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Kantonspolizei Uri warnt vor neuen Betrugsformen im Internet

Der Kanton Uri hat im vergangenen Jahr 950 Delikte registriert – knapp 10 Prozent weniger als 2017. Mehr Straftaten gab es hingegen im Bereich Drohung und Gewalt gegen Beamte.
Philipp Zurfluh

2018 wurden im Kanton Uri insgesamt 950 Delikte verzeichnet. Das sind 98 Straftaten oder 9 Prozent weniger als im Vorjahr. Dies geht aus der gestern veröffentlichten polizeilichen Kriminalstatistik hervor. Laut der Kantonspolizei Uri würden sich gewisse Straftaten in einem kleinen Kanton wie Uri selten ereignen. «Deshalb können einzelne Fälle zu Ausschlägen in der polizeilichen Kriminalstatistik führen, ohne dass man sie als Phänomen oder Trend werten könne», wird im Bericht der Polizei festgehalten.

Im vergangenen Jahr wurde weder ein versuchtes noch ein vollendetes Tötungsdelikt registriert. Das letzte Tötungsdelikt im Kanton Uri ereignete sich im Jahr 2014. Im Gegensatz zum Vorjahr (1) mussten 2018 vier vorsätzliche schwere Körperverletzungen rapportiert werden. In Bezug auf die minderschwere Gewalt blieb die Zahl bei den einfachen Körperverletzungen mit 17 gleich. Die im vergangenen Jahr verzeichneten Straftaten gegen Leib und Leben nahmen um 9 Prozent auf 51 zu (47). Die Gesamtzahl der verzeichneten Gewaltstraftaten erhöhte sich um 10 Prozent auf 85 (77). Eine deutliche Erhöhung der Delikte verzeichnete die Polizei bei Straftaten im Bereich Drohung und Gewalt gegen Beamte. Hier wurden 9 Fälle (3) registriert.

Deutlich weniger Straftaten gegen sexuelle Integrität

Die Zahl der Übergriffe im Bereich der sexuellen Integrität hat sich von 34 auf 11 Delikte reduziert. Die Reduktion erklärt sich damit, dass 2017 ein Fall mit zahlreichen Tatbeständen angezeigt werden musste. 2018 wurden 3 Fälle wegen Pornografie, ein Fall wegen Exhibitionismus, ein Fall wegen Vergewaltigung im Beziehungsumfeld sowie 4 Delikte wegen sexuellen Handlungen mit Kindern bearbeitet. Die Delikte gegen das Vermögen haben sich im Vergleich zum Vorjahr reduziert. So wurden 458 Straftaten verzeichnet, was eine Abnahme von 16 Prozent bedeutet. In der Polizeistatistik wird erwähnt, dass die Reduktion darauf zurückzuführen ist, dass im Vorjahr eine Serie mit zwei jugendlichen Haupttätern mit rund 60 Vermögensbeständen der Justiz überwiesen werden konnte.

Die Anzahl der Einbruchdiebstähle ist mit 63, im Vergleich zum Vorjahr (54), leicht höher. 37 Tatbestände waren die Folge von Einbrüchen in Ein- und Mehrfamilienhäuser, 6 in Betriebsräume sowie 20 in Verkaufs- und Gewerberäume, Restaurationen, Garagen oder Gebäude im Baugewerbe. Zu erwähnen ist, dass die Ladendiebstähle um 45 Prozent auf 15 Delikte abgenommen haben.

Die Polizei verzeichnete eine Zunahme von 65 Prozent bei den Betrugsdelikten. 38 Straftaten wurden registriert. Die Zunahme ist laut Polizei insbesondere auf neue Betrugsformen im Internet zurückzuführen. Dabei sind Vorschussbetrüge die häufigste angezeigte Betrugsform. Folgende Beispiele gelangten in Uri zur Anzeige: Verlangen einer Vorauszahlung für eine fiktive Immobilie oder ein fiktives Mietobjekt, betrügerische Internetshops oder Kleinanzeigeplattformen und betrügerischer technischer Support.

«Sextortion» und «Romance Scam» im Visier

Ein Delikt, welches laut Kripochef Ruedi Huber im Bereich Cyberkriminalität ebenfalls aufgetreten ist, heisst «Sextortion». Es ist eine Form der sexuellen Ausbeutung, bei der nicht-physische Formen von Zwang eingesetzt werden, um Geld oder sexuelle Gefälligkeiten vom Opfer zu erpressen. Ein weiteres Cybercrime-Delikt nennt sich «Romance Scan». Es wird als eine Form des Internetbetrugs bezeichnet, bei der gefälschte Profile in Singlebörsen dazu benutzt werden, den Opfern Verliebtheit vorzugaukeln mit dem Ziel, eine finanzielle Zuwendung zu erschleichen.

2018 wurden insgesamt 38 Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz registriert (56). 9 Übertretungen (28) wurden im Ordnungsbussenverfahren geahndet. Der Rückgang von Übertretungen, welche im Ordnungsbussenverfahren abgehandelt werden, lasse sich gemäss Polizei mit einem Bundesgerichtsurteil erklären. Laut diesem kann der Besitz von Cannabis bis 10 Gramm nicht mehr geahndet werden.

15 Unfälle (ohne Verkehrsunfälle) wurden polizeilich rapportiert. Bei diesen Unfällen verletzten sich 7 Personen tödlich (9). Die Polizei musste 12 Mal (14) wegen häuslicher Gewalt ausrücken. In 4 Fällen (3) blieb es bei einem polizeilichen Interventionsbericht ohne Anzeige. In 8 Fällen mussten 25 Straftatbestände (32) wie Tätlichkeit, Drohung oder einfache Körperverletzung rapportiert werden.

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