher nach der Pause auf die Uraufführung mit dem Titel «Aqua Rusila» (Reusswasser) von Orchesterleiter Urs Wüthrich. Niemand im Saal musste sein Kommen bereuen, denn die zwölf Titel, welche in unterschiedlicher Besetzung gespielt wurden, faszinierten die Besucher vom ersten bis zum letzten Ton.

Viele Komplimente nach der Aufführung

Den Auftakt machte der warme Klang einer Klarinette und stellte in acht Takten das Motiv der Reuss vor. Begleitet wurde die Musik von Bildern, welche Wüthrich in den letzten Jahren selber geschossen hatte und die den Kreislauf des Wassers aufzeigten. Nach den Titeln «Animatina», «Rusa» und «Ursa» folgte der «Tango Diabolo», welchen das Bläseroktett unter der Leitung von Marek Levy spielte. In Bildern wurde gezeigt, wie mit Arglist und Betrug gegenüber dem Teufel damals die Schöllenen bezwungen wurde.

Beim Titel «Saxum» verwandelte sich die Musik in einen Ländler, welchen die meisten der Musikliebhaber so noch nie gehört hatten. Zu diesem Ländler soll das Bergvolk damals den Sieg über den Teufel gefeiert haben und Wüthrich verglich diesen Erfolg mit dem historischen Tanz des Landammannes. Beim «Carnevale» bewies Wüthrich, dass er selber ein Fasnachtsliebhaber ist und das Stück passte bestens zu diesem Tag, denn es war der 11. November - der Tag and dem mancherorts auch die langersehnte Fasnacht beginnt. Bei dieser Komposition kam zwischendurch die bekannte Melodie des Urner Katzenmusikmarschs zum Vorschein.

Am Schluss des Konzertes bewiesen die Gäste mit dem lang anhaltendem Applaus, dass ihnen das Konzert bestens gefallen hat und so spielten die Orchestermusiker noch zwei Zugaben - auch den Tango «Rio Negro» - für das Publikum. Die beiden Solisten Flavia Gisler an der Klarinette und Olivia Baumann an der Harfe erhielten wie der Dirigent am Schluss ein Blumenstrauss überreicht.

Nach dem Konzert gab es nur Komplimente zu hören: «Fantastisch, hervorragend und Musik, die unter die Haut ging». Ein Besucher lobte die sauberen Töne der Trompeten und das hervorragende Zusammenspiel. Gemeindepräsidentin Pia Tresch sagte: «Es war für mich ein irrsinnig lässiger Abend, an dem es mir keine Sekunde langweilig wurde, denn ich konnte die Musik in vollen Zügen geniessen. Und ich bin sehr stolz, dass Erstfeld ein solch hervorragendes Orchester hat.»

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