Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Rat will Finanzausgleich zwischen Urner Kirchgemeinden ausbauen

Die Steuersätze der Urner Kirchgemeinden liegen derzeit weit auseinander – zwischen 82 Prozent in Altdorf und 178 Prozent in Bristen. Nun wurde der Kleine Landeskirchenrat damit beauftragt, einen neuen Finanzausgleich zu erarbeiten.
Carmen Epp
Eva Baumann-Neuhaus vom Schweizerischen Pastoralsoziologischen Insttitut St. Gallen referiert an der Versammlung des Grossen Landeskirchenrats. (Bild: Carmen Epp, Altdorf, 15. Mai 2019)

Eva Baumann-Neuhaus vom Schweizerischen Pastoralsoziologischen Insttitut St. Gallen referiert an der Versammlung des Grossen Landeskirchenrats. (Bild: Carmen Epp, Altdorf, 15. Mai 2019)

Katholiken zahlen in Bristen mehr als doppelt so hohe Kirchensteuern wie in Altdorf – ein Umstand, der die Versammlung des Grossen Landeskirchenrats vom Mittwoch, 15. Mai, beschäftigte.

Die Römisch-Katholische Landeskirche Uri hatte zwar 2008 einen Finanzausgleich zwischen den Urner Kirchgemeinden eingeführt, wie Gunthard Orglmeister, Präsident des Kleinen Landeskirchenrats, erklärte. Dieser wird durch die Kopfsteuern von 30 Franken gespiesen, womit jährlich rund 475'000 Franken für den Finanzausgleich zwischen den Kirchgemeinden zur Verfügung steht. «Das ermöglicht zwar eine gewisse Entlastung von besonders ressourcenschwachen Kirchgemeinden», so Orglmeister. Dennoch bestünden noch immer grosse Unterschiede in der Steuerbelastung zwischen den Kirchgemeinden, wie das Beispiel von Bristen (Steuersatz: 178 Prozent) und Altdorf (82) zeige. Der Finanzausgleich reicht also nicht aus, um die Unterschiede abzufedern.

Neues Modell soll Fusionen nicht verhindern

Deshalb will der Kleine Landeskirchenrat einen neuen Finanzausgleich erarbeiten, der vergleichbar stark wirken wird wie der kantonale Finanzausgleich zwischen den Einwohnergemeinden – hier ist die Streuung der Steuerbelastung kleiner und liegt zwischen 90 bis 120 Prozent. Die Anpassungen des Finanzausgleichs sollen Fusionen attraktiver machen. Kirchenrat Pascal Bosshard forderte, die Kirchgemeinde Altdorf, die er vertritt, müsse in der Kommission vertreten sein. «Schliesslich wird Altdorf als finanzstärkste Kirchgemeinde am stärksten von der Anpassung betroffen sein», sagte er. Diese Ergänzung sowie der Antrag des Kleinen Landeskirchenrats wurden ohne Gegenstimme gutgeheissen. Der neue Finanzausgleich soll 2020 einer Landeskirchenversammlung vorgelegt werden.

Das Steuerwesen beschäftigte den Kleinen Landeskirchenrat schon 2018. In der Vernehmlassung zur Teilrevision des kantonalen Steuergesetzes bis Ende Januar 2019 war vorgesehen, die Kirchensteuer für juristische Personen von 1 auf neu 0,4 Prozent zu senken. Damit wären die Kirchgemeinden laut Orglmeister jedoch um einen wesentlichen Teil ihrer Finanzierung beschnitten worden. Gemeinsam mit der Evangelisch-Reformierten Landeskirche habe man deshalb das Gespräch mit Finanzdirektor Urs Janett gesucht und sich auf einen Kompromiss geeinigt: Neu soll die Kirchensteuer für juristische Personen nur noch auf 0,6 statt auf 0,4 Prozent gesenkt werden.

Die Jahresrechnung schliesst bei einem Aufwand von 1,263 Millionen Franken mit einem Ertragsüberschuss von rund 17'732 Franken und damit 20'032 Franken besser ab als budgetiert. Sie wurde gutgeheissen.

Besoldung von Organisten beschäftigt weiter

An der Herbstsession des Grossen Landeskirchenrats im November 2018 hatte Astrid Walker aus Flüelen angeregt, die Richtlinien für die Anstellung von Kirchenmusikern aus dem Jahre 1993 zu überarbeiten. Dies, weil die Organisten in den Kirchgemeinden unterschiedlich mit 90 bis 150 Franken entlöhnt werden. Ein erstes Gespräch mit dem Präsidenten des Kirchenmusikverbands habe stattgefunden, sagte Alex Christen, Vizepräsident des Kleinen Landeskirchenrats. Man sei bereit, entsprechende Empfehlungen zur Besoldung der Organisten zu erarbeiten.

Wie weiter? Diese Frage beschäftigte die Versammlung auch ganz allgemein. Mit einem Referat ging Eva Baumann-Neuhaus vom Schweizerischen Pastoralsoziologischen Institut in St. Gallen auf die Situation der Kirche in der Schweiz ein. Diese befinde sich als Institut rein statistisch gesehen seit Jahrzehnten auf dem Sinkflug, stehe aber auch vor grossen Chancen, wenn sie Neues wage – ein Aufruf, der zur Versammlung passte.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.