Polizei macht Schlagzeilen

Der luftgewehrschiessende Gesetzeshüter hat seinen Job wieder. Der Verkehrspolizei-Chef wollte seinen hingegen nicht mehr.

Lucien Rahm
Hören
Drucken
Teilen

Am 19. Januar berichtet unsere Zeitung, dass der suspendierte Polizist, der im Sommer davor in Göschenen mit einem Luftgewehr auf seinen Nachbarn schoss, seit Ende 2018 im Schwerverkehrszentrum in Erstfeld beschäftigt ist. Dies, um dem Mann eine Tagesstruktur zu geben, während er auf das Untersuchungsergebnis seines Falls durch die Staatsanwaltschaft wartet.

Seit dem 26. November weiss unsere Zeitung: Der Mann arbeitet mittlerweile wieder als Polizist. Nach Einsicht in die Strafakten hob die Sicherheitsdirektion die Suspendierung auf.

Fall Walker: Polizist zu Recht nicht im Ausstand

Der Fall Ignaz Walker findet am 5. Juli nach fast zehn Jahren ein vorläufiges Ende, als Fachleute zwei im Auftrag der Urner Regierung angefertigte Berichte präsentieren. Im einen kommt der untersuchende Rechtsanwalt Daniel Kettiger zum Schluss, dass für den involvierten Kriminaltechniker M. keine Ausstandspflicht bestand. Allerdings hätte dieser Entscheid schriftlich festgehalten werden müssen, was die Polizei aber unterliess.

Der zweite Bericht des Medienprofessors Vinzenz Wyss stellt den Journalisten ein gutes Zeugnis bei deren Berichterstattung über den Fall Walker aus. Sie hätten kritisch über den Prozess berichtet und einander dabei nicht abgeschrieben, wie dies der Regierungsrat vermutete. Alle hätten eigene Recherchen angestellt und die Deutungshoheit niemals abgegeben, so Wyss.

Befohlene Wohnsitznahme: Kommandant kündigt

Muss der Chef der Urner Verkehrspolizei im Kanton wohnen? Ja, befindet das Bundesgericht am 9. Juli. Es hatte sich mit dieser Frage auseinanderzusetzen, nachdem der damalige Urner Verkehrspolizeichef Oliver Schürch in der Sache bis vor die höchste Instanz gezogen war. Weil seine Vorgesetzten nicht akzeptieren, dass er nach drei Jahren in Uri nach Luzern umgezogen ist, sieht Schürch seine Niederlassungsfreiheit tangiert. Ein Urner Wohnsitz war allerdings Bedingung für seine Anstellung im Jahr 2014.

Die Einschränkung seiner Freiheit sei jedoch gerechtfertigt, da er als Polizeichef stark von der Bevölkerung wahrgenommen werde und er als Polizist in kantonalem Dienst eine enge Verbundenheit zu Uri haben müsse, so die Bundesrichter. Der befohlenen Rückkehr in den Kanton Uri muss Schürch allerdings keine Folge mehr leisten. Er hat auf Ende September gekündigt und arbeitet mittlerweile beim Amt für Migration des Kantons Luzern.

Alkoholisierter Urner zückt Waffe

1,7 Promille Alkohol stellt die Polizei bei einem 47-jährigen Urner Autolenker fest, als sie ihn am 1. August einer morgendlichen Verkehrskontrolle unterzieht. Daraufhin eskaliert die Situation: Während der Kontrolle ergreift der Mann die Flucht und fährt nach Hause. Dort greift er zu einer Pistole, mit der er auf die ihn verfolgenden Polizisten zielt, als er seine Flucht zu Fuss fortsetzt. Letztlich wird der Flüchtende überwältigt.

«Ich kann mir nicht erklären, wie das passieren konnte», sagt der Mann wenige Tage später gegenüber unserer Zeitung. Die Waffe sei nicht geladen gewesen. Konsequenzen hat der Vorfall dennoch, und dies nicht nur strafrechtlich. Auch seinen Job als Gemeindearbeiter verliert der Mann nach dem Vorfall.

Chaos im Urner Polizeikorps

Am 21. November werden zwei Kader der Urner Polizei wegen unüberwindbarer persönlicher Differenzen suspendiert. Daraufhin machen Polizeimitarbeiter in unserer Zeitung Vorwürfe an ihre Führung publik, wonach die Stimmung im Korps schlecht sein soll. Auch von Mobbing ist die Rede, gar von Filz und Vetternwirtschaft.