Personalentscheide bei Behörden sorgen für Wirbel

Gleich mehrere Urner Führungspersonen verabschieden sich – teils unfreiwillig.

Lucien Rahm
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Für Aufregung unter den Urner Reformierten sorgt 2019 die Entlassung von Pfarrerin Rahel Eggenberger. Der Kirchenrat der evangelisch-reformierten Kirche Uri hat ihr im Januar gekündigt, am 10. Mai wird sie per sofort freigestellt. Das ruft an der Kirchgemeindeversammlung drei Tage später kritische Voten hervor. Manche verlangen, dass die Kündigung rückgängig gemacht wird.

Auch Eggenberger selbst akzeptiert ihre Entlassung nicht und reicht beim Regierungsrat eine Beschwerde ein. Die Kündigung sei nicht rechtens, Pfarrpersonen seien öffentlich-rechtlich angestellt. Auch der Regierungsrat sieht dies so, wie im September bekannt wird. Was genau den Kirchenrat zur Kündigung bewegte, darüber schweigt er sich bis heute aus. Das Verfahren ist noch hängig.

Mehrfach-Rücktritt in der Urner Kesb

Gleich alle drei Mitglieder der Urner Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) geben ihre Stelle auf. Am 15. November gibt die Sozialdirektion bekannt, dass Jules Busslinger das Amt des Kesb-Präsidenten von Vorgängerin Barbara Eastwood ab Februar 2020 übernimmt. Busslinger arbeitet bereits seit Mai interimistisch.

Auch die Kündigung des Vorstehers des Amtes für Soziales muss FDP-Sozialdirektorin Barbara Bär hinnehmen. Samuel Bissig geht im Februar 2020.

BWZ-Rektor ist nach halbem Jahr wieder weg

Zum Jahresende hin trifft es dann auch noch den Rektor des Berufs- und Weiterbildungszentrums Uri (BWZ). Philipp Etter wird per Ende Februar 2020 entlassen, wie die Urner Bildungsdirektion am 18. Dezember bekannt gibt. «Zwischen dem neuen Rektor und der Kommission gibt es unterschiedliche Ansichten, wie man das BWZ erfolgreich führen soll», sagt Peter Gamma, Präsident der BWZ-Schulkommission.

Etter sagt gegenüber unserer Zeitung, dass er «gewisse Verflechtungen unter den verschiedenen Akteuren» spüre, die er «gerne durchbrechen» würde. Er hat seine Stelle erst Anfang August angetreten und sich noch in der Probezeit befunden.