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Urner Politiker präsentierten ihre Klima-Rezepte

Die Urner Kandidaten fürs Bundesparlament diskutierten über die hohen Gesundheitskosten. Selber ist nicht jeder von ihnen sportlich.
Markus Zwyssig und Lucien Rahm
Die Kandidaten gaben ihre Ansichten zu Klima und Gesundheit preis. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 26. September 2019)

Die Kandidaten gaben ihre Ansichten zu Klima und Gesundheit preis. (Bild: Urs Hanhart, Altdorf, 26. September 2019)

Am Wahlpodium im gut besetzten grossen Saal im Theater Uri sprachen die Kandidaten am Donnerstag unter anderem über den derzeit viel diskutierten Klimawandel. Die zu diesem Zeitpunkt anwesenden vier Kandidaten (Josef Dittli (FDP) traf erst später aus Bern ein) zeigten auf, was sie selber zum Umweltschutz beitragen: CVP-Ständeratskandidatin Heidi Z’graggen hat drei Hochstammbäume gepflanzt («Bäume machen ja die beste CO2-Absorption»), Nationalratskandidat Pascal Blöchlinger (SVP) recycelt mit seinem Unternehmen Baustellen-Abfall, Urs Kälin (SP) fährt nicht Auto («ich habe den Fahrausweis auch nie gemacht») und Simon Stadler (CVP) heizt im Winter mit Holz und fliegt kaum mehr.

Eine konkrete Massnahme gegen die aktuelle Klimaentwicklung sei beispielsweise die Erhöhung des Benzinpreises, so Moderator Florian Arnold. Dies könne Uri jedoch hart treffen, da hier viele Leute auf den motorisierten Verkehr angewiesen seien. Das sei ihm völlig klar, so Kälin. «Daher muss man einen Teil dieses Geldes wieder an diese Leute verteilen.» Wie das genau aussehen soll, konnte der SP-Kandidat noch nicht sagen. Bei der Erarbeitung solcher Lösungen wolle er aber mithelfen. Gerade im Kanton Uri, der den Naturgewalten aufgrund seiner Lage besonders ausgesetzt ist, seien griffige Massnahmen zwingend nötig, so Kälin.

Heidi Z’graggen erläuterte dem Publikum zunächst, was das Bundesparlament nebst der Benzinpreisanhebung sonst noch vorhat. Dabei Regelungen zu finden, welche die Berggebiete nicht «einseitig benachteiligen», sei möglich. Sie unterstütze eine Anhebung des Benzinpreises mit Abfederung der Folgen fürs Berggebiet. «Aber das muss auch einer Volksabstimmung standhalten.»

Preiserhöhung habe schon bei Zigaretten nichts gebracht

Blöchlinger hält dagegen nichts von der Verteuerung des Sprits. «Man hat auch bei den Zigaretten alle fünf Jahre den Preis erhöht. Genutzt hat es nichts», sagte der SVP-Mann. «Die Erhöhung des Treibstoffpreises ist eine notwendige Massnahme», sagte Stadler. Auch er sei dafür, dass ein Teil dieser Einnahmen wieder an Bergbewohner zurückfliesse, die auf das Auto angewiesen sind.

Ein grosses Thema war auch die Gesundheitspolitik. Simon Stadler fand es für die Jungen deprimierend, wenn sie nicht wissen, wie viel und wann sie überhaupt AHV-Geld erhalten würden. «Es braucht ein ausgewogenes Paket», so Kälin. Die Gesellschaft altere und das bringe enorme Herausforderungen mit sich. Flexible Lösungen seien nötig, denn für einen Bauarbeiter sehe es im Alter anders aus als für jemanden, der auf einem Anwaltsbüro arbeite.

Josef Dittli wies auf den hohen Reformbedarf bei AHV und Altersvorsorge hin. Pascal Blöchlinger forderte zu einem Umdenken auf. Bei einer Erhöhung des Rentenalters müsse man mehr Mut zeigen.

Für Z’graggen muss die Thematik mit der Bevölkerung diskutiert werden. «Auch heute 20-Jährige sollen einmal eine AHV haben. Wir brauchen die Sozialwerke.» Es brauche neue Denkmodelle. Wenn jemand länger arbeite, soll er belohnt und nicht mit höheren Steuerabgaben bestraft werden. «Die Rente muss sichergestellt werden.»

Schmerzgrenze bei Prämien sei erreicht

Für ganz viele sei die Schmerzgrenze bei den Krankenkassenprämien schon lange erreicht, so Kälin. Daher seien die Prämienverbilligungen sehr wichtig. «Es gibt keine einfachen Lösungen, denn man kann viele Schrauben drehen.» Zudem gab er zu bedenken, dass aufgrund der demografischen Entwicklung der Pflegebereich immer mehr kosten werde. Stadler wies auf das Sparpotenzial im Gesundheitswesen hin. «Die Medikamentenpreise und die Generika sind in der Schweiz viel teurer als in anderen Ländern.» Für Blöchlinger zeigen die tieferen Gesundheitskosten auf dem Land, dass die Urner nicht für jedes «Pflästerli» zum Arzt gehen.

Und was machen die Kandidaten für ihre eigene Gesundheit? Stadler geht «z’ Bärg», Kälin macht zu wenig und raucht, Blöchlinger trägt den «Kleinen» herum, Z’graggen macht Yoga und Dittli Skitouren.

Ein Video des ganzen Podiums in Uri:

So lief das Wahl-Podium vom 26. September im Theater Uri

00:00 – Einführung
02:15 – In eigener Sache: Fusion der Urner Zeitung mit der Nidwaldner- und der Obwaldner Zeitung
03:10 – Die Werbespots der Kandidaten in 30 Sekunden
08:10 – Simon Stadler (CVP) auf dem heissen Stuhl
16:08 – 1. Themenblock zum Klima und Umweltpolitik
33:00 – Pascal Blöchlinger (SVP) auf dem heissen Stuhl
41:00 – Urs Kälin (SP) auf dem heissen Stuhl
50:10 – Pause: Musikalische Unterhaltung von Fabio Stadler, Mario Furrer, Patrick Stalder und Reto Grab
1:05:18 – 2. Themenblock Sozial- und Gesundheitspolitik
1:11:18 – Josef Dittli (FDP) und Heidi Z'graggen (CVP) im Kreuzverhör
1:25:25 – Fragerunde
1:44:23 – Der letzte Eindruck: die Werbespots in eigener Sache.

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