Projekt Handballhalle Flüelen kommt nicht zu Stande

Der Handballclub HC KTV Altdorf wollte in Flüelen eine Sporthalle bauen. Jetzt hat der Verein seine Pläne zurückgezogen – auch wegen Meinungsverschiedenheiten mit lokalen Klubs.

Florian Arnold
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Das Projekt Sporthalle Flüelen wird nicht weiterverfolgt. Dies teilt der Gemeinderat gestern den Anwohnern und den Flüeler Vereinen in einem Schreiben mit, das der «Urner Zeitung» vorliegt. Der Handballclub HC KTV Altdorf hatte im Frühling Interesse bekundet, auf der Flüeler Allmend eine Halle zu bauen. Vor rund zwei Jahren war die Baldinihalle in Altdorf niedergebrannt, welche der Handballclub zusammen mit dem Verein Floorball Uri baute. Schliesslich hatte sich der Altdorfer Handballclub auf die Suche nach einem neuen Standort für eine Dreifachturnhalle gemacht. Floorball Uri verfolgt mittlerweile ein eigenes Projekt in Amsteg. In Flüelen würden die Handballer fündig. Mit dem Bau der Halle sollte rasch vorwärtsgemacht werden.

Der Grundriss der geplanten Halle auf dem Sportplatz Flüelen.

Der Grundriss der geplanten Halle auf dem Sportplatz Flüelen.

PD/Urner Zeitung

Vereine empfahlen, Land nicht herzugeben

An der Gemeindeversammlung vom 25. Juni zogen die Flüeler jedoch die Handbremse an. Mit deutlichem Mehr verständigte man sich darauf, das Traktandum zur Vertragsänderung, welche den Bau einer Sporthalle auf dem Sportplatz Allmend möglich gemacht hätte, auf die Versammlung im November zu verschieben. Zudem wurde angeregt, eine Begleitgruppe zu gründen, die Vereine, Anwohner, Gemeinde und Mitglieder des Handballclubs an einen Tisch bringen sollte. Gleichzeitig formierte sich die «IG der Flüeler Vereine für Vereinsinfrastrukturen». Kurz vor dem zweiten Treffen der Begleitgruppe teilte diese IG gegenüber der Gemeinde mit, dass die Flüelerinnen und Flüeler kaum Interesse an einer Handballhalle hätten, dies würde eine Umfrage zeigen. Die IG werde der Flüeler Bevölkerung empfehlen, die entsprechende Parzelle auf der Korporationsallmend nicht für den Bau abzutreten.

Marco Lauener vom HC KTV Altdorf ist sehr enttäuscht. «Nach sechs Monaten hoffnungsvoller Planung müssen wir das Projekt schweren Herzens aufgeben», sagt er auf Anfrage der «Urner Zeitung». «Wir haben immer offengelegt, dass wir nur nach Flüelen kommen, wenn wir mit offenen Armen empfangen werden. Gegen den Willen von lokalen Vereinen an einer Gemeindeversammlung Anträge zu stellen, das machen wir nicht.» Nach wie vor ist der Handballclub auf der Suche nach Trainingsmöglichkeiten. Marco Lauener dazu: «Wo ein Türchen zugeht, geht ein anderes auf.»

Das Huhn oder das Ei?

«Wir waren dem Projekt offen gegenüber, wollten aber ein Mitspracherecht», sagt Elias Bricker von der IG. Im Grunde sei es die Frage nach dem Huhn oder dem Ei. «Während der Handballclub zuerst die Zusage für das Land wollte, um im Detail weiterzuplanen, wollten wir wissen, auf was sich Flüelen einlässt, wenn die Gemeinde das Land abtritt.» Viele Fragen seien offen gewesen, etwa zu den jährlichen Unterhaltskosten oder zur Finanzierung einer sicheren Zufahrt. Bei der Bedürfnisabklärung hätten sich rund 16 Vereine gemeldet. Diese ergab, dass es vor allem an Garderoben im Bereich des Sportplatzes mangle, und an einer Grundinfrastruktur für Versammlungen und kleinere Feste. Eine grössere Halle habe aber nicht den Wünschen der lokalen Vereine entsprochen.

Ohnehin äusserte die IG grosse Bedenken in Sachen Finanzierung. Zwar verfügte der Handballclub aufgrund des Brandes über eine Versicherungssumme, die für den Bau hätte eingesetzt werden können. Das Gebiet nahe am Ufer des Urnersees bedürfe aber wohl einer Pfählung. Die IG sei nicht damit einverstanden gewesen, dass die Gemeinde und allfällig auch «die ohnehin mehrheitlich nicht vermögenden Vereine», wie Bricker sagt, grosse Kosten hätte mittragen sollen. Angedacht sei gewesen, dass die Handballer die Halle nach dem Bau der Gemeinde abtreten und diese für den Unterhalt aufkommen müsste. Die IG könne deshalb nicht als Sündenbock hingestellt werden.

Gemeinderat ist bereit für neue Pläne

Die IG will dem Gemeinderat nun eine Art Gegenvorschlag unterbreiten, der die Bedürfnisse der Vereine stillen soll. Der Gemeinderat zeigt sich in seinem Schreiben positiv darüber. «Da die IG schon heute äusserte, namens der Flüeler Vereine Ideen verwirklichen zu wollen, bietet der Gemeinderat seine Gesprächsbereitschaft an», heisst es im Schreiben. In den Gesprächen soll über mögliche Infrastrukturen auf der Allmend gesprochen werden. Dies soll womöglich noch in diesem Jahr stattfinden.