Schweizer Meisterschaften: Schattdorfer Biker gewinnt Bronze 

Patrick Tresch fährt an den Schweizer Meisterschaften in Gränichen bei den Masters auf das Podest. Linda und Reto Indergand konnten nicht ganz überzeugen, dafür aber Nachwuchsfahrer Fabio Püntener.

Roland Jauch
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Er hat Grund zum Strahlen: In der Kategorie Masters holt Patrick Tresch Bronze. (Bild: Roland Jauch, Gränichen, 2. Juni 2019)

Er hat Grund zum Strahlen: In der Kategorie Masters holt Patrick Tresch Bronze. (Bild: Roland Jauch, Gränichen, 2. Juni 2019)

Nach den guten Ergebnissen in den Weltcups und vergangenen Proffix Swiss Bike Cups durften die Urner Bikerinnen und Biker auch in diesem Jahr an den Schweizer Meisterschaften in Gränichen AG mit Medaillenhoffnungen an den Start gehen. Gab es 2018 in Andermatt noch eine Silber- und zwei Bronzemedaillen zu feiern, fiel die Ausbeute dieses Jahr mit «nur» einer Bronzemedaille bescheidener aus.

Das Rennwochenende war geprägt durch die heissen Temperaturen. In einigen Rennabschnitten brannte die Sonne gnadenlos auf die Athleten und die zahlreich angereisten Urner Fans. Weltmeister Nino Schurter hatte mit der Hitze absolut keine Probleme. Nur Titelverteidiger Mathias Flückiger vermochte ihm zu folgen, musste dann in der vorletzten Runde aber auch abreissen lassen. Schurter holte dann bis ins Ziel noch über eine Minute Vorsprung auf Flückiger heraus. Dritter wurde Florian Vogel. Für Schurter ist es bereits der achte Schweizer Meistertitel.

Reto Indergand büsst für schnellen Rennstart

Motiviert durch seine guten Weltcupergebnisse versuchte Reto Indergand in den ersten beiden Runden das hohe Tempo mitzugehen. In der Mitte des Rennens büsste er dafür. Er verlor den Anschluss und fiel einige Ränge zurück. In den letzten beiden Runden konnte er sich auffangen und auch seine Rundenzeiten verbessern. Dadurch arbeitete er sich auch wieder einige Ränge nach vorne und beendete das Rennen als Siebter. Indergand hatte sich mehr erhofft. Bei ihm machte sich nach sechs Rennwochenende eine mentale Müdigkeit bemerkbar, wie er nach Rennende sagte. Die zweiwöchige Wettkampfpause wird ihm nun gut tun.

Reto Indergand fährt auf den 7. Rang. (Bild: Roland Jauch, Gränichen, 2. Juni 2019)

Reto Indergand fährt auf den 7. Rang. (Bild: Roland Jauch, Gränichen, 2. Juni 2019)

Ebenfalls ein Anwärter auf einen Spitzenplatz war der U 23-Fahrer Fabio Püntener. Auf die Verteilung der Medaillen hatte am Ende er aber keinen Einfluss. Püntener konnte aber nach einer etwas verpatzten Startphase in die Spitzengruppe vorstossen und mit dieser mitfahren. Am Schluss resultierte für ihn der sehr gute 5. Rang. Ein Lächeln in seinem Gesicht zeigte denn auch seine Zufriedenheit nach dem Rennen.

Erkältung schwächt Linda Indergand

Bei den Frauen zeigte Jolanda Neff einmal mehr, wer die Meisterin im Schweizer Bikesport ist. In überlegener Manier holte sie sich ihren vierten aufeinanderfolgenden Schweizer Meistertitel. Es ist der fünfte insgesamt für sie, was sie zur Rekordmeisterin macht. Silber gewann Kathrin Stirnemann, Bronze ging an Ramona Forchini.

Linda Indergand konnte das Rennen nicht in Vollbesitz ihrer Kräfte in Angriff nehmen. (Bild: Roland Jauch, Gränichen, 2. Juni 2019)

Linda Indergand konnte das Rennen nicht in Vollbesitz ihrer Kräfte in Angriff nehmen. (Bild: Roland Jauch, Gränichen, 2. Juni 2019)

Nach ihrem 6. Rang beim Weltcup in Nove Mesto vor einer Woche galt Linda Indergand als heisse Anwärterin auf einen Medaillenrang. Indergand zog sich aber nach Nove Mesto eine Erkältung zu, was sie etwas schwächte. Zudem haderte sie etwas mit dem Entscheid, die drei Damenkategorien (Elite, U 23, Juniorinnen) trotz unterschiedlicher Rundenzahlen gemeinsam starten zu lassen. Indergand war lange mit Ramona Forchini unterwegs auf Medaillenkurs. Jaqueline Schneebeli, die Siegerin bei den Juniorinnen, befand sich ebenfalls in dieser Gruppe. In einer Abfahrt konnte sich Forchini dann von Indergand, die von Schneebeli gebremst wurde, leicht absetzen. Die so entstandene Lücke konnte sie dann nicht mehr schliessen.

Das Rennen der U 23-Frauen war eine klare Angelegenheit für Sina Frei. Nicole Koller wurde Zweite, Bronze holte Léna Mettraux. Die Silenerin Melanie Tresch zeigte eine starke Leistung bei ihren ersten Medaillenkämpfen an Schweizer Meisterschaften bei den U23 Frauen. Sie fuhr als Neunte über die Ziellinie, wird in der Rangliste aber als Achte aufgeführt, da die Fahrerin vor ihr mit einem Status «nicht gestartet» aufgelistet ist. Trotz dieses Resultats zeigte sich Tresch nicht ganz zufrieden.

Nachwuchs holt zwei Podestplätze

(jr) Rolf Furrer, Co-Leiter der IG Radsport Uri, zeigte sich mit den Ergebnissen seiner Schützlinge sehr zufrieden. Furrer war auch glücklich über die Leistungen der Jüngsten aus der IG Radsport Uri. Diese waren am Samstag im Rahmen vom Proffix Swiss Bike Cup im Einsatz. Elena Frei mit ihrem zweiten Rang bei den Rock Mädchen und Andres Wicki bei den Cross Knaben konnten zwei weitere Podestplätze einfahren. Auch der sehr gute 13. Rang von Sven Gerig strich Rolf Furrer heraus.

Patrick Tresch fährt schnellste Schlussrunde

Die Kohle aus dem Feuer für die Urner holte Patrick Tresch. Der Schattdorfer zeigte nach der Silbermedaille im vergangenen Jahr, dass er auch bei diesen Schweizer Meisterschaften in sehr guter Form ist. Tresch startete sehr gut ins Rennen und befand sich hinter dem Duo Jürg Graf und Nicolas Luthi, die unter sich in dieser Reihenfolge die ersten beiden Plätze teilten, in einer Verfolgergruppe.

Ende der dritten Runde war Tresch dann alleine unterwegs auf dem 3. Rang, bevor er von einer Gruppe eingeholt wurde. Der wiederholte Medaillenrang war damit wieder in akuter Gefahr. Treschs Vorteil war, dass er mit dieser Gruppe mitfahren und so wieder etwas an Kraft tanken konnte. Mit der schnellsten Schlussrunde aller Teilnehmer konnte Tresch sich dann wieder entscheidend distanzieren und solo auf dem Bronzerang die Ziellinie passieren.