Kommentar
Petition gegen Kreisel in Schattdorf: Der Widerstand kommt zu spät

Es wäre falsch, die neue West-Ost-Verbindung, von der ein grosser Teil des Talbodens profitieren soll, jetzt neu aufzurollen.

Markus Zwyssig
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Markus Zwyssig, Redaktor der Urner Zeitung.

Markus Zwyssig, Redaktor der Urner Zeitung.

Bild: Florian Arnold.

Der geplante Kreisel bei der Schächenbrücke erhitzt die Gemüter. 1750 Schattdorfer haben eine Petition unterschrieben, in der sie fordern, dass die Gotthardstrasse gegen Süden direkt vom Kreisel aus erschlossen werden soll. Kommt der Kanton dem Anliegen der Petitionäre nach, beginnt der eigentlich abgeschlossene Planungsprozess nochmals von vorne. Dadurch würde sich die neue West-Ost-Verbindung (WOV) um Jahre verzögern. Eine rasche Umsetzung tut aber Not. Die WOV und die flankierenden Massnahmen sollen helfen, die Siedlungsgebiete endlich vom stetig steigenden Durchgangsverkehr zu entlasten.

Strassenbauprojekte haben es immer schwer – nicht nur in Schattdorf. Und dass 1750 Personen eine Petition unterschreiben, zeugt davon, dass sich die Bevölkerung vom Kanton nicht ernst genommen fühlt.

Dennoch: Der Widerstand aus Schattdorf kommt zu spät, die Planung ist abgeschlossen. Es wäre falsch, ein Projekt, von dem ein grosser Teil des Talbodens profitieren soll, jetzt neu aufzurollen. Es gilt, nach vorne zu schauen und die richtigen Massnahmen zu ergreifen, damit die Siedlungen tatsächlich vom Durchgangsverkehr entlastet werden. Dazu gehören etwa ein Fahrverbot für Lastwagen im Dorf oder die Einführung von Tempo 30.