Parzelle und zwei Villen statt Vertrag

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Vorgeschichte Aufgrund eines Vertrags zwischen der Korporation Ursern und dem VBS erbringt die Armee im militärischen Notspital in Andermatt diverse Leistungen zur medizinischen Grundversorgung der Bevölkerung und der Gäste des Urserntals. So stellte sie etwa jahrzehntelang kostenlos den Ambulanzdienst und einen Teil der medizinischen Notfallversorgung (Röntgen etc.) sicher. Dieser Vertrag wird per Ende 2016 aufgelöst. Ab 1. Dezember 2016 wird das Gesundheitszentrum Ursern die bisherigen medizinischen Leistungen des Notspitals erbringen.

Gemäss Leistungsauftrag des Kantons hat das Kantonsspital Uri (KSU) den strassengebundenen Rettungsdienst in Uri zu gewährleisten. Dazu betreibt es einen Stützpunkt in Altdorf (24 Stunden/365 Tage) und – nach dem Rückzug der Armee – seit dem 1. April 2016 auch einen solchen in Andermatt (12 Stunden/365 Tage; Nachtabdeckung durch die Rega). Im Voranschlag 2017 des Kantons sind als Abgeltung für den Betrieb des Rettungsdiensts in Altdorf und Andermatt 920000 Franken budgetiert.

Bürger zeigen sich äusserst grosszügig

Als Abgeltung für die Auflösung des Notspitalvertrags konnte die Korporation Uri vom VBS im Frühjahr 2015 die Parzelle 254 an der Gotthardstrasse übernehmen, auf der zwei schützenswerte ehemalige Kommandogebäude stehen. Im Oktober 2015 erteilten die Bürger der Korporation Ursern dem Talrat die Kompetenz, von der Post für maximal 850000 Franken die Parzelle 255 zu erwerben. Gleichzeitig wurde der Talrat ermächtigt, der Stiftung Betagten- und Pflegeheim Ursern insgesamt 2340 m2 im Baurecht ab den Parzellen 254 und 255 zu einem jährlichen Baurechtszins von 23400 Franken abzugeben. Damit machten die Bürger den Weg frei für den Bau des neuen Seniorenzentrums auf der Postparzelle einerseits und zum Umbau der Armeevilla Süd in ein ­Gesundheitszentrum anderseits. Die Korporation Ursern hat weiter beschlossen, das Kommandogebäude Süd mit einem geschätzten Wert von 1 Million Franken der Stiftung im Sinne eines zinslosen Darlehens zu überlassen. Am 18. Oktober 2015 genehmigten die Andermatter an der Urne im Weiteren ein zinsloses Darlehen von 2 Millionen Franken für das rund 18 Millionen Franken teure Senioren- und Gesundheitszentrum Ursern. (bar)