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Lawinensicherheit: Urner Regierung lehnt Alternativen zu Böschen-Galerie ab

Nachdem der Bau einer Galerie in der Böschen vom Landrat bachab geschickt wurde, erteilt der Regierungsrat auch alternativen Massnahmen schlechte Noten. Er empfiehlt, die Motion des Realper Landrats Georg Simmen nicht zu überweisen.
Carmen Epp
Die Strasse zwischen Hospental und Realp muss regelmässig gesperrt werden, wie hier im April 2013 nach einer Sprengung. (Bild: Archiv UZ)

Die Strasse zwischen Hospental und Realp muss regelmässig gesperrt werden, wie hier im April 2013 nach einer Sprengung. (Bild: Archiv UZ)

Die Hauptstrasse zwischen Hospental und Realp ist als Lawinen-Hotspot bekannt. Nicht weniger als 24 Lawinenzüge queren die Strasse, die durchschnittlich vier Mal pro Winter verschüttet wird und zwei bis vier Tage gesperrt bleibt.

Am stärksten betroffen ist die Strasse im Lawinenzug Böschen zwischen Hospental und Zumdorf. Auf dem rund 750 Meter langen Abschnitt wird die Strasse durch Schneerutsche aus dem steilen Hang am häufigsten verschüttet.

Nach Nein zur Galerie folgt ein weiterer Rückschlag

Dem will der Realper FDP-Landrat Georg Simmen seit Jahren einen Riegel schieben. Im November 2010 hatte er in einer Motion ein Projekt gefordert, um innerhalb von zehn Jahren den etappenweisen Bau einer Galerie unterhalb der Böschen realisieren zu können. Der Vorstoss wurde vom Landrat erheblich erklärt. Im Frühling 2013 krebste der Rat zurück und sprach sich gegen einen Planungskredit von 440'000 Franken aus. Der Grund: Die Galerie würde mit Kosten von 30 Millionen Franken die finanziellen Möglichkeiten des Kantons übersteigen.

Doch Georg Simmen lässt nicht locker und reichte im Mai 2018 eine weitere Motion für eine lawinensichere Böschen ein. Um die finanziellen Möglichkeiten des Kantons nicht übermässig zu strapazieren, sollten Alternativen zu einer Galerie gesucht werden, fordert Simmen. Eine Kombination eines Schutzwaldes aus neu gepflanzten Bäumchen und Lawinenverbauungen im oberen Teil der Böschen zusammen mit ortsfesten Sprenganlagen im unteren Teil etwa könne relativ bald eine gewisse Sicherheit bringen, hielt der Motionär fest.

Alternativen sind «nicht kostenwirksam»

Nun liegt die Antwort des Regierungsrats vor. Er habe Verständnis für die Forderungen des Motionärs und der Bevölkerung der Gemeinde Realp für eine bessere Zugänglichkeit während der Wintermonate. Die von Simmen vorgeschlagene Variante mittels Aufforstung und Lawinenverbauungen sei aber «klar nicht kostenwirksam» und übersteige die finanziellen Ressourcen des Kantons. Zudem könnte ein solches Projekt nicht mit Bundesgeldern mitfinanziert werden. «Der Regierungsrat kann daher eine solche Variante nicht unterstützen», heisst es in der Antwort. Auch Sprengmasten erachtet der Regierungsrat als nicht verhältnismässig. Insbesondere werde dadurch die Verfügbarkeit der Strasse nicht wesentlich verbessert.

Da die Kantonsstrasse zwischen Hospental und Realp durch weitere Lawinenzüge gefährdet ist und mit der Matterhorn-Gotthard-Bahn (MGB) eine alternative Verkehrsverbindung zur Verfügung steht, die durch die Böschen-Lawine nicht gefährdet ist, sei der Regierungsrat «nicht bereit, zusätzliche Investitionen für Massnahmen auszugeben, die sich nur auf die Böschen-Lawine beschränken».

Als Alternative spricht sich der Regierungsrat für die Erhöhung der Sicherheit und Verfügbarkeit der MGB-Strecke zwischen Hospental und Realp aus. Und empfiehlt dem Landrat deshalb, die Motion von Georg Simmen nicht zu überweisen. Der Landrat befindet in der Session vom 12. Dezember darüber.

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