Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

POSTULAT: Urner Landrat will Strategie für Urserntal

Entgegen dem Willen des Regierungsrats hat der Landrat ein Postulat zur Entwicklung der Sportregion Andermatt-Ursern teilweise überwiesen. Nun muss der Regierungsrat eine Strategie für die Region entwickeln.
Carmen Epp
Ein Blick aufs Urserental. (Bild: Florian Arnold / Neue UZ)

Ein Blick aufs Urserental. (Bild: Florian Arnold / Neue UZ)

Carmen Epp

carmen.epp@urnerzeitung.ch

Im Dezember 2015 reichte Landrat Ruedi Cathry (FDP, Schattdorf) zusammen mit fünf Mitunterzeichnern ein Postulat zur Entwicklung der Sportregion ­Andermatt-Urserntal ein. Darin wird eine Strategie für eine nachhaltige Entwicklung der Tourismusregion Ursern verlangt.

Der Urner Regierungsrat hält die Forderungen zwar für nachvollziehbar, wie er in seiner Antwort auf das Postulat festhält. Diese seien jedoch bereits unter der Führung von Andermatt-­Urserntal-Tourismus (AUT) angelaufen und würden im Rahmen des anstehenden Strategieprozesses behandelt. Der Regierungsrat empfahl deshalb dem Landrat, das Postulat nicht zu überweisen.

Ruedi Cathry zeigte sich gestern während der Debatte im Parlament über die Einschätzung des Regierungsrats enttäuscht. Die Postulanten hätten sich deshalb entschieden, sich im Postulat auf das Wichtigste zu konzentrieren und eine teilweise Überweisung zu beantragen. So soll nur noch die erste Forderung umgesetzt werden, nämlich die Erarbeitung einer übergeordneten Strategie für die nachhaltige Entwicklung der Sportregion Andermatt-­Ursern. «Es ist dringend notwendig, dass hier alle beteiligten ­Instanzen und Organisationen miteinander an den Tisch sitzen», so Cathry. Dafür sei die AUT nicht zuständig und auch nicht in der Lage.

Dem pflichtete auch Mitunterzeichnerin Frieda Steffen (CVP, Andermatt) bei. Angesichts der vielen Organisationen und Institutionen, die im Urserntal mitmischen, sei eine übergeordnete Koordination wichtig. Eine solche könne die AUT nicht leisten. Auch die CVP-Fraktion stellte sich hinter den Antrag zur Teilüberweisung des Postulats, wie Fraktionssprecher Andreas Bilger (Seedorf) ausführte. Es sei ins­besondere zu prüfen, ob neben der Destinationsstrategie auch die Frage umfassend angegangen wird, wohin sich die Sportregion Urserntal während des ganzen Jahres entwickeln soll.

Regierung will keine Führungsposition

Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind zeigte sich «erstaunt» über diese Voten. Vor allem die Aussagen, denenzufolge die AUT die vom Postulat geforderte Strategie nicht leisten könne, verstehe er nicht. «Schliesslich ist die AUT ja durch das Tourismusgesetz zu einer Strategie verpflichtet.» Der Kanton gebe lediglich die Rahmenbedingungen mittels Richtplan, Gesamtverkehrskonzept und dem Tourismusgesetz vor. Es könne nicht sein, dass der Kanton den Lead übernimmt und in der Konsequenz ein Sportzentrum betreiben müsse. Georg Simmen (FDP, Realp), ebenfalls Mitunterzeichner des Postulats, konterte: Es gehe nicht darum, dass der Kanton sich als Leader aufspielen soll. «Er soll mit einer übergeordneten Strategie aufzeigen, was er für sich als Kanton von der Tourismusregion Ursern erwartet.»

Nach einer angeregten Diskussion sprach sich der Urner Landrat mit 29 zu 27 Stimmen (5 Enthaltungen) knapp dafür aus, das Postulat im Sinne von Ruedi Cathry teilweise zu überweisen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.