Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Pflegestation in Altdorf schliesst ihre Türen endgültig

Die Nachfrage der Langzeitpflegeplätze der «Geriatrie» im Kantonsspital Uri hat in den vergangenen Jahren stark abgenommen.
Ende Juni 2020 ist Schluss: Die Langzeitpflegestation «Geriatrie» stellt den Betrieb ein. (Bild: PD)

Ende Juni 2020 ist Schluss: Die Langzeitpflegestation «Geriatrie» stellt den Betrieb ein. (Bild: PD)

(RIN) Ende Juni 2020 wird die im Volksmund unter dem Namen «Geriatrie» bekannte Pflegestation des Kantonsspitals Uri (KSU) endgültig geschlossen. Damit ende eine seit Jahrzehnten mit viel Wissen betreute Langzeitpflege, die immer weniger in Anspruch genommen wurde, wie es in der Mitteilung des KSU heisst.

Nach dem Gesetz über die Langzeitpflege stellen die Gemeinden für ihre Wohnbevölkerung die Versorgung in der stationären Langzeitpflege sicher. Der Kanton gewährleistet hingegen die ambulante Langzeitpflege und die Spitalversorgung. Vor diesem Hintergrund entschied der Kanton in Zusammenarbeit mit dem KSU bereits im Frühjahr 2013, spätestens mit der Inbetriebnahme des Neubaus im KSU keine stationären Langzeitpflegeplätze mehr anzubieten. In der Folge informierte das zuständige kantonale Amt die Einwohnergemeinden und die kantonalen Pflegeinstitutionen über die absehbare Schliessung der Langzeitpflege im KSU. Bei der Überarbeitung der Urner Pflegeheimplanung 2016 wurde der Wegfall der vom KSU angebotenen Langzeitpflegeplätze entsprechend berücksichtigt.

Der Regierungsrat orientierte im Verlauf der beiden Volksabstimmungen zum Neubau des KSU den Landrat und die Bevölkerung über diese Entwicklung. Seit 2013 schloss das KSU mangels Nachfrage zwei der drei Langzeitpflegestationen. Von den ursprünglich 39 Langzeitpflegeplätzen werden heute noch 16 betrieben. Im Durchschnitt nehmen bisher noch sechs Personen die Langzeitpflege in Anspruch. Zusätzlich können drei bis sieben Bewohnerinnen und Bewohner als Kurzzeitpatienten betrachtet werden, denn diese würden in ihr «Wunschpflegeheim» wechseln, sobald dort ein Bett frei wird, heisst es weiter.

Qualität soll bis Ende Juni gewährleistet sein

Rechtzeitig seien auch die Mitarbeiter des KSU über die geplante Schliessung der Langzeitpflegeabteilung in Kenntnis gesetzt worden. Entsprechend orientiere sich seither das Fachpersonal am Arbeitsmarkt. Die Spitalleitung sei jedoch sehr darum bemüht, die notwendige Qualität für die stationäre Langzeitpflege bis am 30. Juni 2020 zu gewährleisten.

Statistik zu den Alters- und Pflegeheimen in Uri: Hochbetagte leben im Schnitt 1,9 Jahre im Heim

(RIN) Anfang 2018 verfügten die zehn Alters- und Pflegeheime im Kanton Uri über 566 stationäre Plätze für Pflege und Betreuung. Die Heime waren im Jahresdurchschnitt zu 93,2 Prozent ausgelastet. Der Anteil der Urner ab 65 Jahren, der in einem Alters- und Pflegeheim lebt, ist seit Jahren rückläufig. Im Vergleich zu den anderen Zentralschweizer Kantonen war er 2018 weiterhin am grössten. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit eines Heimeintritts. In der Altersgruppe der 95-Jährigen und Älteren lebten sieben von zehn Urnern im Heim.

2018 wurden in den Urner Alters- und Pflegeheimen 356 Eintritte verzeichnet. 37 Prozent von ihnen initiierten einen Kurzzeitaufenthalt; der Rest erfolgte mit langfristiger Absicht. Fast ein Drittel aller 224 Langzeiteintritte erfolgte von zu Hause aus. Die durchschnittliche Dauer eines Langzeitaufenthalts blieb weiter rückläufig und betrug noch 1,9 Jahre. In den Urner Alters- und Pflegeheimen wurden 2018 rund 192'000 Heimtage fakturiert, knapp 18'000 Tage weniger als 2011. Im Jahresmittel waren in den Urner Alters- und Pflegeheimen 508 Vollzeitstellen besetzt. Dies geht aus einer kürzlich veröffentlichten Statistik von Lustat hervor. Weitere Auswertungen zu den Alters- und Pflegeheimen im Kanton Uri findet man unter: www.lustat.ch.

Aktuell befinden sich in der «Geriatrie» keine Bewohner, die aus medizinischer Sicht im KSU behandelt werden müssen. Alle Bewohnerinnen und Bewohner können zurzeit durch das Fachpersonal einer anderen Urner Pflegeeinrichtung betreut werden. In jedem Fall werde zusammen mit den Angehörigen nach der bestmöglichen Lösung gesucht, schreibt die KSU in ihrer Mitteilung. Diese Aufgabe übernimmt spitalintern der Sozialdienst, welcher bereits heute im engen Kontakt mit den Angehörigen stehe.

Das Kantonsspital Uri wird auch in Zukunft Patientinnen und Patienten aufnehmen, die auf eine Langzeitpflege mit erhöhter ärztlicher Betreuung angewiesen sind. Damit werde sichergestellt, dass solche Patienten nicht ausserkantonal untergebracht werden müssen, wie das KSU weiter schreibt. Im Rahmen der bestehenden Gesetzgebung erarbeite das Kantonsspital Uri aktuell mit den Einwohnergemeinden eine Lösung. Der Kontakt zu den Gemeinden, die für die Langzeitpflege und somit für die Finanzierung zuständig sind, war Mitte 2018 über den Gemeindeverband hergestellt worden.

«Die meisten können eine andere Stelle antreten»

Die Spitalleitung dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Langzeitpflege und der Aktivierungstherapie für ihre wertvolle Arbeit zu Gunsten der Bewohnerinnen und Bewohner. Die Mitarbeiter hätten in den vergangenen Jahren trotz der unsicheren Entwicklung eine qualitativ und menschlich hervorragende Arbeit geleistet. Laut der Mitteilung des Kantonsspitals Uri ermöglichen die Veränderungen, die der Um- und Neubau mit sich bringt, dass die meisten Mitarbeiter im Akutspital eine andere Stelle antreten können.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.