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Regierung sieht Marschhalt als erfüllt

2017 haben neben sieben Einsprechern auch drei Landräte verlangt, das Projekt Knoten Kastelen zu überarbeiten. Jetzt will die Regierung vorwärts machen, damit der heikle Verkehrspunkt 2021 fertig gestellt ist.
Florian Arnold
Der Knoten Kastelen beschäftigt die Urner Politik. (Bild: Urs Hanhart, Schattdorf, 1. Dezember 2016)

Der Knoten Kastelen beschäftigt die Urner Politik. (Bild: Urs Hanhart, Schattdorf, 1. Dezember 2016)

Mit der Eröffnung der West-Ost-Verbindung wird sich der Verkehr im Urner Talboden stark verändern. Rechtzeitig auf diesen Termin möchte die Regierung den Knoten Kastelen fertig gestellt haben. Doch die drei CVP-Landräte Daniel Furrer (Erstfeld), Daniela Planzer (Schattdorf) und Ruedi Zgraggen (Attinghausen) hatten im Februar 2017 mit einem Postulat einen Marschhalt verlangt.

Diese Forderung sieht die Regierung nach bald zwei Jahren nun als erfüllt an. Sie schlägt dem Landrat vor, das entsprechende Postulat zwar zu überweisen, gleichzeitig aber als materiell erledigt zu klassifizieren.

Gewerbe befürchtet grosse Einbussen

Fast gleichzeitig wie das Postulat wurden 2017 auch sieben Einsprachen gegen das aufgelegte Projekt eingereicht. Bemängelt wurde hauptsächlich, dass während der umfangreichen Erneuerungsarbeiten die Brücke Kastelen für rund ein Jahr hätte gesperrt werden müssen. Betriebe mit viel Kundenverkehr befürchteten dadurch grosse Einbussen.

Das Bauprojekt wurde mittlerweile überarbeitet und auf die Anliegen wurde eingegangen. Die Totalsperrung wurde im überarbeiteten Projekt verhindert. Die Brücke wird nicht komplett neu gebaut, sondern ertüchtigt. So wird sie während der Bauarbeiten jeweils mindestens einspurig befahrbar bleiben. Die bestehende Brücke wird nur teilweise zurückgebaut und anschliessend saniert. Zusätzlich wird es auf der Umfahrungsstrasse einen Streifen für Linksabbieger geben, um den Verkehr flüssiger zu machen. Allgemein wird die Strassenbreite vergrössert. Die Einschränkungen für die Gewerbebetriebe sollen auf ein Minimum reduziert werden.

Die Postulanten hatten bemängelt, dass bisher eine Gesamtplanung für den Verkehr in diesem Gebiet fehle. «Die Sanierung des Knotens Kastelen ist mit der übergeordneten Verkehrsplanung eng koordiniert», hält die Regierung dagegen. Gemeinsam mit der Gemeinde Schattdorf sei 2015 die «Strategie Erschliessung Industriegebiet Schattdorf» erarbeitet worden. «Wie das Gebiet künftig erschlossen werden soll, ist bestens bekannt.» Allerdings liegt die Hoheit für die Erschliessung von Industrie und Gewerbe bei der Gemeinde. Der Kanton agiere nur unterstützend.

Zuerst Kreisel oder Knoten?

Im Rahmen dieser Planung habe man verschiedenste Knotensysteme verglichen. Dabei ging es neben dem Knoten Kastelen um einen zusätzlichen Knoten respektive den Kreisel Rossgiessen. In ihrer Antwort geht die Regierung nun auch darauf ein, weshalb zuerst der Knoten Kastelen fertig gestellt werden soll, bevor der Kreisel Rossgiessen in Angriff genommen werden kann.

«Würde der Kreisel Rossgiessen vorgezogen, würde der geplante Linksabbiegestreifen beim Knoten Kastelen fehlen.» Dies würde zu Kapazitätsüberschreitungen führen, was den Verkehr ins Stocken bringe. Nur schon durch den Bau des Kreisels Rossgiessen würde der Knoten Kastelen mehr belastet. Ausserdem sei der Kreisel nicht bis 2021 und somit nicht vor der Inbetriebnahme der WOV realisierbar – der Knoten Kastelen hingegen schon. «In allen Szenarien braucht es einen gut ausgebauten Knoten Kastelen – und zwar möglichst vor der Eröffnung der WOV.» Dies sehe der Gemeinderat Schattdorf gleichermassen.

Bau wird nach wie vor 7,2 Millionen Franken kosten

Auf die Kosten dürften die Verbesserungen des Projekts allerdings keinen Einfluss haben. Trotz Verbesserungen wird der Bau noch immer 7,2 Millionen Franken kosten, gleich viel wie das erste Projekt. Nur schon das Aufrechterhalten einer befahrbaren Spur führe zu Mehrkosten.

«Der Regierungsrat erachtete die zeitgemässe Erschliessung des wachsenden Industriegebiets Schattdorf als eine wichtige Aufgabe», wird in der Antwort an den Landrat unterstrichen.

Postulant macht rechtlichen Grenzfall aus

«Wir haben die Ausführungen der Regierung zur Kenntnis genommen und werten sie als Zwischenstand unserer Forderungen», sagt Postulant Daniel Furrer. «Es handelt sich zudem um einen rechtlichen Grenzfall, denn eigentlich haben wir von der Regierung einen Bericht erwartet, wie das bei einer Überweisung in der Geschäftsordnung vorgesehen ist.» Man sehe aber, dass der Vorstoss viel ausgelöst habe, etwa das auf eine Vollsperrung verzichtet werde. «Die Gesamtplanung wurde grundsätzlich erst durch unseren Vorstoss ausgelöst», glaubt Furrer. Es stünden nach den bisherigen Planungen nun viele Versprechungen im Raum. «Wir hoffen und erwarten, dass diese auch eingehalten und umgesetzt werden.»

«Die Gesamtplanung wurde grundsätzlich erst durch unseren Vorstoss ausgelöst.»

Daniel Furrer, Postulant

Das überarbeitete Bauprojekt hat die Regierung am 19. Juni dieses Jahres genehmigt. Allerdings wurden gegen den Entscheid zwei Beschwerden beim Obergericht deponiert. Auf Anfrage wurde unserer Zeitung gegenüber mitgeteilt, die beiden Verfahren seien noch offen. Ebenfalls kann noch nicht abgeschätzt werden, wann die Urteile vorliegen.

Das Geschäft wird in der Landratssession vom Mittwoch, 14. November, behandelt.

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