RECHNUNG: Erstfeld präsentiert 1,3 Millionen Franken Überschuss

An der Gemeindeversammlung vom 7. Juni stehen fünf Abrechnungen im Zentrum. Ausserdem ersuchen die Gemeindewerke um die Ermächtigung zu einem Liegenschaftsverkauf.

Markus Herger
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Der Bahnhof Erstfeld soll zu einem Treffpunkt für Bahnfans und Touristen werden. (Archivbild UZ)

Der Bahnhof Erstfeld soll zu einem Treffpunkt für Bahnfans und Touristen werden. (Archivbild UZ)

Die Gemeinde Erstfeld kann einen erfreulichen Rechnungsabschluss präsentieren. Bei einem Aufwand von 13,214 Millionen Franken und einem Ertrag von 13,298 Millionen Franken wird ein Gewinn von 83400 Franken ausgewiesen. Nebst den ordentlichen Abschreibungen von 173700 Franken konnten auf dem Verwaltungsvermögen zusätzliche Abschreibungen von 1,229 Millionen Franken vorgenommen werden.

Unter Berücksichtigung der zusätzlichen Abschreibungen ergibt sich in der Rechnung des vergangenen Jahres ein Überschuss von rund 1,3 Millionen Franken. Mit diesem Ergebnis hat sich die gute Finanzlage der Gemeinde weiter konsolidiert. Der im vergangenen Jahr erzielte Ertragsüberschuss wird dem Eigenkapital gutgeschrieben.

Liegenschaften bringen Mehrertrag

Zur markanten Verbesserung haben verschiedene Positionen beigetragen. Mehrerträge konnten beim Finanz- und Lastenausgleich (168000 Franken) und der Grundstückgewinnsteuer (223000 Franken) erzielt werden. Bei der wirtschaftlichen Sozialhilfe konnte ein Minderaufwand von 143000 Franken verzeichnet werden. Demgegenüber mussten rund 158000 Franken höhere Beiträge an Sonderschulen bezahlt werden.

Massgebend zum guten Ergebnis beigetragen haben die Gewinne von 345000 Franken aus den Grundstückverkäufen im Finanzvermögen (Liegenschaft Stegmatt). Zudem wurde mit Marktwertanpassungen bei den Liegenschaften ein Mehrertrag von 254000 Franken erzielt. Die Gemeindesteuererträge haben sich im Rahmen des budgetierten Betrages von rund 5,93 Millionen bewegt. An Quellensteuern gingen 2016 rund 447000 Franken ein. Die Steuererträge der juristischen Personen belaufen sich auf 369000 Franken.

Vorgelegt werden an der Gemeindeversammlung vom 7. Juni im Weiteren die Abrechnungen über die Sanierung des Gemeindesaals im Stegmattschulhaus und den Planungskredit der Sportanlage Pfaffenmatt. Die erfolgreiche Sanierung des Gemeindesaals im Stegmattschulhaus sieht Kosten von insgesamt 276223 Franken vor. Der eingeholte Kredit konnte damit um rund 800 Franken unterschritten werden.

Eine Kostenüberschreitung von 10200 Franken ergibt sich hingegen bei der Abrechnung für den Planungskredit der Sportanlage Pfaffenmatt. Es werden Kosten von 75200 Franken ausgewiesen. Die Mehrkosten sind damit zu begründen, dass im Rahmen der Projektierung Zusatzleistungen notwendig waren.

Überdurchschnittlich viel Strom produziert

Das Jahr 2016 war für die Gemeindewerke Erstfeld ein gutes Produktionsjahr. Trotz schwierigem Marktumfeld konnte im Elektrizitätswerk ein Gewinn von 867100 Franken erwirtschaftet werden. Dies war unter anderem dank der Anpassung der Stromtarife und der überdurchschnittlichen Stromproduktion möglich. Produziert wurden in Erstfeld insgesamt 35,683 Millionen Kilowattstunden. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Zunahme von 16,2 Prozent. Der Stromverkauf in Erstfeld belief sich auf insgesamt 21,932 Millionen Kilowattstunden (Vorjahr: 22,483 Millionen). Die Erfolgsrechnung sieht ein Unternehmensergebnis von 288900 Franken vor. Im Rahmen des Förderprogrammes für Haustech- nikanlagen und energieeffiziente Haushaltsgeräte wurden im Jahr 2016 Förderbeiträge von total 84400 Franken ausbezahlt. Das Förderprogramm der Gemeindewerke zählt zu den attraktivsten der Schweiz.

Das Alters- und Pflegeheim Spannort kann für das Geschäftsjahr 2016 insgesamt ein erfreuliches Ergebnis vorlegen. Die Rechnung sieht bei einem Aufwand von 6,208 Millionen Franken und einem Ertrag von 6,172 Millionen Franken einen Verlust von 36800 Franken vor. Dies entspricht einer Abweichung von 0,6 Prozent des Umsatzes und ist nach Ansicht des Verwaltungsrates des Spannort aufgrund der gesunden Eigenkapitalbasis verantwortbar. Gemäss Rechnung verfügt der Spannort per 31. Dezember 2016 über Rückstellungen von 5,327 Millionen Franken und über ein Eigenkapital von insgesamt 889000 Franken.

Liegenschaftsverkauf braucht Zustimmung

An der Gemeindeversammlung vom 23. November 2016 wurde einem Vertragswerk zwischen der Einwohnergemeinde Erstfeld und den Gemeindewerken Erstfeld zugestimmt. Mit dem ­Vertrag wurden verschiedene Liegenschaften abgetreten und Baurechte sowie andere Dienstbarkeiten beschlossen.

Die Liegenschaft Mohrenkopf am Bärenbodenweg 9 wurde ins Eigentum der Gemeindewerke überführt. Diese planen, das Mehrfamilienhaus Parzelle Nr. 395 zu verkaufen. Die Liegenschaft soll zu diesem Zweck öffentlich ausgeschrieben werden. Der Verkaufspreis wird aufgrund von vorliegenden aktuellen Verkehrswertschätzungen festgelegt. Gemäss Verordnung der Gemeindewerke sind diese zum Verkauf der Liegenschaft Mohrenkopf nicht legitimiert. Der Gemeindeversammlung wird nun beantragt, den Gemeindewerken die entsprechende Ermächtigung zu erteilen.

Vorgelegt wird der Gemeindeversammlung das Einbürgerungsgesuch von Vannivadivel Baleswaran (Jahrgang 1972) und seiner beiden Söhne Laxsikan (2004) und Laxsman (2006). Der Bürgerrechtsbewerber ist seit 2002 in Erstfeld wohnhaft. Seine beiden Kinder sind hier geboren und besuchen die Gemeindeschule. Die Prüfung des Einbürgerungsgesuches hat ergeben, dass die Anforderungen für eine Einbürgerung in Erstfeld erfüllt werden. Die eidgenössische Einbürgerungsbewilligung durch das Bundesamt für Migration wurde am 23. März erteilt.

Markus Herger

redaktion@urnerzeitung.ch

Hinweis

Die Gemeindeversammlung findet am kommenden Mittwoch, 7. Juni, 20 Uhr im Casinosaal statt. Die Unterlagen zur Versammlung können am Schalter der Gemeindekasse bezogen werden.