POSTULAT: Regierungsrat will sich für ländliche Regionen einsetzen

In einem Vorstoss moniert Landrat Peter Tresch (FDP, Göschenen) die «mangelhafte ÖV-Erschliessung» der ländlichen Regionen. Der Regierungsrat hält in seiner Antwort fest, diese auf keinen Fall abhängen zu wollen.

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Ein Interregio der SBB auf der Gotthardstrecke bei Flüelen. (Bild: Keystone)

Ein Interregio der SBB auf der Gotthardstrecke bei Flüelen. (Bild: Keystone)

Am 15. März reichte Landrat Peter Tresch (FDP, Göschenen) ein Postulat unter dem Titel «Öffentlicher Verkehr im Kanton Uri heute und morgen auch in den ländlichen Regionen» ein. Der Landrat beschäftigt sich mit der Entwicklung des öffentlichen Verkehrs in den Urner Seiten­tälern. Er ersucht den Regierungsrat, in einem Bericht zu beantworten, wie diese Regionen ab dem Fahrplanwechsel 2017/18 und später ab der Inbetriebnahme des Kantonsbahnhofs Altdorf mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen werden.

Mit der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels sei es Uri gelungen, sich attraktive Bahnhalte zu sichern, heisst es im Postulat. Das Bahnangebot werde in den nächsten Jahren zwar laufend ausgebaut, aber nicht im ganzen Kanton. Es drohe die Gefahr, dass die ländlichen Regionen zu kurz kommen, hält Tresch fest.

Der FDP-Landrat weist darauf hin, dass die Tourismusregion Andermatt seit dem Fahrplanwechsel 2016 «mangelhaft erschlossen» sei. So müssten Tagestouristen, welche Andermatt besuchen möchten, bis zu dreimal umsteigen. Umgekehrt können Bewohner des Urserntals den ersten IC-Halt in Flüelen Richtung Zürich mit dem ÖV nicht erreichen. So schreibt Tresch in seinem Postulat: «Reisende aus dem Urner Oberland haben beim Umsteigen in Flüelen bereits eine Reisezeit von einer Stunde hinter sich.»

Keine weiteren Mittel für Fahrplanjahr 2018

Tresch äussert zudem Kritik an der Volkswirtschaftsdirektion: «Leider lassen die innere Selbstzufriedenheit der Volkswirtschaftsdirektion über die verhandelten Halte in Altdorf und die Aussagen im regionalen Gesamtverkehrskonzept Uri für die ländlichen Regionen keine Verbesserung der Anbindungen an den ÖV erblicken.»

Auf die Frage, wie die ländlichen Regionen ab dem Fahrplanwechsel Winter 2017 mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen werden, schreibt die Regierung nun in ihrer Antwort: «Für das Fahrplanjahr 2018 stehen seitens des Bundes keine zusätzlichen Mittel für neue Fahrplanangebote zur Verfügung.» Der Kanton führe wie jedes Jahr eine Fahrplanvernehmlassung bei allen Gemeinden durch, um wichtige Bedürfnisse der Bevölkerung entgegenzunehmen. Zur Fragestellung der Fahrplanprojekte ab Dezember 2021 (Fahrplan 2022) können zum heutigen Zeitpunkt noch keine konkreten Ausgaben gemacht werden, so der Regierungsrat. Er begrüsst deshalb die Erarbeitung eines entsprechenden Berichts über die Gestaltung des öffentlichen Verkehrs ab 2021. Im Budget 2018 hat er dazu die erforderlichen Mittel eingestellt.

Nach der Inbetriebnahme des Kantonalbahnhofs Altdorf würden das Urner Oberland, das Urserntal und die Seitentäler von Angebotsverbesserungen profitieren, hält der Regierungsrat fest. Im Besonderen sollen Urner Oberland und Urserntal mit durchgehenden, direkten Verbindungen – ohne Umsteigen in Erstfeld – sowie zusätzlichen Verbindungen gegenüber heute aufgewertet werden. Der Regierungsrat werde wie bisher sämtliche Möglichkeiten für Fahrplanverbesserungen bei den jährlich durchzuführenden Fahrplanprojekten ausschöpfen. Er empfiehlt dem Landrat, das Postulat zu überweisen.

Philipp Zurfluh

philipp.zurfluh@urnerzeitung.ch

Hinweis

Das Postulat wird in der Landratssession vom Mittwoch, 4. Oktober, behandelt.