Verkehr
Am Gotthard bleibt am Karfreitag der Osterstau bisher aus – am Gründonnerstag waren es «nur» drei Kilometer

Der gefürchtete Osterstau am Gotthard ist am Gründonnerstag und am Karfreitag bisher ausgeblieben. Nach 14 Uhr am Donnerstag nahm der Verkehr langsam zu. Es kam zu kürzeren Wartezeiten.

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Weitgehend freie Fahrt am Gotthardtunnel, nur am Donnerstagabend gab es bisher etwas Stau.

Video: Silvy Kohler Keystone-SDA

(abi/rem/spe/rwa) Am Freitag rollt der Verkehr durch den Gotthardtunnel. Bislang liegen keine Staumeldungen vor und auch die Webcams auf der TCS Website zeigen keine Blechlawine vor dem Nordportal bei Göschenen. Der Stau vom Donnerstagabend hat sich demnach aufgelöst.

Von damals stammt die letzte Meldung, als sich kurz vor 20 Uhr die Autos auf einer Länge von drei Kilometern stauten.

Seit kurz nach 14 Uhr staute es am Donnerstag vor dem Gotthard-Strassentunnel in Richtung Süden. Um 18 Uhr betrug die Staulänge vor dem Nordportal zwei Kilometer. Es war mit einem Zeitverlust von bis zu 20 Minuten zu rechnen.

Das Tessin erwartet einen Ansturm der Touristen aus der Deutschschweiz. Gleichzeitig handelt es sich wegen der Coronapandemie um einen rein «innerschweizerischen» Stau. Das fehlen der ausländischen Automobilisten dürfte sich bemerkbar machen. «Wir rechnen dieses Jahr mit einem erhöhten Osterverkehr. Jedoch wird er sich nicht im gleichen Ausmass wie in den Jahren 2018 oder 2019 entwickeln», erklärte Thorsten Imhof, Chef Bereitschafts- und Verkehrspolizei Uri, letzten Freitag auf Anfrage der Luzerner Zeitung.

Sicher ist, dass sich die Bilder aus dem vergangenen Jahr nicht wiederholen werden. Im April 2020 blieben die Leute wegen der sich ausbreitenden Coronapandemie mehrheitlich zu Hause, die Fahrbahn in Richtung Süden war leer. Gemäss Urner Kantonspolizei betrug das Verkehrsaufkommen während Ostern 2020 nur rund zehn Prozent im Vergleich zu früheren Jahren.

Auf der Alpensüdseite erwartet die Reisenden sommerliches Wetter. So wurden beispielsweise bereits am Mittwochnachmittag an den Messsationen Cevio und Biasca 25 Grad gemessen, wie Meteonews auf Twitter bekannt gab.

Wann in Richtung Süden fahren?

Wer das Warten vor dem Gotthardtunnel umgehen will, dem ist die Fahrt am frühen Mittwoch- oder Gründonnerstagmorgen zu empfehlen. Je nach Abfahrts- und Zielort kann alternativ über die A13 San Bernardino-Route ausgewichen werden.

Wann die Heimreise antreten?

Die besten Rückfahrtzeiten erweisen sich spätabends am Ostersonntag, sowie frühmorgens am Ostermontag. Auch hier stehen für die aktuelle Situation keine Erfahrungswerte zur Verfügung. Für die Rückreise gilt wiederum die San Bernardino-Route als Alternative.

Kann ich über den Gotthard ausweichen?

Nein. Am Gotthardpass besteht Wintersperre. Der Pass dürfte wie in den Vorjahren erst Ende Mai für den Verkehr freigegeben werden.

Wo ist sonst noch mit Stau zu rechnen?

Da viele Pässe gesperrt sind, kann es an den Verladestationen zu Wartezeiten kommen. Im Fokus stehen laut Viasuisse bei der Hinreise die Furka in Realp, der Lötschberg in Kandersteg und die Vereina in Klosters-Selfranga. Dies gilt auch für die Rückreise an der Furka in Oberwald, am Lötschberg in Goppenstein und an der Vereina in Lavin-Sagliains. Je nach Wetter kann es zudem in sämtlichen Bergregionen, in den Naherholungsgebieten und in der Nähe von Seen, zu erhöhtem Verkehrsaufkommen kommen.

Stauentwicklung am Gotthard-Nordportal über Ostern in den Jahren 2016 bis 2020

1 Kilometer Stau entspricht mindestens 10 Minuten Wartezeit.

1 Kilometer Stau entspricht mindestens 10 Minuten Wartezeit.

Grafik Viasuisse