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PRÄVENTION: Urner Schüler werden Internetprofis

Kinder und Jugendliche verbringen viel Zeit im Netz. Eine Kampagne an den Schulen soll den Schülern im Kanton Uri den richtigen Umgang damit erklären und auf Gefahren hinweisen.
Salome Infanger
Sofia Hadjisterkoti vom Verein Zischtig.ch will herausfinden, was die Bürgler Fünftklässler bereits über die verschiedenen Smartphone-Apps wissen. (Bild: Salome Infanger (Bürglen, 3. April 2017))

Sofia Hadjisterkoti vom Verein Zischtig.ch will herausfinden, was die Bürgler Fünftklässler bereits über die verschiedenen Smartphone-Apps wissen. (Bild: Salome Infanger (Bürglen, 3. April 2017))

Salome Infanger

salome.infanger@urnerzeitung.ch

Für die 18 Schüler der fünften Klasse von Hugo Kühne in Bürglen ist die Benutzung des Internets eine Selbstverständlichkeit. Das zeigte sich beim Schulbesuch am Montagmorgen. Sie kennen sich mit Smartphones, Computern und Tablets bestens aus. Acht Schüler der Klasse besitzen ein eigenes Mobiltelefon. Das Internet birgt aber auch Gefahren. Darum führt der Kanton schon seit mehreren Jahren für die Fünftklässler eine Kampagne zum Jugendmedienschutz durch. «In unserer Gesellschaft ist es ein Muss, sich mit dem Internet auszukennen», sagt David Zurfluh vom Amt für Volksschulen.

Die zwei Lektionen wurden von Sofia Hadjisterkoti und Andreas Würsch gestaltet. Sie sind vom gemeinnützigen Verein Zischtig.ch, der Medienbildung und Prävention für Kinder und Jugendliche anbietet.

Gefahren sollen nicht vom Internet abhalten

Es sei wichtig, zu wissen, wie das Internet funktioniere, erklärten die Experten den Schülern. «Dann könnt ihr das Internet auch für coole Sachen nutzen.» Sie zeigten den Schülern, wie man vom Internet profitieren kann, aber auch welche persönlichen Daten man nicht preisgeben sollte oder was im Internet verboten ist. Die Schüler hörten das nicht zum ersten Mal. Viele wissen, dass man Adressen, Telefonnummern oder Standorte nicht veröffentlichen sollte und Cybermobbing und illegale Downloads und das Verschicken von unangemessenen Fotos verboten ist.

Die Fünftklässler wissen auch viel über die Möglichkeiten eines Smartphones und sind bestens im Bild, welche Browser-Apps, Unterhaltungs-Apps, Chat-Apps und Social-Media-Apps existieren, und können auch die verschiedenen App-Symbole problemlos benennen.

Im zweiten Teil vertieften die Experten das Thema der Gefahren und Fallen im Netz. Die Buben und Mädchen wurden separat unterrichtet, damit sie keine Hemmungen haben, Fragen zu stellen. «Wir richten das Programm nach den Fragen der Kinder», sagt Würsch. Aber das Recht am eigenen Bild und «der Fremde im Internet» seien immer Themen. Die Kinder müssten wissen, dass alle Fremden, auch junge und nett wirkende Personen, gefährlich sein können. Zusätzlich lernten sie, wo sie sich Hilfe holen können.

Jugendliche haben ihre eigenen Internet-Trends

Die Schüler nutzen bereits Whats­app, Snapchat, Instagram und vor allem Game-Apps. Facebook ist bei dieser Generation nicht mehr aktuell. Aber viele der Apps, welche die Experten ansprechen, sind Erwachsenen gänzlich unbekannt und richten sich vor allem an Jugendliche. Die Primarschüler brauchen Apps wie «Musical.ly» oder «Live.ly». Mit dem ersten kann man 15-­Sekunden-Videos aufnehmen, in denen man die Lippen synchron zu einem Playback-Lied bewegt und dazu tanzt. Live.ly ist ein Live-Streaming-App. Das heisst, man filmt sich selber bei dem, was man gerade macht. Andere User können das zeitgleich mitverfolgen.

Auch Zurfluh vom Amt für Volksschulen ist mit den Internetgewohnheiten der 10- bis 12- Jährigen nicht vollends vertraut. «Die Entwicklung in diesem Bereich geht extrem schnell voran», sagt er. Jedes Jahr sehe der Präventionsunterricht wieder anders aus, weil sich die Angebote so schnell erneuerten. Zurfluh sagt: «Der Kanton will bei dieser Entwicklung mithalten.» Darum engagiere man auch Experten, die über die Trends bei den Schülern informiert sind.

Eltern sollen ebenfalls sensibilisiert werden

Die schnelle Entwicklung bekämen auch viele Eltern nicht mit, und ihnen sei nicht ganz klar, mit was sich ihre Kinder beschäftigen, so Zurfluh. In vielen Familien führt die Internetnutzung auch zu Konflikten. Würsch fragte in die Runde: «Wer hatte noch nie Stress mit den Eltern, weil sie das Gefühl hatten, ihr wärt zu viel im Internet?» Nur ein Schüler hob die Hand. Zur Sensibilisierung der Eltern werden auch zwei Informationsabende durchgeführt. «Die Eltern sollen Interesse zeigen und klare Regeln vorgeben, aber reine Verbote verfehlen oft die Wirkung», sagt Zurfluh.

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