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POSTULAT: Kein Handlungsbedarf für junge Pflegebedürftige

Für junge Pflegebedürftige gibt es keine spezialisierten Betreuungsplätze im Kanton Uri. Das hat eine Studie der Hochschule Luzern ergeben. Der Regierungsrat sieht keinen akuten Handlungsbedarf, will aber die Empfehlungen der Hochschule berücksichtigen.

Carmen Epp

carmen.epp@urnerzeitung.ch

Junge Menschen, die aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit pflegebedürftig werden, haben häufig nur die Wahl zwischen einem Leben in einem Alters- und Pflegeheim oder einem langjährigen Aufenthalt in Krankenhäusern oder Rehabilitations­einrichtungen.

Das veranlasste den damaligen SP-Landrat Herbert Enz im Oktober 2014 zum Postulat «Angepasste Bedingungen für junge Pflegebedürftige». Er forderte einen Bericht, der darlegt, wie die Situation für junge Pflegebedürftige in Uri und der Zentralschweiz aussieht und ob und wie man die verbessern könnte. Da ein inhaltlich identisches Postulat im Obwaldner Parlament überwiesen wurde, haben die Sozial- und Gesundheitsämter der Kantone Uri und Obwalden die Hochschule Luzern mit einem Bericht beauftragt. Der liegt nun vor.

18 junge Pflegebedürftige im Kanton Uri

Im Rahmen des Berichts wurden 18 junge Pflegebedürftige im Kanton Uri eruiert. Sieben davon sind zwischen 50 und 59 Jahre alt, je fünf zählen zur Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen und zu den 60- bis 64-Jährigen. Lediglich eine Person ist zwischen 30 und 39 Jahre alt, jünger ist in der eruierten Zielgruppe niemand. Die überwiegende Mehrheit, nämlich 16 Personen, ist aufgrund einer Krankheit auf Pflege und Betreuung angewiesen, zwei Personen wegen eines Unfalls. Sieben Personen sind ausschliess­lich körperlich, drei Personen ausschliesslich geistig, acht Personen körperlich und geistig beeinträchtigt.

Elf der pflegebedürftigen Urner im Erwerbsalter wohnen zu Hause. Betreut werden sie dort fast ausschliesslich von Angehörigen, die Pflege übernimmt mehrheitlich die öffentliche Spitex. Sieben der eruierten Personen wohnen in einer stationären Einrichtung, davon fünf in einer Institution für Menschen mit Behinderung und zwei in Pflegeheimen. Letztere sind zwischen 60 und 64 Jahre alt. Personen der jüngeren Altersgruppe leben in Institutionen für Menschen mit Behinderung.

Teilstationäre Angebote sollen geprüft werden

Vom Aufbau einer spezialisierten Abteilung in einem bestehenden Pflegeheim oder gar eines neuen stationären Angebots rät die Hochschule in ihrem Bericht ab. Dies einerseits wegen der geringen Anzahl betroffener Personen, andererseits wegen des erheb­lichen personellen und finan­ziellen Aufwands. Empfohlen hingegen wird die Prüfung von teilstationären Angeboten wie Tagesstrukturplätzen oder eine Aussenwohngruppe.

Der Urner Regierungsrat nimmt gemäss Bericht an den Landrat «mit Befriedigung zur Kenntnis, dass das bestehende Angebot im Kanton Uri in den meisten Fällen die Nachfrage zu decken vermag und demnach kein akuter Handlungsbedarf besteht». Trotzdem beauftragt er die Gesundheits-, Sozial- und Umweltdirektion, die Empfehlungen des Berichts mit den notwendigen Institutionen zu prüfen. Entsprechende Anträge zur Umsetzung seien dem Regierungsrat dannzumal zu unterbreiten. Dem Landrat beantragt der Regierungsrat, den Bericht der Hochschule in einer der nächsten Sessionen zur Kenntnis zu nehmen und das Postulat von Herbert Enz als materiell erledigt am Protokoll abzuschreiben.

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