Urner Pianist lädt zu einer Zeitreise ein

Karl Arnold gibt am 19. Januar in Altdorf ein Solo-Konzert. Zu hören sind Werke aus drei musikalischen Epochen.

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Karl Arnold überzeugte vor einem Jahr bei seinem Solokonzert ein grosses Publikum. Jetzt findet wieder eine Klavier-Soirée statt.

Karl Arnold überzeugte vor einem Jahr bei seinem Solokonzert ein grosses Publikum. Jetzt findet wieder eine Klavier-Soirée statt.

Bild: Georg Epp (Altdorf, Januar 2020)

Den Namen Karl Arnold verbindet man im Kanton Uri vor allem mit Kirchenmusik. Vor einem Jahr hat der Bürgler Musiker ein «Certificate of Advanced Studies» absolviert und damit seinen Fokus vermehrt auf das Klavierspiel gesetzt. Abgeschlossen hat er dieses Zusatzstudium mit einem Konzert in der Altdorfer Hagen-Halle. Damit hat Arnold wohl einen Nerv getroffen, denn die Konzertlokalität war bis auf den letzten Platz besetzt. Nun will er an diesen Erfolg anknüpfen und lädt diesen Januar wieder zu einer Klavier-Soirée ein.

Mit dem Programm allerdings tat er sich schwer, wie er sagt. «Das war eine Zangengeburt.» Eigentlich habe er ein Werk von Schumann aufführen wollen. Doch irgendetwas habe ihn davon abgehalten. «Man muss auf die Bewegungen des Geistes reagieren», so Arnold und so habe er sich entschieden, ein anderes Konzept zu wählen. Herausgekommen ist ein Konzertprogramm mit drei Komponisten aus drei unterschiedlichen Epochen. Im Beethoven-Jahr 2020 – der 250. Todestag wird in diesem Jahr begangen – darf eine Sonate des grossen Komponisten nicht fehlen. Arnold hat die Nummer 18 in Es-Dur gewählt. Diese zeichnet sich durch feinsinnige Spielfreude aus. Immer wieder schimmern dieselben Motive durch, und die italienischen Einflüsse können nicht verborgen werden.

Klangfarben des Klaviers wurden erweitert

Starten wird Arnold mit der Französischen Suite in G-Dur von Johann Sebastian Bach. Diese besteht aus sieben Tänzen. Gespielt wurden sie seinerzeit auf Cembalo oder Clavichord – für viele Pianisten zählen die Französischen Suiten aber ebenfalls zum Standardrepertoire. Mit der ersten Serie der «Image» von Claude Debussy öffnet Arnold schliesslich die Welt des musikalischen Impressionismus. In der Musik spielen die atmosphärischen Stimmungen der Natur nachempfunden eine wichtige Rolle. In jener Epoche wurden die Klangfarben des Klaviers erweitert und es eröffneten sich weitere Ausdrucksmöglichkeiten. Mit dem letzten Stück, «Mouvement», wird zudem wieder der Bogen zu Johann Sebastian Bach geschlagen, denn dieses Stück erinnert an eine Toccata aus dem Barock.

Das Publikum erfährt eine Zeitreise durch verschiedene Weltbilder, welche Gesellschaft aber auch Musik prägten. Angefangen mit dem Barock, als absolutistische Herrscher in Kirche und Staat das Sagen hatten. Gefolgt von der Wiener Klassik wie auch der Romantik, die auf den Idealen des Humanismus und der Selbsterfüllung des Menschen aufbauen. Im Impressionismus besinnt sich die Gesellschaft auf die Natur. Karl Arnold ist getrieben davon, im Klavier- und Orgelspiel immer besser zu werden. Daher nimmt der Klavierlehrer an der Musikschule Uri, an der er über 25 Jahre lang unterrichtet, immer noch selber Stunden. Der Musiker kann sich gut vorstellen, dass die Klavier-Soirée zur Institution wird, auch wenn er weiss: «Ein solches Projekt ist immer ein sehr grosses Abenteuer.»

Hinweis: Das Solokonzert von Karl Arnold findet am 19. Januar in der Aula Hagen in Altdorf statt. Konzertbeginn ist um 17 Uhr. Der Eintritt ist frei, es gibt eine Türkollekte.