Politische Bildung im Urner Schulunterricht: Landrätin Céline Huber lässt nicht locker

Als Kompromiss zu einem eigenständigen Fach empfiehlt Landrätin Céline Huber dem Regierungsrat nun, «Politische Bildung» als Bestandteil im Fachbereich «Räume, Zeiten und Gesellschaft» im Lehrplan 21 zu integrieren.

Remo Infanger
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Die politische Bildung in der Urner Volksschule soll in Zukunft gestärkt werden. Dies fordert die Altdorfer CVP-Landrätin Céline Huber mit einer parlamentarischen Empfehlung, die sie am Mittwoch im Landrat eingereicht hat. Mit der parlamentarischen Empfehlung ersucht Huber den Regierungsrat, die Stundentafel auf der Sekundarstufe 1 so anzupassen, dass den Lernzielen rund um die politische Bildung genügend Rechnung getragen wird. Mit ihrem Postulat mit ähnlicher Stossrichtung war Huber im vergangenen Monat gescheitert: Ein eigenes Schulfach «Politische Bildung» lehnte der Regierungsrat nämlich ab.

CVP-Landrätin Céline Huber

CVP-Landrätin Céline Huber

Bild: PD

Im vergangenen Oktober hatte der Landrat zuvor mit 46 Stimmen Hubers Postulat «Stärkung der politischen Bildung im Lehrplan 21» überwiesen. Daraufhin hat der Regierungsrat einen Bericht erarbeitet und aufgezeigt, dass er zwar kein eigenes Fach «Politische Bildung» im Lehrplan 21 aufnehmen will, das Thema jedoch mit verschiedenen Lehrmitteln und vermehrten Begegnungen mit der Politik (etwa Bundeshausbesuche) fördern möchte. Trotz dieser Bemühungen des Regierungsrats, die politische Bildung zu fördern, hat der Landrat im Mai beschlossen, den Bericht auf Antrag der Postulantin «ablehnend» zur Kenntnis zu nehmen. Die Gewichtung der politischen Bildung in der Volksschule sei vom Regierungsrat als zu gering erachtet worden, so das Argument zur ablehnenden Kenntnisnahme.

So seien der politischen Bildung in der Stundentafel aktuell keine konkreten Leitplanken gesetzt, heisst es im neusten Vorstoss Hubers. Auf Sekundarstufe 1 würden zwar entsprechende Lernziele im Themenbereich «Räume, Zeiten und Gesellschaften» (RZG) zusammengefasst, doch konkrete, festgelegte Faktoren im Stundenplan würden fehlen. «Politische Bildung ist fundamental wichtig, um unsere Abstimmungs- und Wahlrechte in unserer direkten Demokratie aktiv in Anspruch nehmen zu können», schreibt Huber. Entsprechend sei sicherzustellen, dass die im Lehrplan 21 vorgesehenen Lernziele erreicht werden können.

Stimmbeteiligung soll damit zunehmen

Mit der Festsetzung eines verbindlichen Zeitfaktors für die Lernziele im Bereich der politischen Bildung verspricht sich Huber verschiedene positive Effekte. So könnten bei Jugendlichen das Interesse an Politik geweckt und politische Vorgänge leichter verstanden werden, man könne dadurch mehr Personen für die Übernahme kommunaler und kantonaler Ämter motivieren und nicht zuletzt erreichen, dass die Stimmbeteiligung der jungen Wähler zunimmt.

Um der politischen Bildung genügend Rechnung zu tragen, schlägt Huber vor, das Thema als integrierten Bestandteil im Fachbereich RZG zu ergänzen und in der Stundentafel im 10. und 11. Schuljahr mit jeweils einer halben Lektion festzulegen. So müsse auch kein eigenes Fach geschaffen werden. Unterschrieben haben die parlamentarische Empfehlung nebst Huber auch Parteikollegin Bernadette Arnold (Bürglen) sowie Cornelia Gamma (FDP, Schattdorf) und Viktor Nager (SP, Schattdorf).

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