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PODIUM: Samih Sawiris' Vision kam beim Helikopterflug

Was sind Visionen? Wie entstehen sie und wo führen sie hin? Diesen Fragen stellten sich am Mittwochabend Samih Sawiris, Architekt Stefan Cadosch und Hotellerie-Suisse-Präsident Andreas Züllig an einer Podiumsdiskussion im Uristier-Saal in Altdorf.
Carmen Epp
Samih Sawiris gab sich gestern gut gelaunt bei Moderatorin Beatrice Müller. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 22. November 2017))

Samih Sawiris gab sich gestern gut gelaunt bei Moderatorin Beatrice Müller. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 22. November 2017))

Carmen Epp

carmen.epp@urnerzeitung.ch

Wenn ein Architekturbüro in ­seine neuen Räumlichkeiten ­einlädt, werden in der Regel ­Modelle vorgestellt, wird die Firmengeschichte aufgerollt und auf Erfolge hingewiesen.

Die G & A Architekten aus Altdorf wählten einen anderen Weg: Statt wie gewohnt an Konkretem zu arbeiten, luden sie für die Einweihung ihres neuen Standorts im Dätwyler-Areal ein zum Podium über ein Thema, das sich nicht anfassen und berechnen lässt: Visionen. Und dies mit hochkarätigen Gästen.

Unter der Leitung der ehemaligen «Tagesschau»-Moderatorin Beatrice Müller diskutierten ­Samih Sawiris, Chairman der Andermatt Swiss Alps, Stefan Cadosch, Präsident des Schweizerischen Ingenieur- und Architekturvereins, und Andreas Züllig, Präsident von Hotellerie Suisse. Rund 250 Personen aus Wirtschaft und Gesellschaft hatten sich im «Uristier»-Saal versammelt, um das Podium mitzuverfolgen.

Sawiris sieht sich nicht als Visionär

Sawiris erinnerte sich an den ersten Moment, als ihm die Vision eines Tourismusresorts in Andermatt kam: bei einem Helikopterflug über das Urserntal. Er sei ­damals vom Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) beauftragt worden, sich «dieses Andermatt mal anzuschauen», erzählte Sawiris. Sofort habe er ein Bild vor Augen gehabt, was wo möglich wäre: ein Hotel hier, eine Villa da. Die Dokumentation zuhanden des VBS sei dann aber erst mal im Müll gelandet, wie dies oft mit Visionen geschehe; man gelte zuerst als Verrückter. Erst Monate nach dem Helikopterflug sei er angefragt worden, seine Vision von Andermatt selber zu verwirklichen – und packte die Chance. Trotzdem sehe er sich nicht als Visionär. Seine eigentliche Stärke sieht der ägyptische Investor in seiner Bereitschaft, auch mal 25 Jahre nach vorne zu schauen. «Eine Vision allein reicht nicht. Sie braucht Geduld und Weitblick.» Und immer auch eine Prise Glück, mit seinen Visionen zur richtigen Zeit an die richtigen Menschen zu gelangen.

Das bestätigte auch Andreas Züllig. Der Präsident von Hotellerie Suisse betreibt seit 26 Jahren ein Hotel in der Lenzerheide und sprach ebenfalls von Glück, dass seine Vision damals bis heute den Nerv der Kunden treffe.

Visionen müssen auch hinterfragt werden

Stefan Cadosch, der «höchste Architekt der Schweiz», konnte sich mit dem Begriff «Vision» nicht so recht anfreunden. Lieber spreche er vom «Verrückt-sein» im eigentlichen Sinne des Wortes: Visionäre, und auch Architekten, würden etwas ver-rücken, eine Position verlassen und Bestehendes aus einer neuen Perspektive betrachten.

So müssten auch Visionen immer wieder selber hinterfragt werden, so Cadosch. Der Prüfstand für Visionen seien im Falle der Architektur die Menschen, für die etwas entworfen werde. «Architektur nur für den Architekten taugt nichts.»

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