Postleitzahl

Von 6460 auf 6463: Gemeinde Bürglen lanciert Umfrage zur Änderung der Postadresse

Bürgler Boden, aber Altdorfer Postadresse: Der Gemeinderat Bürglen lädt die Bevölkerung zur Umfrage ein und will wissen, was die Bewohner zur Änderung der Postleitzahl im Gemeindegebiet hält.

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(zf/RIN) Wer im unteren Teil der Gemeinde Bürglen wohnt, lebt zwar auf Bürgler Boden, besitzt aber eine Postadresse lautend auf 6460 Altdorf. Dies ist seit der Einführung der Postleitzahl im Jahr 1964 der Fall. Die Schweiz war nach Deutschland (1941) und den Vereinigten Staaten von Amerika (1963) das dritte Land, das diesen Schritt machte. Die Sonderlösung für Bürglen machte lange Zeit Sinn, denn der untere Teil Bürglens wurde von Altdorf aus von der Post bedient.

Einige Bürgler sind mit dieser Lösung, dass ihre Post nicht mit der Wohngemeinde übereinstimmt, aber bis heute unzufrieden.

Rund 1000 Einwohner der Gemeinde Bürglen – wie hier in der Langmattgasse – haben die Postleitzahl von Altdorf.

Rund 1000 Einwohner der Gemeinde Bürglen – wie hier in der Langmattgasse – haben die Postleitzahl von Altdorf.

Bild: Urs Hanhart (20. November 2020)

Aus Sicht des Gemeinderats sprechen verschiedene Argumente für eine Anpassung (wir berichteten). «In zu vielen Fällen stimmt die Adresse nicht mit der Zugehörigkeit zur Wohn- und Standortgemeinde überein. Das führt immer wieder zu Verwechslungen und Missverständnissen», so die Gemeinde Bürglen in einer Mitteilung. Die Adresse sei ein wichtiger Identifikationsfaktor für die Zugehörigkeit zur Wohn- und Standortgemeinde. «Das kommunale Gemeinschaftsempfinden in politischen und kulturellen Belangen wird verbessert. Zuzügerinnen und Zuzüger glauben oft, dieses Gebiet gehöre zu Altdorf», heisst es in der Mitteilung weiter.

Adressänderung bei Versicherungen und Banken melden

Der Gemeinderat Bürglen startet daher nun eine Bevölkerungsumfrage per Internet und Fragebogen. Damit soll herausgefunden werden, wie gross das Bedürfnis nach einer Änderung der Postleitzahl ist. Sämtliche Einwohnerinnen und Einwohner sowie Gewerbebetriebe in der Gemeinde werden voraussichtlich Ende Woche darüber mit einem entsprechenden Schreiben informiert. Nach der Auswertung der Umfrage werde das Resultat und das weitere Vorgehen bekanntgegeben.

Eine Abstimmung an der Gemeindeversammlung oder an der Urne sei für eine neue Postleitzahl nicht erforderlich, heisst es weiter. Für die Betroffenen würde der Aufwand bleiben, die Adressänderung wie bei einem gewöhnlichen Wohn- und Standortwechsel an Versicherungen, Banken, Arbeitgeber und weitere bekanntzugeben. Eine Meldung bei der Gemeinde (Einwohnerkontrolle) und den kantonalen Stellen (Steueramt, Kreiskommando et cetera) würde sich allerdings erübrigen, da diese Mutation gesamthaft durch die Gemeindeverwaltung erledigt werden könnte. Ausserdem könnten Änderungen im Handelsregister vom Gemeinderat kostenlos veranlasst werden.

«Zustand ist einzigartig»

«Ein erheblicher Anteil der Bevölkerung und des Gewerbes der Gemeinde Bürglen sind mittlerweile von der Postleitzahl 6460 betroffen. Dieser Zustand ist eigenartig, zuweilen aber auch irreführend, wenn nicht gar störend», so die Gemeindepräsidentin Luzia Gisler. «Die gesetzgeberischen Vorgaben, aber auch die Praxis würden eine Bereinigung der Postleitzahl 6460 auf 6463 heute problemlos erlauben. Für den Gemeinderat Bürglen ist es deshalb wesentlich, diese aussergewöhnliche Thematik in der Gemeinde Bürglen wieder aufzunehmen.»