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REALP: Sensationspunkt wird nun erschlossen

Im Kanton Uri gibt es eine spezielle Wasserscheide: Von dort fliesst das Wasser in drei verschiedene Meere. Nun soll der Punkt für Wanderer zugänglich werden.
Paul Dubacher auf dem Weg zum symbolischen Projektstart. (Bild: Elias Bricker / Neue UZ)

Paul Dubacher auf dem Weg zum symbolischen Projektstart. (Bild: Elias Bricker / Neue UZ)

Elias Bricker

Es ist nur eine Felsplatte mitten im Gotthardmassiv, rund 200 Meter neben dem Witenwasserenstock hinter Realp. Doch der Punkt auf 3025 Meter ist ganz speziell. Über diese Felsplatte verläuft die Grenze der Kantone Uri, Tessin und Wallis. Aber was den Ort ganz besonders macht: Bei Regen entstehen hier Wasserläufe, die je nach Windrichtung via Reuss in den Rhein, in die Rhone oder via Po in den Ticino fliessen alles ganz bedeutende Flüsse. Der Rhein mündet in der Nordsee, die Rhone im Mittelmeer und der Po im Adriatischen Meer. Experten sprechen daher von einer dreifachen kontinentalen Wasserscheide. Nur drei weitere davon soll es auf der Welt geben, eine im Himalaja, eine in Angola und eine im bündnerischen Maloja. Die dreifache Wasserscheide im Witenwasserental ist zudem die höchste von ganz Europa.

Dieser Punkt soll nun für Wanderer erschlossen werden (siehe unsere Zeitung vom 26. April). Vier Wege sollen dereinst zur Felsplatte führen. Ausgangspunkte sind die Gemeinde Realp, der Gotthardpass, der Furkapass und der Weiler Villa Bedretto. Gestern Mittag fiel bei der SAC-Rotondohütte im Witenwasserental der symbolische Startschuss des Projekts. Talammann Hans Regli als Vertreter der Korporation Ursern und Initiant Paul Dubacher schlugen den ersten Markierungspfahl ein. Die eigentlichen Bauarbeiten sollen aber erst im kommenden Jahr starten. Die Bewilligungen der Korporation Ursern und der Gemeinde Realp liegen aber bereits vor.

«Phänomenale Aussicht»

Die Idee, die spezielle Wasserscheide mit Wanderwegen zu erschliessen, stammt vom Engeren Rat der Korporation Ursern. «Wir müssen doch diesen speziellen Punkt touristisch irgendwie vermarkten», sagt Talammann Hans Regli. Die Korporation hat dafür nun Paul Dubacher ins Boot geholt. «Ohne ihn wäre dieses Projekt nicht möglich», so Regli. Denn der 70-jährige Seedorfer ist kein Unbekannter: Er hat massgeblich zur Realisierung des Wegs der Schweiz beigetragen, der 1991 in Zusammenhang mit dem 700-jährigen Bestehen der Eidgenossenschaft rund um den Urnersee erstellt wurde. Zudem war er Initiant des 2012 eröffneten Vierquellenwegs. «Das Gebiet rund um das Witenwasse­rental war mir zuvor völlig unbekannt», muss der Urner Wanderwegbauer gestehen. «Doch als ich das Gebiet mit Vertretern der Korporation inspiziert habe, musste ich einfach sagen: Das müssen wir machen. Die Aussicht dort oben und die Landschaft hier sind einfach phänomenal.» Zudem seien die Routen zum Punkt überhaupt nicht exponiert.

Korporation spricht Kredit

Die Routen sollen für mehrheitlich zweitägige Wanderungen angelegt werden. Von Realp aus über die Rotondohütte ist ein weiss-rot-weisser Bergwanderweg geplant. Die restlichen Routen werden wenn möglich ebenfalls weiss-rot-weiss gekennzeichnet statt weiss-blau-weiss (alpin). Neu erstellt wird ein insgesamt 10 Kilometer langes Wegnetz. Hinzu kommt der Ausbau bestehender Routen. Ein vierköpfiges Team um Paul Dubacher nimmt die Planung in die Hand.

Der Seedorfer rechnet mit Kosten in der Höhe von 1,6 Millionen Franken. Die Korporation Ursern hat nun bereits einmal ein Startkapital von 50 000 Franken gesprochen. Das ganze Projekt wird mit Spenden und Sponsorengeldern finanziert. Die neuen Wege sollen bis 2018 realisiert sein. «Einen genauen Zeitplan können wir aber kaum machen», sagt Dubacher. «Auf dieser Höhe sind wir extrem wetterabhängig.»

Weg soll Region beleben

Die neuen Routen zur interkontinentalen Wasserscheide stellen eine Ergänzung zum bestehenden Vierquellenweg dar. Der Vierquellenweg verbindet die Quellen von Rhein, Reuss, Ticino und Rhone. «Die neuen Wanderwege werden sicher einen grossen Mehrwert und eine touristische Aufwertung für die ganze Region mit sich bringen», sagt Talammann Regli. Und Dubacher ergänzt: «Ein Tageswanderer gibt im Schnitt 40 Franken pro Tag aus. Denn er benutzt den öffentlichen Verkehr und kehrt irgendwo ein. Übernachtungsgäste lassen sogar 100 Franken pro Tag liegen.» Dass Dubacher die Gotthardregion mit seinem Vierquellenweg belebt, zeigt sich bereits jetzt. Die Auslastungen der SAC-Hütten entlang des 85 Kilometer langen Wanderweges haben seit 2012 um bis zu 90 Prozent zugenommen. Die Erschliessung der kontinentalen Wasserscheide dürfte ab 2018 vor allem die Rotondohütte zu spüren bekommen, die im Winter ein beliebter Ausgangspunkt für Skitouren ist. «Im Sommer ist das Angebot für Wanderer hier sicher noch ausbaufähig», sagt Hüttenwartin Pia Biondi. «Deshalb bin ich überzeugt, dass dieses Projekt für uns etwas bringen wird.»

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