Urner Wirtschaftsprognose fällt durchzogen aus

Wirtschaft Uri hat Unternehmen zur aktuellen Wirtschaftssituation befragt. Dabei gibt es spannende Ergebnisse.

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Mit welchen Herausforderungen sind die Urner Unternehmen in diesen Tagen konfrontiert? «Stichworte wie Fachkräftemangel oder Digitalisierung sind gegenwärtig in aller Munde», schreibt dazu der Dachverband Wirtschaft Uri in einer Mitteilung. Doch was heisst das konkret für den Urner Wirtschaftsstandort, für den einzelnen Betrieb? Und was brauchen die Unternehmer von der Politik, Verwaltung und Wirtschaft Uri? Diese Fragen stellte der Dachverband seinen Mitgliedern. Durchgeführt wurde die Umfrage im Auftrag von Wirtschaft Uri durch Demoscope.

Aus der Umfrage lassen sich laut Wirtschaft Uri drei Bereiche definieren, aus denen die Erwartung und Einschätzung der Unternehmen eruiert werden können:

2020 wird eine leicht schlechtere Wirtschaftslage erwartet: Michael Buess, der die Daten des Wirtschaftsbarometers erhoben hat, fasst die generelle Erwartung der Wirtschaftslage wie folgt zusammen: «Urner Unternehmen erwarten für 2020 eine Eintrübung der allgemeinen Wirtschaftslage: Waren sie bei der letzten Befragung noch mehrheitlich optimistisch für 2019, wird nun für 2020 eine leicht schlechtere Wirtschaftslage erwartet», so der Experte. Die Einschätzungen der befragten Unternehmen fallen pessimistischer aus als im Vergleich zum Vorjahr: «Allgemein wird zwar für 2020 immer noch eine leicht bessere Auftragslage erwartet. Trotzdem erwarten die Unternehmen für 2020 aber einen tieferen Gewinn als er 2019 erzielt werden konnte», so der Experte.

Der Fachkräftemangel ist weiterhin zu spüren: «Trotz der eher negativen Erwartungen gehen die Urner Unternehmen trotzdem davon aus, im Jahr 2020 zumindest einige wenige zusätzliche Mitarbeiter einstellen zu können», erklärt Michael Buess. «Weiterhin wird aber erwartet, dass es schwierig ist und bleibt, die nötigen qualifizierten Mitarbeitenden zu finden und auch das Besetzen der offenen Lehrstellen wird für 2020 weiterhin als schwierig eingeschätzt.» Weiter werde das Finden von Fachkräften neben der steigenden Bürokratie und dem Erodieren von Preisen und Margen generell als eine der grössten Herausforderungen für das eigene Unternehmen im Jahr 2020 eingeschätzt.

Die Digitalisierung als Chance – Die Erreichbarkeit als grosse Gefahr: «Von der fortschreitenden Digitalisierung wird weiterhin eher ein positiver Effekt auf das eigene Unternehmen erwartet», so Buess. «Die bereits 2019 kritisch eingeschätzte verkehrstechnische Erreichbarkeit wird auch für 2020 negativ beurteilt. Dies wohl auch vor dem Hintergrund der mehrmaligen Sperrung der Axenstrasse im Jahr 2019. Zudem wird eine weitere Verschlechterung bezüglich des Kostenumfelds erwartet.» Zudem werde die Unterstützung durch die Urner Verwaltung ebenfalls noch kritischer als bereits 2019 beurteilt. Die Unternehmen hätten das Gefühl, von der Verwaltung zu wenig unterstützt zu werden. Gleichzeitig werden die zunehmende Regulierung und die Zunahme von staatlichen Auflagen als zukünftige Risiken für das eigene Unternehmen betrachtet.

Unternehmerfreundliche Bedingungen gefordert

«Wir brauchen proaktive und innovative Ansätze der Unternehmer, um im Kanton Uri langfristig konkurrenzfähig sein zu können», sagt René Röthlisberger, Präsident von Wirtschaft Uri. «Damit Uri erfolgreich bleiben kann, brauche es auch die Unterstützung der Politik und der Verwaltung.» Die Rahmenbedingungen müssten unternehmerfreundlich gestaltet, das Kostenwachstum im Kanton und den Gemeinden eingedämmt und Wachstumsperspektiven für den Kanton unterstützt werden, so Röthlisbergers Meinung. Konkret könne man den Unternehmen etwa helfen, indem man ihnen bei wichtigen und für den Wirtschaftsstandort Uri positiven Projekten nicht unnötige Steine in den Weg lege.