Pro-Bon: Urner Detaillisten wechseln von UKB zu Raiffeisen

Die Urner Kantonalbank hat die Zusammenarbeit mit den Urner Detaillisten für das Treuesystem Pro-Bon gekündigt. Nun hat die Raiffeisenbank Urnerland den logistischen Teil übernommen.

Florian Arnold
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Für die Kunden der Urner Detaillisten ändert sich in Sachen Pro-Bon nichts. (Bild: Florian Arnold, 1. Juli 2019)

Für die Kunden der Urner Detaillisten ändert sich in Sachen Pro-Bon nichts. (Bild: Florian Arnold, 1. Juli 2019)

Das Schweizer Treuesystem Pro-Bon ist die grösste branchenübergreifende Organisation des gewerblichen Fachhandels. Heute zählen schweizweit rund 1300 Fachgeschäfte aus 60 Branchen zum Verband. Auch in Uri werden jedes Jahr rund 50'000 Pro-Bon-Karten eingelöst. Sie dienen entweder als Zahlungsmittel beim Einkaufen oder mit einem zusätzlichen Mehrwert beim Kauf von Tickets fürs Schwimmbad, Kino, kulturelle Veranstaltungen, Carfahrten oder beim Skifahren. Rund 10'000 Sammelkarten werden auf diesem Weg eingelöst.

Es geht um viel Geld

Den logistischen Aufwand rund um das Treuesystem hatte bisher die Urner Kantonalbank bewältigt. Doch nun hat die Bank die jahrzehntelange Zusammenarbeit mit den Urner Detaillisten gekündigt, wie die Urner Detaillisten mitteilen. «Der logistische Aufwand für den Verkauf der Marken, das Entgegennehmen von vollen Sammelkarten und das Inkasso sind nicht zu unterschätzen», schreiben sie. «Ausserdem geht es dabei um ziemlich viel Geld.»

Die UKB spricht auf Anfrage der «Urner Zeitung» von «mehreren hundert Stunden Fronarbeit pro Jahr». «Es handelt sich aber um eine bankfremde Dienstleistung», erklärt UKB-CEO Christoph Bugnon. «Wir haben auch immer wieder Anfragen von anderen Institutionen, Dienstleistungen für sie zu erbringen. Insofern ist dies auch ein Schritt hin zur Gleichbehandlung.» In der Zeit der Neuausrichtung der Bank benötige man jede verfügbare Zeit der Mitarbeiter, um sich auf die Kernaufgaben zu konzentrieren.

Keine Angst vor Kundenverlust

Bugnon betont: «Die Urner Kantonalbank muss und will einen Beitrag an die gesamtwirtschaftliche Entwicklung des Kantons leisten.» Man habe die Dienstleistung über Jahre gerne erbracht. Deshalb hat er keine Angst davor, dass die Detaillisten wegen der gekündigten Zusammenarbeit die UKB als Kunden verlassen werden. «Wir sind überzeugt, dass die Urner Detaillisten diese langjährige Unterstützung nebst unseren vielfältigen Beiträgen an Gesellschaft und Wirtschaft im Kanton zu schätzen wissen und auch weiterhin die Leistungen unserer Bank in Anspruch nehmen werden», so Bugnon. Das Engagement gehe weit über diese Dienstleistung hinaus.

Raiffeisen übernimmt von UKB

Für die Urner Detaillisten ist wichtig, dass sie mit einem seriösen und verlässlichen Partner zusammenarbeiten können. «Wir sind sehr froh, mit der Raiffeisenbank Urnerland einen solchen Partner gefunden zu haben, der auch noch über ein Geschäftsstellennetz bis nach Andermatt verfügt», heisst es in der Mitteilung weiter. «Für die Kundinnen und Kunden ändert sich nichts.» Die gesammelten Pro-Bon-Karten können nach wie vor bei allen Urner Detaillisten und den Aktionspartnern eingelöst werden.

Beat Bütikofer, Vorsitzender der Raiffeisen-Bankleitung, und Eliane Nideröst, Präsidentin der Urner Detaillisten. (Bild: PD)

Beat Bütikofer, Vorsitzender der Raiffeisen-Bankleitung, und Eliane Nideröst, Präsidentin der Urner Detaillisten. (Bild: PD)

Detaillisten finanzieren das System

Die Vereinigung der Urner Detaillisten wurde 1911 gegründet und ist heute schweizweit eine der aktivsten und umsatzstärksten Sektionen, welche mit dem Pro-Bon-System arbeiten. Rund 60 Geschäfte belohnen ihre Kunden mit den beliebten Treuemarken. «Es sind denn auch die Detaillisten, welche das Ganze zu Gunsten der treuen Kundschaft finanzieren.»