Rad-Bergrennen Silenen-Amsteg-Bristen muss dieses Jahr abgesagt werden

Wegen des dicht gedrängten Rennkalenders hat das Organisationskomitee auf ein Ersatzdatum in diesem Jahr verzichtet. Die 66. Auflage des Berg-Klassikers soll nun am 13. Mai 2021 stattfinden.

Urs Hanhart
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Lokalmatador Fabio Püntener belegte beim letztjährigen Rennen den 8. Platz.

Lokalmatador Fabio Püntener belegte beim letztjährigen Rennen den 8. Platz. 

Bild: Urs Hanhart (29. Mai 2019)

Seit bald sieben Jahrzehnten pilgern am Auffahrtstag jeweils zahlreiche Radsportfans ins Bergdorf Bristen, um dem traditionellen Bergrennen mit Start in Silenen beizuwohnen. Die Premiere fand 1954 statt. Bisher konnte der beliebte Sportanlass, der einen festen Platz im Urner Sportkalender hat, nur einmal nicht abgehalten werden. 2003 musste das Rennen wegen Felssturzgefahr abgesagt werden.

Heuer gesellt sich nun eine zweite Absage beziehungsweise Verschiebung hinzu. Die Veranstalter vom VMC Silenen sehen sich wegen der Coronakrise gezwungen, von einer Durchführung abzusehen. Die 66. Auflage hätte an Auffahrt (21. Mai) stattfinden sollen.

66. Austragung soll am 13. Mai 2021 stattfinden

«Unser Organisationskomitee hat einvernehmlich entschieden, die Veranstaltung für 2020 abzusagen. Nach dem Bunderatsentscheid vom 29. April sind Sportveranstaltungen bis mindestens am 8. Juni verboten. Danach sind sie – wenn überhaupt – nur unter strengen Auflagen durchführbar», erklärt OK-­Präsident Beat Zberg. Und der ehemalige Radprofi fügt noch an: «Von einem Verschiebedatum sind wir abgekommen, da viele Rennen bereits vom Frühling in den Sommer oder Herbst verlegt worden sind. Im nationalen Rennkalender noch ein geeignetes Datum zu finden, wäre fast unmöglich.» Die 66. Austragung des Berg-Klassikers wird gemäss Zberg auf den 13. Mai 2021 verschoben.

Bisher konnten neun Urner Rennfahrer ihr Heimrennen für sich entscheiden, darunter auch der aktuelle OK-Chef Beat Zberg, der 1990 und 1991 triumphierte. Vier Athleten brachten sogar das Kunststück fertig, dreimal in Bristen als Erster über die Ziellinie zu fahren. Zu den Rekordsiegern gehören nebst Erich Holdener auch die drei Urner Hans Traxel, Markus Zberg und Kurt Betschart. Sie alle bewerkstelligen also den begehrten Hattrick. Der nächste, der dieses Kunststück durchaus schaffen könnte, ist der Silener MTB-Spezialist Reto Indergand. Er konnte sich bereits zweimal, nämlich 2015 und 2018, im goldenen Buch der Sieger verewigen.

Keine internationalen Rennen bis Ende Juni

Genau gleich wie alle anderen Sportarten ist auch der Radsport hart von der Coronapandemie betroffen. Auf internationaler Ebene sind sämtliche bedeutenden Rennen bis Ende Juni entweder abgesagt oder verschoben worden.

Davon betroffen ist auch die Tour de Suisse, die Mitte Juni in Andermatt Station gemacht hätte. Dort wäre auch die Königsetappe durchgeführt worden. Die Organisatoren haben sich nun zum Ziel gesetzt, die für 2020 geplante Tour de Suisse möglichst identisch im Juni 2021 durchzuführen.