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PROGNOSE: Baubranche bremst die Urner Wirtschaft

Das Forschungsinstitut BAK Economics sieht für den Kanton Uri ein verhaltenes nächstes Jahr voraus. Ausschlaggebend ist vor allem die gegenwärtige Durststrecke im Bausektor. Diese dürfte noch rund zwei Jahre anhalten.
Markus Zwyssig
In der Baubranche wird mit der kleineren Kelle angerichtet. (Bild: Gaetan Bally, Keystone (2014))

In der Baubranche wird mit der kleineren Kelle angerichtet. (Bild: Gaetan Bally, Keystone (2014))

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch

Das Baugewerbe bleibt auch im kommenden Jahr das Sorgenkind der Urner Konjunktur. BAK Economics rechnet mit einem erneuten Rückgang der Wertschöpfung um 4,3 Prozent. «Die Bauunternehmen müssen noch rund 2 Jahre überbrücken, in denen es weniger Aufträge gibt», sagte Christoph Bugnon, CEO der Urner Kantonalbank (UKB), gestern vor den Medien. Ab 2019 werde aber eine Trendwende einsetzen. «Mit dem Kantonsbahnhof in Altdorf, dem Neubau des Kantonsspitals, dem Entwicklungsschwerpunkt Werkmatt in Altdorf und dem Ausbau der Axenstrasse stehen einige Grossprojekte an.»

Der Rückgang im Bausektor sei zwar für die einzelnen Unternehmer schlecht, sagte Bugnon. Eine gewisse Abnahme im Baubereich schade aber nicht. «Ein weiterer Anstieg im Wohnungsbau würde die Risiken einer Immobilienblase zu stark ansteigen lassen.» In Uri stehen derzeit viele Wohnungen leer. «Der Druck auf die Mietpreise wird weiter zunehmen», so der UKB-CEO. Um alte Wohnungen auch künftig vermieten zu können, müssten diese instand gehalten und allenfalls renoviert werden. Wohneigentum hingegen könne man in Uri nach wie vor gut verkaufen. Die Prognosen von BAK Economics werden zweimal im Jahr im Auftrag der UKB erhoben. Das hilft auch der Bank, ihre Einschätzungen mit den Prognosen zu vergleichen. «Den Immobiliensektor haben wir zurzeit etwas verstärkt auf dem Radar.»

Rückgang um 0,5 Prozentpunkte erwartet

Nach einem nur moderaten Wachstum im ersten Halbjahr zeichnet BAK Economics für die Schweizer Volkswirtschaft ein wesentlich freundlicheres Bild für die zweite Hälfte 2017. Entgegen der nationalen Prognosen wird im Kanton Uri bis Ende Jahr ein Rückgang der Wirtschaftsentwicklung erwartet. Die Situation in der Baubranche belastet das Urner Wirtschaftswachstum in diesem Jahr mit einer Reduktion von 0,5 Prozentpunkten. So geht das Forschungsinstitut davon aus, dass Uri heuer einen BIP-Rückgang von insgesamt 0,2 Prozent verzeichnen wird.

Schneller erholen als die Baubranche soll sich die Maschinen- und Kunststoffindustrie: Die jüngste Abwertung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro sowie die besseren Prognosen zur wirtschaftlichen Lage in der Eurozone treiben die Exporte aus dem Kanton Uri voran. Bis Ende Juli 2017 lagen diese mit einer Zunahme von 5,1 Prozent deutlich über dem schweizweiten Wachstum von 1,9 Prozent. Im kommenden Jahr soll der Sektor in Uri dank verbesserter Nachfrage zu seiner alten Stärke finden – mit einem Wertschöpfungswachstum von 4,5 Prozent. Unter dem Strich prognostiziert BAK Economics für den Kanton Uri 2018 ein Wachstum des Bruttoinlandprodukts von 1,3 Prozent.

Weniger Beschäftigte, aber tiefe Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Beschäftigten in Industrie und Gewerbe wird im laufenden Jahr im Kanton Uri voraussichtlich um 3,6 Prozent abnehmen. Zurückzuführen ist dies ebenfalls auf die Baubranche. Im Dienstleistungssektor ist ein leichter Anstieg prognostiziert, der im schweizweiten Vergleich jedoch unterdurchschnittlich bleibt. Insgesamt resultiert für 2017 im Kanton Uri ein Rückgang der Beschäftigung um 1,2 Prozent.

Für das kommende Jahr zeichnet BAK Economics kein positiveres Bild: In der schwachen Urner Konjunktur wird mit einer Stagnation der Zahl der Beschäftigten gerechnet. Erfreulicher sieht die Arbeitslosenquote in Uri aus. Diese sank bisher stetig und soll auf Ende 2017 bei 1 Prozent zu liegen kommen. Der Schweizer Durchschnitt beträgt 3,2 Prozent.

Tourismusbranche sollte sich 2018 wieder erholen

Nach kurzzeitiger Erholung im zweiten Halbjahr 2016 verringerte sich die Zahl der Logiernächte in der ersten Hälfte 2017. Dies obwohl sich das Umfeld für den Tourismus mit der anhaltenden Abwertung des Schweizer Frankens verbessert. Die Urner Tourismusbranche muss für 2017 voraussichtlich einen Rückgang der Wertschöpfung von 0,2 Prozent hinnehmen, während sie schweizweit um 1,1 Prozent wachsen wird. 2018 soll aber auch dem Urner Tourismus besser gehen: BAK Economics prognostiziert hier ein Wachstum der Wertschöpfung um 1,5 Prozent.

Hingegen leidet die Urner Stromindustrie. Hier wird die Wertschöpfung bis Ende Jahr um 1,5 Prozent abnehmen. Dies liegt vor allem an den tiefen europäischen Strompreisen. 2018 soll sich die Situation entspannen. Die Nachfrage nach Strom dürfte auch aufgrund der anziehenden Konjunktur zunehmen. Insgesamt wird mit einem leichten Anstieg der Wertschöpfung im Energiesektor gerechnet.

Hinweis
Details zur aktuellen Prognose auf www.ukb.ch/wirtschaftsprognose

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