Regierung für mehr Schutz der Bahn an Furka

Der Bau einer Galerie für erhöhte Wintersicherheit auf der Furkastrasse von Hospental nach Realp ist nach Ansicht der Urner Regierung zu teuer und bringt zu wenig. Sie spricht sich anstelle für bauliche Massnahmen zum Schutz der Bahnlinie aus.

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Blick auf die Furkapassstrasse. Im Hintergrund das Urserental mit Hospental und Andermatt. (Bild: René Meier / Neue Luzerner Zeitung)

Blick auf die Furkapassstrasse. Im Hintergrund das Urserental mit Hospental und Andermatt. (Bild: René Meier / Neue Luzerner Zeitung)

Altdorf. Der Urner Landrat verlangte im November 2010 von der Regierung die Ausarbeitung einer Vorlage für eine rund 1,5 Kilometer lange Lawinenschutzgalerie im Strassenabschnitt Böschen. Nun beantragt der Regierungsrat, wie auch die Baukommission, das Projekt fallen zu lassen, wie aus dem am Freitag publizierten Antrag ans Parlament hervorgeht.

Die Regierung ist vom Nutzen einer Galerie nicht überzeugt. Gutachten würden zeigen, dass eine 750 Meter lange Schutzbaute bei Böschen die Verfügbarkeit der Furkastrasse zwischen Hospental und Realp nur bedingt erhöhe, weil der Rest der 4 Kilometer langen Strasse an 23 weiteren Stellen Lawinen ausgesetzt bleibe und bei Gefahr gesperrt werden müsse.

Im langjährigen Durchschnitt sei die Furkastrasse zwischen Hospental und Realp im Winter pro Jahr zirka zwei bis vier Tage gesperrt. Eine Galerie würde die Verfügbarkeit der Strasse im Durchschnitt lediglich um einen bis eineinhalb Tage pro Jahr erhöhen.

Die Planung eines Projekts würde den Kanton 440'000 Franken kosten. Die Baukosten schätzt die Regierung auf 30 Mio. Franken. Der Betrag übersteige die finanziellen Möglichkeiten des Kantons, schreibt die Regierung.

Deshalb setze der Regierungsrat auf die baulichen Massnahmen zum Schutz der Bahnlinie, um im Winter die Verbindung von Andermatt nach Realp zu gewährleisten. Mit dem Bau von sechs Auffangdämmen entlang der Matterhorn-Gotthard-Bahn werde die Erreichbarkeit von Realp auf der Schiene weiter verbessert.

Die Kosten für die baulichen Massnahmen würden sich auf geschätzte 10 Mio. Franken belaufen. Eine zusätzliche Kostenbeteiligung des Kantons als Beitrag zum Schutz vor Naturgefahren sei zu prüfen, schreibt der Urner Regierungsrat.

sda