Radsport
Der Rad-Bergklassiker findet statt

Das Bergrennen Silenen-Amstag-Bristen kann am 13. Mai durchgeführt werden. Allerdings gibt es massive Einschränkungen.

Urs Hanhart
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Das Rad-Bergrennen Silenen-Amsteg-Bristen lockte stets viele Zuschauer an den Strassenrand – heuer findet es ohne Publikum statt.

Das Rad-Bergrennen Silenen-Amsteg-Bristen lockte stets viele Zuschauer an den Strassenrand – heuer findet es ohne Publikum statt.

Bild: Urs Hanhart (25. Mai 2019)

Aufgrund der ersten Welle der Coronapandemie sah sich der für die Organisation zuständige VMC Silenen vor Jahresfrist gezwungen, das traditionelle Rad-Bergrennen Silenen-Amsteg-Bristen schweren Herzens abzusagen. Die 66. Auflage wurde um ein Jahr auf den Auffahrtstag am 13. Mai 2021 verschoben. Lange drohte heuer ein ähnliches Szenario. Die Durchführung stand aus den gleichen Gründen erneut auf der Kippe.

Nun gibt es aber Entwarnung: Das vom ehemaligen Radprofi Beat Zberg, seines Zeichens Tagessieger in Bristen 1990 und 1991, präsidierte OK gab kürzlich bekannt, dass der geschichtsträchtige Event durchgeführt werden kann. «Der VMC Silenen sieht sich gegenüber den Sportlerinnen und Sportlern, die in letzter Zeit viel zu kurz gekommen sind, verpflichtet, wieder einen Wettkampf zu organisieren», erklärt der OK-Chef. «Gerade im Nachwuchsbereich ist es wichtig, dass wieder Rennen stattfinden. Die Jungen benötigen Ziele, damit sie nicht die Motivation und die Freude am Training verlieren.»

Weniger Kategorien und keine Zuschauer

Allerdings muss der Veranstalter aufgrund der noch immer angespannten Coronasituation einige Kompromisse eingehen. Dazu sagt Zberg: «Zuschauer werden voraussichtlich nicht zugelassen. Zudem gibt es weniger Kategorien als sonst.» Konkret dürfen bei den Amateuren nur die Jahrgänge 2001 und 2002 antreten. Gar nicht im Programm figurieren die Fun-Kategorien, die bisher immer viele Hobby-Rennfahrer angelockt hatten, sowie die E-Bike-Challenge. Keine Einschränkungen gibt es bei den Anfängern U17, Junioren U19 und bei den Elitefahrern.

Voraussetzung für die Durchführung ist, dass die aktuellen Schutzmassnahmen von Bund und Kanton eingehalten werden. «Das Covid-19-Schutzkonzept steht», versichert Zberg. «Erste Anmeldungen sind eingegangen und die Vorbereitungen aufs Rennen laufen seit geraumer Zeit auf Hochtouren». Flexibilität werde weiterhin gefragt sein. Vor allem finanziell sei es eine grosse Herausforderung, das Rennen einigermassen kostendeckend zu organisieren. «Aber zum Glück stehen unsere vielen treuen Sponsoren hinter der Veranstaltung», so Zberg. Nebst den erwähnten Kategorien und Zaungästen muss auch auf den Betrieb einer Festwirtschaft verzichtet werden – Grundvoraussetzung für eine Durchführung, dass Bund und Kanton die Covid-19-Massnahmen nicht weiter verschärfen.

Streckenrekord besteht seit 20 Jahren

Das 6,5 Kilometer lange und 275 Meter Höhendifferenz aufweisende Bergrennen gehört den traditionsreichsten und beliebtesten Sportevents im Kanton Uri. In normalen Jahren herrscht besonders in der steilsten Passage rund 500 Meter vor dem Ziel jeweils eine Bombenstimmung und die Zuschauer stehen an der entscheidenden Passage Spalier. Heuer wird diese spezielle Ambiance also fehlen. In der über 60-jährigen Geschichte dieses Klassikers ist es bisher neun Urnern gelungen, sich ins goldene Buch der Sieger einzutragen. Hans Traxel, Markus Zberg und Kurt Betschart schafften sogar einen Hattrick, genau gleich wie der Zuger Erich Holdener, der Ende der 1980er-Jahre das Geschehen dominierte. Als bisher letzter Urner konnte der Silener Lokalmatador Reto Indergand das Heimrennen für sich entscheiden. Es war damals bereits sein zweiter Erfolg nach 2015. Der noch immer gültige Streckenrekord (12:11 Minuten) wurde 2001 vom Aargauer David Ruckstuhl aufgestellt. Diese Marke hat also zwei Jahrzehnte allen Angriffen standgehalten.