Pfahlbau am Bahnhof Altdorf soll leiser werden

Nachdem das Projekt Reussacher wegen der Pfählerei für Widerstand der Nachbarschaft sorgte, haben sich die Beteiligten im Vorfeld des Bauprojekts Cubo zusammengerauft.

Carmen Epp
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Die geplante Überbauung Cubo auf der westlichen Seite des Bahnhofs Altdorf im Gebiet Byfang. (Visualisierung: PD)

Die geplante Überbauung Cubo auf der westlichen Seite des Bahnhofs Altdorf im Gebiet Byfang. (Visualisierung: PD)

«Tack! Tack! Tack!» – an dieses Geräusch vom Sommer 2018 können sich die Bewohner des Byfang ennet der Bahngeleise in Altdorf noch bestens erinnern. Damit das siebenstöckige Wohn- und Geschäftshaus Reussacher der CAS-Gruppe nicht dereinst im Boden versinkt, wurden damals insgesamt 120 Betonpfähle mit kontinuierlichen Hammerschlägen in den Boden gerammt – was nicht nur für Lärm, sondern auch für Erschütterungen in der Nachbarschaft sorgte (unsere Zeitung berichtete).

Nach fast einem Jahr Pause erklingt das «Tack! Tack! Tack!» am Bahnhof Altdorf bald wieder von neuem. Auch für das nächste Bauprojekt der CAS-Gruppe mit dem Namen Cubo, das nördlich des ersten Baus im Altdorfer Byfang zu stehen kommt, müssen Betonpfähle für den nötigen Halt sorgen.

Dasselbe Verfahren, aber weniger Lärm

René Chappuis, CEO der CAS Gruppe AG. (Bild: PD)

René Chappuis, CEO der CAS Gruppe AG. (Bild: PD)

Im Gegensatz zum Sommer 2018 dürfte sich die Situation für die Anwohner diesmal aber angenehmer gestalten. Dies, weil sich die Beteiligten im Rahmen des Baubewilligungsverfahrens für Cubo inzwischen zusammengerauft haben. «Ohne Pfahlbau geht es auch diesmal nicht», erklärt René Chappuis, CEO der CAS-Gruppe. «Wie bereits beim benachbarten Wohn- und Geschäftshaus Reussacher kann der Boden unter dem geplanten Cubo das Gebäude nicht halten.» Sowohl die CAS-Gruppe als auch das Amt für Umweltschutz Uri haben die verschiedenen Verfahren auf diverse Kriterien hin überprüft und einander gegenübergestellt, beide mit demselben Ergebnis, dass das bereits 2018 gewählte Pfahlverfahren «Rammpfahl mit Vollverdränger» die beste Lösung ist.

Müssen die Nachbarn also schon bald mit denselben Immissionen rechnen wie im Sommer 2018? Chappuis verneint:

«Wir haben freiwillig zusätzliche Massnahmen getroffen, um die Rammarbeiten so optimal wie möglich ablaufen zu lassen.»

Insbesondere sei es dem Unternehmen ein Anliegen, besondere Rücksicht auf die Anwohner zu nehmen. Anders als im Sommer 2018 wird beim Cubo vor den Pfahlarbeiten ein Voraushub gemacht. Dadurch werden die Pfähle kürzer, die in den Boden gerammt werden müssen. Und da der Hammer in diesem Aushub arbeiten kann, sollen dessen Schläge in der Nachbarschaft weniger gut hörbar sein. Um diesen Effekt noch zu verstärken, wird bei den nächstgelegenen Liegenschaften östlich und südlich der Baustelle als Lärmschutz eine 2,5 Meter hohe Abschirmung aus Holz errichtet.

Mittagsschlaf kann verlängert werden

Ausserdem habe sich die CAS-Gruppe entschlossen, die gemäss Baulärmrichtlinien erlaubten Arbeitszeiten für lärmintensive Arbeiten zu unterschreiten. So ertönt das «Tack! Tack! Tack!» beim Byfang wochentags von 7 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr. Das führe zwar zu mehr Mann- und Maschinenstunden und damit auch zu Mehrkosten für die CAS-Gruppe, gibt Chappuis zu bedenken. Trotzdem wolle man den Anwohnern gerade den wertvollen Mittagsschlaf nicht nehmen.

Mit diesen Massnahmen hätten sich alle Beteiligten einverstanden erklärt, sodass erste vorbereitende Bauarbeiten für das Projekt Cubo bereits beginnen konnten. Die Rammarbeiten dürften Mitte oder Ende Juni durchgeführt werden und zwei bis drei Wochen dauern.