Procap Uri befindet sich unter neuer Führung

An der 45. Generalversammlung der Procap Uri wählten die Mitglieder mit Doris Gilardi eine neue Präsidentin. Die Versammlung stimmte nach kurzen Protesten einer Erhöhung der Mitgliederbeiträge zu.

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Der ehemalige Präsident Peter Wipfli heisst Doris Gilardi als neue Präsidentin willkommen. (Bild: Robi Kuster (Schattdorf, 16. März 2019))

Der ehemalige Präsident Peter Wipfli heisst Doris Gilardi als neue Präsidentin willkommen. (Bild: Robi Kuster (Schattdorf, 16. März 2019))

Am vergangenen Samstagnachmittag kam die Procap Uri in der Stiftung Behindertenbetriebe Uri (SBU) zur 45. Generalversammlung zusammen. Unter den Gästen waren Vertreter von Procap Luzern, Ob- und Nidwalden, von Procap Schweiz und Vertreter von Behörde und Wirtschaft.

Präsident Peter Wipfli nannte in seiner Begrüssung die unglaubliche Zahl von einer Milliarde Menschen mit Behinderung, die es auf der Welt gebe. Allein in der Schweiz seien es 1,6 Millionen. Davon bezögen 200000 eine IV-Rente, meinte er. Das gebe ihm zu denken. Umso wichtiger sei die Procap, die aus dem Invalidenverband hervorgegangen war und sich für Menschen mit Behinderung in verschiedenen Bereichen einsetzt. Im Jahresbericht nannte Wipfli nur wenige der Aktivitäten. Es wäre gar nicht möglich, die vielen freiwilligen Helfer, Spender und Institutionen zu nennen, die sich jährlich für die Menschen mit Behinderung einsetzen.

Vorstand konnte komplettiert werden

Der Vorstand von Procap Uri war in diesem Jahr gefordert. Leider habe man mit Peter Zurfluh auf ein langjähriges Mitglied und mit Louise Aschwanden auf die bewährte Bauberaterin verzichten müssen. Die Lücke von Louise konnte zwar schnell mit Carmen Gisler aus Altdorf geschlossen werden. Der Vorstand arbeitete aber bis zur GV unterdotiert.

Mit viel Mühe konnten auf die GV neue Kräfte gefunden werden, die der Versammlung zur Wahl vorgestellt wurden. Da auch der Präsident Peter Wipfli seinen Rücktritt erklärt hatte, wählten die Anwesenden drei neue Vorstandsmitglieder. Bernhard Tellenbach wohnt in Buochs und arbeitet in der SBU. Auch Vreni Zwyer aus Schattdorf und Andrea Annen aus Altdorf sind in der SBU beschäftigt. Einzige Verbleibende im Vorstand sind die bisherige Vizepräsidentin Doris Gilardi und neue Präsidentin, die in Erstfeld wohnt und an der heilpädagogischen Schule in Obwalden arbeitet, und Kassierin Julia Tramonti.

Beitragserhöhung auf 60 Franken bewilligt

Da der bisherige Mitgliederbeitrag von 40 Franken die Ausgaben nicht mehr decken konnte und die Kasse mit einem Minus von rund 4000 Franken aufwartete, schlug der Vorstand eine Erhöhung um 20 Franken vor. Einerseits seien die Beiträge überall in der Schweiz höher und anderseits müssten die 40 Franken vollumfänglich an Procap Schweiz abgegeben werden, sagte Peter Wipfli. Trotzdem erwuchs dagegen kurz heftige Opposition. Die anwesenden Fachleute konnten aber entwarnen. Die Forderung, der Kanton müsse mehr leisten, liessen sie nicht gelten, da Kanton und Bund schon hohe Beträge an Procap entrichten. Allein die Beratungsstelle in Luzern sei weitgehend von der öffentlichen Hand getragen. Schliesslich stimmten die Mitglieder der Erhöhung auf 60 Franken für Mitglieder und Solidarmitglieder zu.

Procap Uri Vorbild im Bausektor

Eine wesentliche Aufgabe von Procap ist es, bei Bauvorhaben sicherzustellen, dass behindertengerecht gebaut wird. Carmen Gisler konnte Erfreuliches berichten. Die Schützengasse in Altdorf wurde vorbildlich gepflästert und für den neuen Kantonsbahnhof in Altdorf konnte erreicht werden, dass die Haltekantenhöhe beim Buseinstieg von 16 auf die geforderten 22 Zentimeter erhöht wurden. Damit wird der Bahnhof in Altdorf als Einziger in der Schweiz das autonome Einsteigen ermöglichen.

Für die Zusammenarbeit von Procap Uri mit den anderen Procap-Verbänden unter der Leitung von Peter Wipfli, der vier Jahre als Vize- und vier Jahre als Präsident die Fäden bei Procap Uri gezogen hatte, wurde ein grosses Lob ausgesprochen. Zum Schluss der Versammlung wurde er entsprechend geehrt. Zudem wurden die weiteren Aktivitäten bekanntgegeben und verschiedene Vertreter kamen zu Wort.