Polizei braucht Wertschätzung der Bevölkerung

«Urner Polizei suspendiert zwei Kaderleute», Ausgabe vom 26. November

Ludwig Loretz, Landrat FDP, Andermatt
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Vor einigen Tagen durfte ich als Gast dem Jahresrapport der Kantonspolizei Uri beiwohnen. Im Jahresbericht informiert die Kantonspolizei Uri über die Ereignisse und Einsatzgebiete des vergangenen Jahres. Nebst dem nicht nur positiven Gesprächsstoff, zu welchem die Kantonspolizei in den letzten Wochen Anlass gab, darf nicht vergessen werden, welch grossen Wert die polizeiliche Arbeit für den Kanton Uri darstellt. Die Kantonspolizei Uri übernimmt die Verantwortung für die Sicherheit im Kanton als Kriminal-, Sicherheits- und Verkehrspolizei. Ich habe sehr grossen Respekt vor der Arbeit, welche unsere Polizistinnen und Polizisten tagtäglich leisten. Sie tragen Verantwortung für unsere Sicherheit – rund um die Uhr. Die Ansprüche, die an die Frauen und Männer in Uniform gestellt werden, haben in den vergangenen Jahren zugenommen. Ihre Arbeit ist mehr und mehr geprägt von Spannungsfeldern und Erwartungshaltungen. Diese sind oft schwierig, unter einen Hut zu bringen. Man muss sich immer wieder vor Augen halten, mit welchen Situationen Polizistinnen und Polizisten konfrontiert werden. Aggressivität, Wut, Trauer oder Angst schlagen ihnen entgegen. Zugleich wird von ihnen verlangt, diesen Affekten professionell – sprich: freundlich, souverän und besonnen – zu begegnen. Entweder mit dem nötigen Feingefühl oder mit entschlossenem Handeln. Sie müssen Sicherheit ausstrahlen, im Auftreten und in ihrer Kommunikation. Wenn dies gelingt, schafft das Vertrauen.

Das Sicherheitsgefühl, welches die Polizei bei ihrer täglichen Arbeit der Bevölkerung vermittelt, ist wichtiger Bestandteil eines Standortprofils und der Lebensqualität. Genauso wie das Kultur- und Freizeitangebot, die Umweltqualität oder die verkehrstechnische Erreichbarkeit. Demzufolge trägt auch die Arbeit der Polizei indirekt in erheblichem Masse zur Entwicklung einer Region bei und ist in ihrer Wirkung nicht zu unterschätzen.

Gerade in den kommenden Fest- und Feiertagen wird von der Polizei erwartet, dass sie durch Präsenz und Einsatzbereitschaft dem Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung gerecht wird, aber auch für Ruhe und Ordnung sorgt. Dabei muss manch ein Angehöriger des Polizeikorps auf einen Anteil von Privatstunden im Kreise seiner Familie oder Bekannten verzichten. Damit die Kantonspolizei ihren Beitrag zur Entwicklung unseres Kantons erfüllen kann, bedarf es nicht nur der Bereitstellung der dazu erforderlichen Mittel und der politischen Unterstützung, sondern auch der verdienten Wertschätzung ihrer Arbeit.