REGA-RETTUNG: Vermisster Snowboarder sprayte «SOS» in den Schnee

Am Freitagnachmittag meldete eine Gruppe Skitouristen bei der Rega, dass sie ein Mitglied ihrer Gruppe vermissen würden. Die Rega fand den Snowboarder am Sonntag wohlbehalten bei einer Jagdhütte.

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Ein Snowboarder wurde mehrere Tage im Kanton Uri vermisst. Im Bild: Ein Rega-Helikopter im Einsatz in Engelberg. (Bild: Christoph Riebli / Neue LZ)

Ein Snowboarder wurde mehrere Tage im Kanton Uri vermisst. Im Bild: Ein Rega-Helikopter im Einsatz in Engelberg. (Bild: Christoph Riebli / Neue LZ)

Die 11-köpfige Gruppe aus Deutschland wollte am Freitag vom Gemsstock aus über die Gafallenlücke Richtung Hospental abfahren. Diese Abfahrt wird oft befahren, befindet sich jedoch ausserhalb der signalisierten Pisten, schreibt die Urner Kantonspolizei in einer Mitteilung.

Die vermisste Person, ein 19-jähriger Snowboarder aus Deutschland, wurde um 16 Uhr letztmals vor dem Beginn der Abfahrt gesehen. Als die Gruppe nach rund 400 Höhenmeter einen längeren Halt machte, wurde das Fehlen des Snowboarders bemerkt.

Eine Nahsuche der Gruppe blieb erfolglos. Die aufgebotene Rega unternahm in der Folge einen Suchflug mit einem Lawinenverschüttetensuchgerät. Der Flug musste wegen der schlechten Witterung in einer grossen Höhe durchgeführt werden und blieb erfolgslos.

In der Folge wurden weitere Suchaktionen eingeleitet: Mitarbeitende des Pistendienstes erkundeten vom Gemsstock aus den oberen Teil der Abfahrt. Gegen Abend wurde eine Rettungskolonne mit rund 20 Personen der Alpinen Rettung, Sektion Andermatt/Göschenen zusammengestellt, welche von Hospental aus in das Guspistal aufstieg. Auch war ein Superpuma der Armee mit einer Wärmebildkamera im Einsatz. Gegen 24 Uhr mussten sämtliche Suchaktionen wegen sehr starkem Wind und schlechter Sicht abgebrochen werden.

Vermisster harrte in Jagdhütte aus

Am Samstag konnte während des ganzen Tages wegen grosser Lawinengefahr und starkem Wind nicht nach dem Vermissten gesucht werden. Am Sonntagmorgen erlaubten es die Wetterbedingungen, dass die Rega einen weiteren Suchflug durchführen konnte. 

Beim Überflug über eine kleine Jagdhütte um 9 Uhr öffnete sich die Türe und der vermisste Snowboarder machte winkend auf sich aufmerksam. Mit blauer Farbe sprayte er zudem ein «SOS» in den Schnee, schrieb der Mediendienst der Rega. Aufgrund der grossen Neuschneemenge und des wechselhaften Wetters gestaltete sich die Landung in der Nähe der kleinen Hütte als Herausforderung. Schliesslich konnte die Rega den erschöpften, aber unverletzten Snowboarder aufnehmen und in Sicherheit bringen.

Gemäss Aussagen des Vermissten habe er die Orientierung und die Gruppe bei der Abfahrt wegen der schlechten Sicht verloren.

Er habe in der Folge die erwähnte Alphütte entdeckt und sich wegen den immer schlechter werdenden Sicht- und Witterungsbedingungen entschlossen, in der Hütte zu bleiben. Auch am darauffolgenden Tag habe er wegen dem anhaltenden Schneefall, schlechten Sichtverhältnissen und der Lawinengefahr die Hütte nicht verlassen.

pd/zfo