Präventionskampagne gegen sexuelle Gewalt startet in Uri wieder

Die Fachstelle Kindesschutz führt an den Urner Oberstufen wieder die Präventionskampagne «ich säg was lauft!» durch.

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(RIN) Verschiedene Untersuchungen weisen darauf hin, dass sexuelle Gewalt unter Jugendlichen zunimmt – auch im Kanton Uri. Dies schreibt die Urner Bildungs- und Kulturdirektion in einer Mitteilung. Dementsprechend werden Erziehungsberechtigte und Lehrpersonen vermehrt mit Problemsituationen konfrontiert, in denen Jugendliche die gegenseitigen Grenzen nicht einhalten oder die sexuelle Integrität missachten. Rund drei Viertel der betroffenen Schülerinnen und Schüler würden sexuellen Missbrauch durch ihnen bekannte Jugendliche unter 18 Jahren erfahren. Knapp 10 Prozent der Jungen und 28 Prozent der Mädchen seien zudem schon über digitale Medien sexuell belästigt worden, heisst es in der Mitteilung weiter.

Sexuelle Übergriffe unter Jugendlichen sind laut der Bildungs- und Kulturdirektion also ein ernst zu nehmendes Thema, das aber oftmals tabuisiert werde. Prävention sei deshalb wichtig. Nach den positiven Rückmeldungen und Erfahrungen im Rahmen der ersten Durchführung 2018, führen die Fachstelle Kindesschutz und der Schulpsychologische Dienst die Kampagne «ich säg was lauft!» auch dieses Jahr durch. Die interaktive Wanderausstellung wird von sämtlichen Urner 2. und 3. Sekundarklassen zwischen dem 7. September bis 30. September besucht. Im Mittelpunkt der Kampagne steht die Prävention. «Die Ausstellung unterstützt Jugendliche durch eine aktive Auseinandersetzung dabei, sich unter Gleichaltrigen, in Beziehungen und bei Trennungen achtsam sowie respektvoll zu verhalten», so die Bildungs- und Kulturdirektion Uri.

Gegenseitige Grenzen respektieren

Konkret werden folgende Aspekte als bedeutende Präventionsfaktoren thematisiert: Sich selber treu bleiben, eigene Gefühle und Bedürfnisse ernst nehmen, Rechte und Pflichten kennen, verantwortungsbewusst handeln, gegenseitige Grenzen respektieren und Hilfe holen. Die Ausstellung trägt zudem auch bei Lehrpersonen und Eltern zur Sensibilisierung gegenüber sexueller Gewalt unter Jugendlichen bei.

Entwickelt wurde die Ausstellung gemeinsam vom Didaktischen Zentrum Rapperswil-Jona, dem Kinderschutzzentrum St. Gallen und dem Amt für Soziales des Kantons St. Gallen. Ergänzend dazu wird ein Elternabend durchgeführt. Dieser findet am Donnerstag, 17. September, um 19 Uhr im Prüfungssaal der Kantonalen Mittelschule in Altdorf statt.