Radsport
Urner Bikerin Linda Indergand überzeugt auch auf der Strasse

Mit dem 4. Rang und der Auszeichnung als «aktivste» Fahrerin in der 2. Etappe, beendete die Urnerin die Tour de Suisse Frauen 2021 im 16. Gesamtrang.

Josef Mulle
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Die erste Austragung der «Tour de Suisse Women» ist geglückt, und das Echo im Fahrerlager der Frauen war durchwegs positiv. Um aber die «Gleichberechtigung» voranzutreiben und die Veranstaltung auch international dem Stellenwert der Männer Tour anzugleichen, planen die Organisatoren in naher Zukunft die Frauen und Männer Tour zu vereinen. Gewonnen wurde die Women-Tour von Elizabeth Deignan vor den beiden Schweizerinnen, Elise Chappey und Marlen Reusser. Nebst diesen beiden zurzeit stärksten Schweizer Strassenfahrerinnen brillierten vor allem die eingesetzten Mountainbikerinnen, unter ihnen auch die Urner Weltklassebikerin Linda Indergand.

Indergand als aktivste Fahrerin ausgezeichnet

Die Rollen im Swiss Cycling Team, das fast ausschliesslich aus den MTB Spezialistinnen bestand, waren vom Team Chef Edy Telser ganz klar verteilt. Linda Indergand setzte er an beiden Etappen hauptsächlich auf die Sprintwertungen an. Bei der ersten Etappe gab es drei solcher Wertungssprints, in denen sich Linda Indergand zweimal den 3. Rang holte. Kurz nach diesen Wertungen bildete sich in der vorletzten Runde eine Spitzengruppe mit Elyse Chabbey, Marlen Reusser, Jolanda Neff und Sina Frei. Chabbey gewann dann etwas überraschend die Etappe und durfte sich mit dem Leadertrikot einkleiden lassen. Linda Indergand belegte in dieser Etappe den 30. Rang.

Linda Indergand wird als aktivste Fahrerin ausgezeichnet.

Linda Indergand wird als aktivste Fahrerin ausgezeichnet.

Bild: PD

Die Rollenverteilung galt auch in der zweiten Etappe und so versuchte Linda Indergand sich weiterhin auf die Sprints zu konzentrieren, was sie dazu zwang, möglichst vorne im Feld präsent zu sein. So war die Urnerin als einzige Schweizerin dabei, als es einer 8 Fahrerinnen umfassenden Gruppe gelang, sich ganz leicht vom Feld abzusetzen. Der Vorsprung betrug nie mehr als 24 Sekunden auf das Feld. Als eingangs letzter Runde diese Zeitreserve dahin schmolz wie Schnee an der Frühlingssonne, übernahm Linda Indergand das Zepter, verschärfte das Tempo, und brachte so den Vorsprung wieder auf 16 Sekunden.

Mit der minimen Reserve von 6 Sekunden auf das heranbrausende Feld überquerte Indergand als grossartige vierte die Ziellinie. Für ihre kämpferische Fahrweise wurde sie im Anschluss an die Siegerehrung mit dem Preis als «aktivste» Fahrerin des Tages belohnt. «Das war ein grossartiges Erlebnis in dieser Spitzengruppe an der Tour de Suisse der Frauen dabei zu sein. Das ganze Ambiente, mit Töffs, Auto und Helikopter, was man ja sonst nur aus dem Fernsehen kennt, direkt mitzuerleben, war einzigartig», schwärmte Linda Indergand in ihrem Fernsehinterview. Vorläufig ist der Abstecher auf die Strasse aber beendet, denn nächstes Wochenende folgt bereits der nächste MTB Weltcup in Leogang.