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Nutzung der Abwasserwärme: Urner Regierung will keine weiteren Erlasse

Für die Urner Regierung ist das ungefähre Potenzial zur Nutzung der Abwasserwärme zur Genüge bekannt. Sie will aber das Thema in die Überprüfung der Gesamtenergiestrategie einbeziehen.
Bruno Arnold

«Generell ist die Nutzung von Abwärme aus Abwässern sehr sinnvoll und deshalb auch anzustreben»: Dies hält die Regierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage von Landrat Alex Inderkum (SP, Schattdorf) fest. Regional verfügbare und saubere Energiequellen seien daher verstärkt zu nutzen. Diese Haltung spiegle sich auch in der Gesamtenergiestrategie oder dem Förderprogramm Energie Uri wieder.

Eine Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2016 schätze das realistisch nutzbare Abwärmepotenzial aus Abwasser alleine bei der ARA Altdorf auf rund 750 Kilowatt, was etwa der Heizleistung von 100 neuen Einfamilienhäusern entspreche. «Um eine möglichst effiziente Versorgung sicherzustellen, würden zusätzlich die Abwärme des Blockheizkraftwerks genutzt sowie eine weitere Wärmequelle zur Abdeckung von Spitzen eingesetzt werden», so die Regierung. In der Machbarkeitsstudie gehe man aufgrund dieses kombinierten Ansatzes von einer geschätzten Wärmeproduktion von rund 7,7 Millionen Kilowattstunden aus. Dies entspreche einem Heizwärmebedarf von etwa 500 neuen Einfamilienhäusern.

Da ihr die erwähnte Studie aus dem Jahr 2016 zur Verfügung steht, will der Regierungsrat auf eine Machbarkeitsstudie für die Nutzung der Abwasserwärme, wie er Inderkum in seinem Vorstoss angeregt hat, verzichten. «Die vorliegende Studie liefert wertvolle Hinweise für die Energiegewinnung respektive Energieverteilung zum Zweck der Raumheizung und Warmwasseraufbereitung. Damit sind die Faktenlage und das ungefähre Potenzial zur Genüge bekannt.»

Frage nach der Mitfinanzierung

Der Regierungsrat zeigt sich in seiner Antwort bereit, die Nutzung der Abwasserwärme in seine Gesamtenergiestrategie aufzunehmen. Diese werde im Jahr 2020 überprüft.

Der Regierungsrat informiere Bauherrschaften und die Öffentlichkeit bereits heute über die Möglichkeiten zur Nutzung der Abwasserwärme, antwortet er auf eine entsprechende Frage des SP-Vertreters. «Einerseits stellt das Amt für Energie einen Ratgeber mit Grundlagen für die Nutzung der Abwasserwärme zur Verfügung», so die Regierung. «Anderseits bietet das Amt für Energie bereits heute kostenlose Erstberatungen für Privatpersonen, Unternehmen und auch für die öffentliche Hand an. Selbstverständlich wird dabei auch über das Thema Abwasserwärme informiert.»

Und auf Inderkums Frage, ob die Regierung bereit sei, die Nutzung der Abwärme im Rahmen seines Förderprogramms finanziell zu unterstützen oder allenfalls Pilotprojekte zu finanzieren oder mitzufinanzieren, heisst es in der Antwort: «Dies wird heute bereits gemacht.» Über das Förderprogramm Energie Uri würden bereits seit längerem Wärmepumpen als Ersatz von fossilen Heizsystemen oder Elektroheizungen unterstützt. «Dabei werden gegenüber Luft-/Wasser-Wärmepumpen höhere Beiträge ausgerichtet, sofern die Anlage eine höherwertige Wärmequelle als die Aussenluft nutzt. Diese Bedingung wird mit der Nutzung von Umweltwärme aus dem Untergrund, Wärme aus Grund- und Seewasser, Wärme aus einem Eisspeicher oder eben auch mit der Verwertung von Wärme aus Abwasser erfüllt.»

Für den Regierungsrat sei es nicht notwendig, im Rahmen der kantonalen Energiegesetzgebung Vorschriften zur dezentralen Nutzung der Abwasserwärme zu erlassen. Er begründet diese Haltung mit dem Hinweis auf die «ausreichende Erwähnung im kantonalen Energiegesetz und auch im dazugehörigen Energiereglement». Weitere Erlasse seien daher nicht angezeigt.

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