Polizisten überprüfen die aussergewöhnliche Urner Landratssession

Die Sessionen vom 18. und 20. Mai finden im Uristiersaal statt. Maximal 90 Personen werden gestaffelt hineingelassen. Das Tragen eines Mundschutzes beruht auf Freiwilligkeit.

Florian Arnold
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Das Urner Parlament tagt am 18. und 20. Mai nicht im Rathaus, sondern im Uristiersaal.

Das Urner Parlament tagt am 18. und 20. Mai nicht im Rathaus, sondern im Uristiersaal. 

Bild: Corinne Glanzmann (Altdorf, 4. Februar 2020)

Es ist über 10 Jahre her, dass der Landrat ausserhalb des Rathauses in Altdorf getagt hat – damals wurden Sondersessionen in Randgemeinden abgehalten. Die Coronasituation erfordert nun aber auch vom Urner Parlament spezielle Massnahmen. So finden die beiden Session vom 18. und 20. Mai im Uristiersaal in Altdorf statt.

«So können wir sicherstellen, dass der Abstand zwischen den Personen mindestens zwei Meter beträgt», erklärt Rats­sekretärin Kristin Arnold, die zusammen mit der Standeskanzlei die Sondersession organisiert – eine aufwendige Arbeit. Die Leitung des Landrats traf sich am Montagabend, um die Massnahmen für die Session zu bestimmen.

Zwei Mikrofone aber Auszählung von Hand

In den Uristiersaal werden maximal 90 Personen hineingelassen. Jedes Parlaments- und Regierungsmitglied erhält sein eigenes Pult, ebenso die Vertreter der Medien. Für die Redner gibt es zwei Mikrofone, die jeweils von Mitarbeitern der Standeskanzlei verschoben werden. «So können wir die Tonaufnahme sicherstellen, die es von jeder Landratssession gibt», erklärt Kristin Arnold. Abgestimmt wird allerdings von Hand. Die Abstimmungsresultate lassen sich somit nicht auf die einzelnen Parlamentarier zurückverfolgen. Ermittelt werden die Resultate von den gewählten Stimmenzählern.

Neben den Medienvertretern werden somit nur noch wenige Besucher Platz finden. «Wir gehen davon aus, dass die Besucher jeweils nur für einzelne Geschäfte da bleiben und dann anderen Gästen Platz machen», sagt Landratspräsident Pascal Blöchlinger.

Mundschutz ist keine Pflicht

Die Ratsleitung hat sich gegen die Tragepflicht eines Mundschutzes ausgesprochen. «Durch den grossen Saal können wir den Mindestabstand garantieren», erklärt Blöchlinger. «Wer aber einen Mundschutz tragen möchte, kann das natürlich tun.» Auch die Toilette darf von maximal drei Personen gleichzeitig aufgesucht werden.

Ausgearbeitet wurden die Massnahme für die Sondersession in engem Kontakt mit dem Kantonalen Führungsstab Uri (Kafur). Ausserdem wird die Polizei zumindest zu Beginn der Session vor Ort sein und die Umsetzung kontrollieren. Die Parlamentarier werden den Saal gestaffelt betreten und auf diese Weise auch jeweils in die Pause gehen. Die Fraktionen wurden entsprechend angewiesen und die Fraktionspräsidien würden auf die Umsetzung achten, so Blöchlinger. «Wir appellieren aber auch an die Eigenverantwortung.»

Viel Aufwand für die Session – doch diese zu verschieben kam nicht in Frage. «Die Fraktionen und die Kommissionen hatten die Geschäfte der März- und April-Session, die wegen der Coronavirus-Situation ausfielen, teilweise bereits vorberaten», sagt Kristin Arnold. Zudem geht mit der Mai-Session die Legislatur 2016-2020 zu Ende. «Es macht deshalb Sinn, einige Geschäfte noch abzuschliessen.»